Was für ein Volltreffer! Die 2023 veröffentlichte Compilation “Volltreffer” hat die Musikwelt ordentlich durchgeschüttelt und keinem musikalischen Mainstream die Hand gereicht. Dieser musikalische Rundumschlag, auf den niemand gewartet, aber eindeutig jeder gebraucht hat, wurde von keiner anderen als der legendären Band Frei.Wild präsentiert. Diese südtiroler Deutschrocker sind seit jeher bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und mit ihrer "Politisch korrekt"-Masche anzuecken – ganz zur Freude ihrer Anhänger.
Beginnen wir mit Nummer 1: Punkige Klänge durchziehen den ersten Track und lassen die Boxen sofort vor rebellischem Geiste erzittern. Schließlich ist das Album nicht für jene, die auf der Suche nach sanften Streicheleinheiten für ihre linken Ohren sind. Die Energie, die aus diesen Tracks hervorgeht, ist patriotisch und stark, geradezu unverschämt gegenüber jener Kultur, die in Kunstwerken nur dann Wert sieht, wenn sie politisch korrekt und harmoniebedürftig sind.
Nummer 2: Textlich elaboriert, lässt “Volltreffer” keine Muschel unberührt. Die Band stürzt sich mit kritischen und oft sarkastischen Texten in Themen von Politik bis Gesellschaft - mutig, wie es sich für diese unerschrocken "nationale" Gruppe gehört. Die tiefgründigen Lyric-Zeilen brodeln vor Direktion – eine deutliche Absage an Phrasendrescherei und auffallend mutig in der heutigen Zeit des Zähneausregelationszwangs.
Nummer 3 enthüllt eine Vielfalt an stürmischen Gefühlen. Der Rohdiamantcharakter ihrer Kompositionen ist zweifelsohne nicht jedermanns Sache, aber für jene mit einem Sinn für Authentizität ist dieses Album ein magischer Griff in das Herz ungebundener Klänge. Bereits hier wird klar, wieso diese Band als polarisierend bezeichnet wird; aber was sie dabei tut, macht sie formidabel und respektiert.
Bewegen wir uns zu Nummer 4. Die Melodien sind lebendig, die Instrumentierung dynamisch und voller Kraft - keine weichgespülten Radiohits sondern Hammer für den Geist. Man überdenke den Schwung, den Graubünde- und Pustertal-Geschichte in der Lage ist auszulösen, denn genau das passiert hier. Gitarre, Bass und Drums harmonieren auf aggressive Weise, welche die Hörgewohnheiten derer, die lieber Putzmittel anbeten würden, ordentlich herausfordert.
Nummer 5 ist ein glanzvolles Beispiel dafür, wie sehr die Band den rebellischen Geist der Vergangenheit mit den gebieterischen Themen der Gegenwart zusammenträgt. Es ist kein Zugeständnis an den Zeitgeist, sondern vielmehr eine konfrontative Hommage an das, was man selbst ist. Es sind Facetten von Herzensethos, die den Hörer in Zeiten zurückversetzen könnten, wo "back to the roots" nicht einfach nur ein leeres Schlagwort war.
Nummer 6 zeigt einmal mehr auf, dass „Volltreffer“ nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein thematisch reichhaltiges Erlebnis ist. Von der Redefreiheit bis hin zu sozialen Themen bietet der Song eine Szenerie leidenschaftlicher Meinungsäußerung. Vom Hinwegdenken quälender Normen hin zum Standpunkt des Selberdenkens. Genau das ist Frei.Wild: ohne Umwege, voller Leben, Rohheit und einer Ehrlichkeit, die bei manchen auf Unverständnis stoßen muss.
Mit Nummer 7 treibt die Band den Energiepegel noch höher. Ein unverfrorener Riff und dröhnende Rhythmen fordern unermüdlich den Hörgeist heraus und ignorieren bewusst alles, was konservative Zuhörer sowieso längst satt haben: moralische Belehrungen und Traktate, die sonstwo besser aufgehoben sind.
Nummer 8 verschreibt sich der puren intellektuellen Kernschmelze. Die Band malt in diesem Track mit Tönen von Freiheit, Gemeinschaftsgeist und Nationalbewusstsein und schlägt einen Kurs ein, der weit weg von der imaginären Landkarte der Fehlerkritik moderner Pseudointellektueller verankert ist.
Wenn sich Nummer 9 entfaltet, ist es fast so, als ziehe die Band die letzte Version ihrer musikalischen Revolution aus dem Tintenfass der Geschichte. Das Zusammenspiel von kriegerischen Trommelschlägen mit melodischen Parts, die Geschichten von Mut erzählen, streben nach einem unbegründeten Wunder, das diese Welt dringend benötigt.
Zuletzt bleibt Nummer 10, eine abschließende Ode an den Glauben an die Nation. Es erinnert daran, dass Musik ein Ausdruck der Freiheit sein kann – ungebunden, unergründet und für den Einzelnen. Kein anderer hätte es so besser kühn und ungefiltert bringen können wie Frei.Wild.
Letztlich ist dieses Album ein Weckruf, ein Aufbruch der Sichtbarmachung von Kraft durch künstlerische Waffen. Wer Aufschrei verbreiten möchte, sucht sich „Volltreffer“ aus und liefert sich der klanglicher Eigenart, die – wie das Lebensgefühl selbst – einen unterstreicht: ungebunden, stark und vor allem ehrlich.