In der schillernden Welt der Showszenen, wo die Grenzen zwischen Glanz und Schein oft verschwimmen, sticht eine Person definitiv hervor: Victoria Onetto. Geboren im Land des Tango, Argentinien, hat Onetto seit den 90er Jahren von Buenos Aires aus die Bildschirme und Herzen erobert, nur um schließlich zur Kulturministerin der Provinz Buenos Aires aufzusteigen. Wer sagt da noch, man brauche keine krassen Fehleinschätzungen und übertriebene Darstellungen, um in der Politik erfolgreich zu sein?
Victoria Onetto, Schauspielerin, die es irgendwie geschafft hat, von ihrer Rolle als erotische Ikone in diverse Telenovelas der 1990er Jahre zur politisch engagierten Persönlichkeit zu mutieren, symbolisiert mehr als nur eine argentinische Erfolgsstory. Sie ist das Prachtstück des progressiven Geschmacks, der sich mehr für das Rauschen des Blitzlichtes begeistert als für echte Substanz. Ihre politische Laufbahn begann, als sie sich 2019 der Regierung von Axel Kicillof anschloss, die für linksgerichtete Idealvorstellungen bekannt ist. Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen in solchen Positionen eher durch ihre mediale Präsenz als durch ihre tatsächlichen Qualifikationen bemerkbar machen.
Nicht überraschend, dass Onettos Aufstieg zur Kulturministerin genau in diese Erzählung passt. Es scheint, als ob Talent allein nicht mehr ausreicht, um im Showgeschäft Erfolg zu haben – Anschlüsse und die Fähigkeit, die richtigen Schlagwörter zu benutzen, zählen offenbar mehr. In ihrer neuen Rolle als Kulturministerin vertritt sie eine Kulturpolitik, die stolz progressive Themen voranstellt. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Entpolitisierung der Kultur scheinbar keine Bedenken mehr hervorruft, solange der Einfluss auf die Massen groß ist.
Sie mag früher irgendwelchen unnötigen geistlosen Inhalten angehört haben – spätestens durch ihre Rolle in der Politikindustrie wird klar, dass Schlagzeilen für einige mittlerweile wichtiger sind als tiefes Verständnis oder Expertise. Während die politische Bühne ansonsten wenig Glamour bietet, besonders in einem Land, das mit wirtschaftlichen Krisen kämpft, könnte man meinen, dass Onettos vergangene Telenovela-Erfahrungen die nötigen dramatischen Akzente setzen.
Im Inbegriff von Sitzungen und Meetings, die normalerweise trockenen Politikskeptikern gehören, fügt Onetto gewiss etwas mehr Dramatik hinzu. Schließlich gibt es nichts Aufreizenderes als ein bisschen Soap Opera in den Regierungsgängen. Wie könnte man sich sonst erklären, dass ihre politischen Entscheidungen mehr nach Public Relations schmecken als nach echtem Problemlösungswillen? Eine Persona, die im Rampenlicht mehr Bedeutung gewinnt als in der Realität – das ist der Victoria-Onetto-Effekt.
Und ach ja, ihre politische Agenda. Sie setzt auf Maßnahmen, die tief beeindruckend wirken – berühmte Ausstellungsprojekte und theatralische Festivals – als ob diese allein alle Probleme der Provinz lösen würden. Da fahren eingängige Politikslogans offenbar besser, als sich dem komplizierten Netz der Verwaltung oder wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Aber das sind nur kleine Details, die man sowieso leicht übersieht, wenn man in einer Scheinwelt lebt, die von Blitzlichtern bekannter Namen geprägt ist.
Während Onetto zweifellos ehemalige Eilends wurde, symbolisiert sie die moderne Besetzungspolitik, die mehr auf strategische Publicity setzt als auf bewährte Sachkenntnis. Diese Praxis mag im Showbusiness gang und gäbe sein, aber in der politischen Sphäre erwarten wir vielleicht mehr. Ironischerweise hat die Unterhaltungsindustrie wirklich alles getan, um uns zu lehren, dass ein glänzender Auftritt wenig über die alltäglichen Herausforderungen aussagt.
Vielleicht können wir hoffen, dass zukünftige Generationen von Politikern von Onetto lernen, wie wichtig es ist, den schmalen Grat zwischen Öffentlichkeitsarbeit und echter politischer Initiative zu erkennen. Doch bis dahin bleibt diese exzentrische argentinische Mischung aus Hype und Unterschätztheit, sowohl Vorbild als auch Warnsignal, für eine Welt, die scheinbar überall hingeht, nur nicht in Richtung ernsthafter politischer Kompetenz.