Urlaubsfreunde 2: Ein weiteres politisch falsches Abenteuer

Urlaubsfreunde 2: Ein weiteres politisch falsches Abenteuer

"Urlaubsfreunde 2" ist zurück mit einem weiteren chaotischen Abenteuer von Marcus und Emily, aber erwartet bloß keine tiefgründige Komödie. Der Film hält uns den Spiegel einer banalen Filmindustrie vor.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Hollywood hat es mal wieder getan: ein weiterer lauwarmer Abklatsch mit dem Namen "Urlaubsfreunde 2". In der Hauptrolle die allseits bekannten Chaoten Marcus (Lil Rel Howery) und Emily (Yvonne Orji), das Franchise der Komödienreihe setzt fort, wo es aufgehört hat. Sie sind an ihre Bildschirme zurückgekehrt, um neue urkomische, jedoch manchmal beleidigende, Abenteuer zu erleben. Der Film entfaltet sich in einem neuen Urlaubsumfeld, jedoch mit den gleichen altbackenen Witzen. Interessant daran: Regisseur Lyden Odien schneidet sämtliche Ecken ab, um genau das zu liefern, was sein Publikum erwartet – und definitiv nichts Neues.

Was sagt dieser neue Teil über unsere heutige Filmwelt aus? Nun, einmal mehr wird deutlich, dass Filme nicht mehr dazu gemacht werden, um Denkanstöße zu geben – sondern um zu konsumieren. In "Urlaubsfreunde 2" geht es nur darum, die gleiche Formel noch einmal abzuspulen: falsch platzierte Humor-Einlagen und unzählige klischeehafte Charaktere. Hey, warum etwas ändern, wenn es wieder Hollywood-Geld einbringt?

Spannend ist aber, dass sich trotz der offensichtlichen alten Witze neue Charaktere eingeschlichen haben. Allen voran Ron und Kyla, gespielt von John Cena und Meredith Hagner, die das Geschehen aufmischen. Trotzdem fällt es ihnen schwer, den etablierten Humorkatalog zu durchbrechen. Es ist fast, als ob sie wie ferngesteuerte Charaktere am Band schneller Einfallslosigkeit vorbei sausen. Die Zuschauer sollen lachen – koste es, was es wolle.

Nun zum Grund für die Daseinsberechtigung von "Urlaubsfreunde 2": Verbraucher-Vertrauen. Die Originalbesetzung ist zurück. Alt bewährt, alt geliebt und mit kleinen Abweichungen versehen, um die Fassade eines neuen Witzes zu wahren. Man will ja schließlich nicht vom bewährten Weg abweichen.

Was sie nicht erwarten sollten? Eine intelligente Komödie. Der Film ist darauf ausgelegt, dass selbst die flachsten Humorliebhaber einige Lacher finden. Erneut ist der Humor eher vulgär, die Dialoge oft zum Augenrollen. Doch das ist egal; wir werden es ja sowieso weiterschauen.

Warum sich überhaupt weiter mit solchen Komödien beschäftigen? Nun, sie halten uns den Spiegel vor. Während einige den Film wegen seiner schnörkellosen Darstellung des Alltagswahnsinns mögen, gibt es viele, die nicht erkennen, dass die Charaktere Karikaturen realer Menschen sind. Menschen, die mit Engagement, Eifer und einer gehörigen Portion Nachlässigkeit durchs Leben taumeln.

Interessant ist, wie "Urlaubsfreunde 2" durch seine Fokussierung auf einfache, pointengestreute Komik möglicherweise einen spannenden Kommentar über die heutige Kultur abgibt. Viele würden den Film vielleicht verurteilen, weil er angeblich „geschmacklos“ ist, aber die weitaus interessantere Frage ist: Warum sprechen diese Filme eine so große Zuschauerzahl an? Ein Grund dafür könnte sein, dass sie es schaffen, den unterdrückten Drang der Menschen zu treffen, gesellschaftliche Anlässe unverblümt zu betrachten.

Einer der interessantesten Punkte dieses Films ist jedoch, wie er sich durch seine seichten Darstellungen den ideologischen Werten verweigert, die die Liberalen verehren. Es werden keine Themen behandelt, die als besonders tiefgründig angesehen werden könnten, und das ist mit Absicht. Zumindest wollen manche Zuschauer einfach einmal vom Mainstream abgelenkt werden.

Was bleibt letztlich von "Urlaubsfreunde 2"? Sicherlich nichts, was man in einer philosophischen Runde ob des komödiantischen Inhalts auseinandernehmen würde. Ein kleinerer Teil des Publikums wird sich darin wiederfinden, insbesondere diejenigen, die kein Problem damit haben, in Unverblümt- und Lautstärke weiterzugehen, ohne die sozialen Konsequenzen zu bedenken. Und das ist vielleicht das Wichtigste, was dieser Film leisten kann: er stellt die Frage, was Humor heutzutage überhaupt noch sein darf, ohne ständig auf die Tränendrüse oder den intellektuellen Anspruch zu drücken.