Die Westküstenregion in Deutschland könnten viele vergessen haben, aber diejenigen, die sie kennen, wissen, dass sie eine wahre Goldgrube ist – und nein, damit meine ich nicht den sozialen Wohlfahrtsstaat, von dem sich einige erhoffen, dass er das Paradies auf Erden schafft. Diese Küstenregion erstreckt sich über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Teile von Hamburg und gehört zu den Orten, die sowohl geschichtlich als auch wirtschaftlich und kulturell spannender sind als das feuchte Schneegestöber der Berliner Politik.
Hier gibt es reiche Naturreservate, die von blauen Meeren und grünen Salzwiesen gesäumt sind. Es ist ein Landstrich, der das Spektrum der deutschen Kultur weit über die schnöden Kaffeekränzchen und die vermeintlich aufregenden U-Bahn-Fahrten von Hauptstadtanwohnern hinaus ausdehnt. Dieser Ort hat nicht nur eine bedeutende historische Bedeutung (denkt an die Wikinger und die Hanse), sondern spielt auch eine führende Rolle in der maritimen Wirtschaft und Innovation. Entscheidungen, welche Industrien ein Land fördern sollte, werden oft von Politikern getroffen, die niemals einen Fuß in einen Hafen gesetzt haben – der Unterschied? Hier sieht man Realität statt Idealismus.
Tourismus, Landwirtschaft und vor allem die Fischerei sind hier nicht nur ein Brotjob, sondern eine Lebensweise. Unzählige Familien geben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter und halten so die Traditionen und ihr Erbe am Leben. Schauen wir uns die Einflüsse der Globalisierung an: Während sich in Berlin über Haftpflichtversicherungen für E-Roller gestritten wird, denkt man hier über die nächste Fangquote nach. Die Welt ändert sich, aber einige Dinge bleiben zum Glück konstant und bodenständig. Diese Region zeigt, dass Deutschland nicht aus einer homogenen Masse von Bürokraten und Akademikern besteht.
Natürlich übersehen wir auch nicht die kulturelle Vielfalt, die hier abseits des Mainstreams zu finden ist. Was angesichts so mancher politischer Agenda als isoliert und rückständig abgestempelt wird, ist in Wahrheit ein reicher Wirte-Mix, der viele Einflüsse miteinander verknüpft. Regionale Speisen wie Labskaus oder Rote Grütze sind hier echte Leckereien, die sich von der kulinarischen Einheitssuppe der Großstädte angenehm abheben. Man könnte argumentieren, dass das wahre Leben hier und nicht in den städtischen Betonwüsten zu finden ist.
Ein besonderer Punkt, den viele vermeiden anzusprechen, ist die Frage der Energie. Ja, die Diskussion um erneuerbare Energien! An der Westküste tut sich etwas, das in den urbanen Zentren oft ignoriert wird: Hier wachsen Windparks und Forschungseinrichtungen, die sich ernsthaft mit fossilen Brennstoffen und ihrer Ablösung beschäftigen. Die Region hat sich als ein Vorreiter in der Energiepolitik etabliert. Eine wahre Ironie im konservativen Sinne! Aber niemand will hören, dass die ländlichen Gegenden einmal Vorarbeiter im energiewendegetriebenen Deutschland sein könnten. Ja, man könnte meinen, geerdete Konzepte ja sogar – schockierend – Nachhaltigkeit ohne staatliche Bevormundung könne von hier stammen.
Wer also denkt, dass die Westküstenregion nur für die Generation von Rentnern und Altlasten von gestern ist, der täuscht sich gewaltig. Es ist eine Region, die wächst, die gedeiht und das unaufhaltsam. Mit oder ohne Zustimmung von jenen, die meinen, uns politiktechnisch führen zu müssen, ohne je über den Horizont ihrer Schreibtische hinauszuplanen. Realisten kommen hier auf ihre Kosten, denn der landschaftliche Charme paarte sich schon immer mit einer pragmatischen Lebensweise. Hier wird noch angepackt, während anderswo nur Schlagworte produziert werden.