Warum Unnötige Saxophone Und Sinnlose Violinen Die Musikkultur Verderben

Warum Unnötige Saxophone Und Sinnlose Violinen Die Musikkultur Verderben

Warum sehen wir heutzutage so viele Saxophone und Violinen an allen Ecken? In der modernen Musikkultur scheinen sich unnötige Instrumente zu vermehren und die echte Musik zu gefährden.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

In einer Welt, in der jeder wohl jeden Tag etwa sieben Saxophon-Spieler und zehn Violinisten treffen muss, die herumstehen und ihren mehr oder weniger begabten Senf abgeben, scheint es, als ob wir mit unnötigen Saxophonen und sinnlosen Violinen überschwemmt werden. Besonders im städtischen Raum sind sie nicht mehr wegzudenken: Das Saxophon schlängelt sich aalglatt durch die verschmutzten Straßen von Berlin genauso wie eine überflüssige Geige in jeder zweiten Fußgängerzone. Aber warum? Wer hat diese Invasion gestartet? Der ewige Mangel an Sinn und Substanz unseres begnadeten Zeitalters, das auch noch durch künstliche Kulturaufgeregtheit befeuert wird.

Man könnte sagen, es sind die klischeehaften Hipster-Spots, in denen sich solcherlei Gequentzel bevorzugt einschleicht. Genauer gesagt: Wenn man sich im Kaffeesatz der modernen Gesellschaft umsieht, stößt man schnell auf dieses eigentümliche Phänomen. Ab wann ist ein Saxophon mehr als nur ein Vehikel für Selbstmarketing? Die Antwort: Nur dann, wenn es tatsächlich zur Musik beiträgt, aber eben dies geschieht leider zu selten.

Zuerst: Ist das Saxophon schlecht? Natürlich nicht! Es hat seinen festen Platz im Jazz und Blues, und das mit gutem Grund. Doch die inflationäre Verbreitung jedesflussigen Geträllers in jeder populären Passage ist zweifelsohne überflüssig. Man fragt sich oft, ob der unangemessene Einsatz hier der modernen Beliebigkeit geschuldet ist oder ob die Künstler schlicht keine besseren Ideen haben.

Das gleiche gilt für die Violine. Kein Zweifel, dieses edle Instrument hat sinfonische Wunder hervorgebracht - von Vivaldi bis hin zu Beethoven. Aber wer entscheidet dann, dass gefühlvolles Gefidel in der U-Bahn wirklich notwendig ist? Genau, es sind jene, die denken, dass ihr individueller Ausdruck das Publikum erleuchten kann, ohne zu fragen, ob uns das Licht eigentlich hell genug ist.

Es klingt zynisch, aber die Wahrheit ist: Der musische Ausdruck ist vieler Orts zur Plage geworden. Zwar feiert dieser zweifelhafte Trend hohe Wellen, jedoch trägt dies bei, die echte Wertschätzung für das ernsthafte Handwerk der Instrumentenkunst zu verwässern. Anstatt dass junge Talente sich tiefgründig mit ihren Instrumenten beschäftigen, verkommt der öffentliche Raum zur Bühne für laienhafte Darbietungen, die kaum zur Intellektualität des Instruments beitragen.

Und nein, es ist nicht ausschließlich dem vermeintlichen Idealismus zu schulden, den einige Künstler für sich beanspruchen. Überall wird musische Erfüllung versprochen, wo der vermeintliche Künstler uns seinen Genuss als tiefgründige Kunst vorgaukelt. Dabei ist die Illusion perfekt: Der Genuss für ihn, das Übel für den Rest.

Doch der größere Alarm sollte weiterhin die ominöse musikalische Verarmung sein: Jede Geige und jedes Saxophon, das zu leichtfertig gehandhabt wird, droht, den kulturellen Bodensatz zu erodieren. Konzertabende und filigrane Kompositionen verblassen, während das 0815-Gequietsche hochgejubelt wird. Aus einer Zeit, in der Musik als ein Kulturgut behandelt wurde, schlittert man in die Ära der musikalischen Wegwerfgesellschaft.

Optimismus bietet hier nur die Aussicht, dass manches Gespieltwerden gar nicht käuflich ist und daher von selbst wieder im Nichts verschwindet. Doch bis dahin müssen wir uns mit den Geräuschen arrangieren und hoffen, dass echte musikalische Qualität in geheimen Ecken neu erblüht, fernab von den Instrumenten, deren Notwendigkeit keinen Sinn ergibt.

Vom Kulturverfall des Alltags gepeinigt, bleibt als Fazit nur ein mütterlicher Rat: Engagiert euch an Orten, an denen echter Klang regiert, und zieht eure Inspiration aus Melodien, die mehr sind als bloße Geräuschkulisse. Das wirkliche Genie liegt still in den Noten, die nicht versuchen, tagsüber in der Einkaufspassage Aufmerksamkeit zu heischen.