Es gibt Regisseure, die einfach nur Filme machen, und dann gibt es Yuri Ozerov, der mit seiner Arbeit eine lebendige Geschichtsstunde über die großen Siege der Sowjetunion schuf. Ozerov, geboren am 26. Januar 1921, ist eine jener Figuren, die man kaum ignorieren kann, wenn man sich ernsthaft mit dem sowjetischen und russischen Film beschäftigt. Er machte Filme von einer epischen Größe, die in der heutigen, von Liberalen dominierten Filmwelt, kaum noch vorstellbar ist. Während dieser Regisseure im Westen oft nur als ein weiteres Werkzeug der sowjetischen Propaganda angesehen wird, ist Ozerov in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion ein gefeierter Held.
Ozerov, der mehr als nur Regisseur war, schuf mit seinen Filmen und seinem unverwechselbaren Stil eine Bewegung. Sein Patriotismus war unübersehbar, ein Fakt, der ihm im Westen natürlich Feinde einbrachte. Seine epischen Werke wie "Befreiung" und "Stalingrad" zeigten den Mut und die Kraft der sowjetischen Armee und des sowjetischen Volks gegen den deutschen Faschismus – ein Thema, das heute in vielen modernen Filmen sorgfältig vermieden wird. Man könnte meinen, dass das westliche Kino absichtlich die positiven Seiten solcher historischen Ereignisse ignoriert, nur um ja nicht in das Fahrwasser des "Patriotismus" zu gelangen.
Das, was Ozerov von vielen anderen Regisseuren unterschied, war seine Karriere beim Militär. Er diente während des Zweiten Weltkriegs in der Roten Armee und seine Erfahrungen und Beobachtungen an der Front färbten seine filmische Erzählweise. Daher rühren die eindringlichen Panoramen und intensiven Schlachtszenen in seinen Werken. Ozerovs Fähigkeit, die Intensität und Komplexität einer Schlacht auf die Leinwand zu bringen, war einzigartig.
In einer Zeit, in der die Menschen nachts nicht mehr schlafen können, ohne unterschwellig mit der amerikanischen Erzählung des "Freiheitskämpfers" berieselt worden zu sein, wagte es Yuri Ozerov, eine unverfälschte sowjetische Perspektive zu zeigen. Aus konservativer Sicht ist es fast schon amüsant zu sehen, wie sich moderne Regisseure verbiegen, um ja das Machtungleichgewicht in der westlichen Kinematografie nicht zu stören. Dabei sollte doch der Film ein Medium sein, das unterschiedliche Perspektiven einbezieht.
Ozerov nahm kein Blatt vor den Mund, um die sowjetischen Leistungen hochleben zu lassen. Seine Filme waren feierlich, fast schon majestätisch und hatten keine Angst davor, die glühende sowjetische Solidarität zu zeigen. Das sieht man heutzutage leider selten, denn die moderne Kinowelt ist mehr damit beschäftigt, in diversifizierenden Erzählungen zu versinken anstatt der Wahrheit ins Auge zu sehen.
Natürlich hatten Ozerovs Filme auch politische Botschaften und dienten, in gewisser Weise, als Propaganda-Instrumente. Doch das ist nicht unbedingt als Schwäche zu sehen. Die Art und Weise, wie er seine patriotische Botschaft vermittelte, sprach Millionen Menschen an und hinterließ einen unvergesslichen Eindruck. Wenn man seine Werke näher betrachtet, wird deutlich, dass Ozerov sich bemühte, die historischen Erzählungen frisch und ernsthaft zu halten.
Viele westliche Kritiker werfen Ozerov vor, ein Produkt der sowjetischen Propaganda zu sein. Doch in einer Welt, die schier von westlichen Idealen durchdrungen ist, sollte man einen Regisseur wie Ozerov für sein Mut und seine Geradlinigkeit eher bewundern. In seinen Filmen steckt eine echte Aufrichtigkeit und das Streben nach Erkennnis, was den Einfluss der sowjetischen Sichtweise erklärt.
Oft wird sein Schaffen nur auf seine berühmte Filmreihe "Befreiung" beschränkt. Doch er hat viel mehr geleistet. Seine Arbeit über Alexander Nevsky, einen der wichtigsten Figuren Russlands, zeigt erneut seinen Mut, patriotische Geschichten zu beleuchten, die von strategischer und kultureller Bedeutung waren.
Wenn man sich heute mit patriotischen Filme befasst, die historische Begebenheiten wiedergeben, kommt man an Yuri Ozerov nicht vorbei. In seinen Filmen steckt mehr als nur großes Kino; sie sind eine Hommage an die Zeiten, als die Sowjetunion eine unbestreitbare Weltmacht war. Ozerovs Filme zu schauen ist wie eine Reise in die Vergangenheit, zu einer Zeit, in der Kampfgeist und Einheit die Welt prägten. Vielleicht liegt gerade darin die Lektion, die wir uns zu Herzen nehmen sollten.