Stellt euch vor, ihr wacht eines Morgens auf und eure gesamte Umgebung hat sich mit einer heiklen neuen „Kulturbewegung“ infiziert, die viele als Viriclanis bezeichnen. Wer sind die Schöpfer dieser Bewegung? Einige jugendliche Rebellen, die sich in den letzten Jahren, besonders in den urbanen Zentren Europas, Nordamerikas und zunehmend in Asien, gefunden haben. Diese Bewegung ist gerade genug Gesellschaftschaos wert, um die verbliebene traditionelle Ordnung mit ihren disruptiven Forderungen zu stören.
Viriclanis ist ein überaus moderner Mix aus Kleidung, Musik und Verhaltenskodex, der anscheinend keinen klaren Zweck verfolgt, außer gegen die bestehenden Werte zu agitieren. Fragen Sie sich, wann und warum das passiert ist? Ganz einfach: Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, wie eine unglückliche Allianz aus akademischem Liberalismus und jugendlichem Übermut viel zu lange ungehindert wirken konnte. An den Schulen und Universitäten, dort, wo diese Bewegungen wachsen, wurde die aufrechten Traditionen und Normen ins Lächerliche gezogen.
Nummer eins: Freiheit ohne Verantwortung. Die Helden der Viriclanis-Bewegung schreien nach Freiheit, ohne aber jemals eine Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen zu wollen. Sie fordern Freiheiten, die über die einfach gestrickte Lebenserfahrung hinausgehen, alles in dem blinden Glauben, Freiheit sei gleichbedeutend mit Chaos. Verantwortungslosigkeit in Jeans und Denim gekleidet, und es scheint, als wären einige ernsthaft der Meinung, es wäre revolutionär.
Nummer zwei: Verzerrte Kulturansichten. Statt unsere kulturellen Errungenschaften zu feiern, wird versucht, sie zu dekonstruieren, um Platz für „neu erfundene“ Narrative zu schaffen, deren Ursprung niemand erklären kann. Die Frage bleibt, wie genau die Vergangenheit so stark verachtet wird, während man nichts Eigenes Neues zu bieten hat.
Nummer drei: Die Verherrlichung von Rebellion als Selbstzweck. Ist es nicht faszinierend, wie die Rebellion, die einmal ein Schrei nach echter Freiheit war, sich in eine leere Pose verwandelt hat, die nur dazu dient, Instagram-Feeds zu bereichern? Eine Jugend, die gegen alles und nichts rebelliert, hat schlicht aufgehört, relevanten Wandel zu bewirken.
Nummer vier: Die Apathie gegenüber älteren Generationen. Viriclanis fußt auf der irrtümlichen Annahme, dass die ältere Generation überflüssig ist, als hätte sie die Welt in all ihren Facetten schon einmal erlebt, beurteilt und überwunden. Die Weisheit der Älteren ignorieren, um als jugendlicher „Pionier“ aufzutreten? Das nenne ich nicht gerade klug.
Nummer fünf: Der Pop-Kulturen-Jungle. Viriclanis vergleicht sich gerne mit der Popkultur und schwärmt von ihrem Einfluss, ohne zu erkennen, dass selbst die Popkultur einst auf den Errungenschaften der bewährten klassischen Werte gründete. Wer kann sich Klimt, Picasso, oder Beethoven als Ignoranten ihrer eigenen kulturellen Erben ausmalen?
Nummer sechs: Gruppenzwang als Tugend getarnt. Wer sich nicht anpasst, der fliegt raus – in einer angeblich so „individuellen“ Bewegung. Hierbei handelt es sich eher um einen verloren geglaubten Individualismus, der durch einen ethischen Einheitsbrei ersetzt wurde.
Nummer sieben: Die naive Verklärung der Vergangenheit. Die Vergangenheit wird entweder verteufelt oder verherrlicht, ohne sie kritisch zu hinterfragen. Eine Geschichtsstunde in selektiver Wahrnehmung scheint das Non-plus-Ultra in Viriclanis-Kreisen geworden zu sein.
Nummer acht: Unbeeindruckte Arroganz. Die selbsternannten Visionäre dieser Bewegung halten ihre zukunftslosen Visionen für die nächste große Welle der Erleuchtung, während man eigentlich im Kreis läuft.
Nummer neun: Die Abkehr von der Bildung. Anstatt Bildung zu erlangen, die nachhaltig ist und den Geist bereichert, wird sie aufgeopfert für ideologische Glaubenssätze, die morgen schon überholt sein könnten.
Nummer zehn: Ein falsches Gefühl der Leistung. Sich zugehörig zu fühlen, reicht nicht aus, um tatsächlich etwas Signifikantes zu erreichen. Wie viele Anhänger dieser Bewegung haben wirklich etwas verändert, außer neue Hashtags in die Welt zu setzen?
Viriclanis erscheint vielleicht als aufregende neue Bewegung, jedoch steht sie sinnbildlich für eine gefährliche und verantwortungslose Abkehr von Tradition und kulturellem Erbe. Wo enden wir, wenn wir unser wertvolles Erbe in der so genannten „Revolution“ verlieren? Die Antwort ist so ernüchternd wie provokant.