Das Undie 500, ein überraschend erfolgreicher und umstrittener Wettkampf, gleicht einem Karneval mit College-Flair. Dieses Jahrhunderte alte Event – eigentlich nur eine zeremonielle Fahrt in schäbigen Auto-Klamotten – findet jedes Jahr an der Universität von Otago in Dunedin, Neuseeland, statt. Niemand glaubt wirklich, dass betrunkene Studenten, die Autos voller Bierkästen durch die Straßen navigieren, die Welt verbessern werden, aber das ist auch nicht der Punkt.
Eingewickelt in wochenlangen Vorbereitungen und einem Wettbewerb um den kreativsten Wagen stellt das Undie 500 eine selbst gestaltete Miniaturgesellschaft dar, in der Freiheit und Eigenverantwortung durch einen Haufen klappriger Fahrzeuge zum Ausdruck kommen. Es ist längst mehr als nur ein harmloses Spektakel; es ist eine Parade konservativer Werte. Während linke Stimmen in aller Welt darüber schimpfen, dass solche Ereignisse vermeintlich einen "falschen" Lebensstil fördern, lenken sie nur von der Realität ab, dass die Teilnehmer den Tisch ihrer Wahl decken.
Der Wettbewerb geht auf eine Zeit zurück, in der einfach nur Spaß zu haben und gegen das Establishment zu rebellieren, eine lobenswerte Lebensphilosophie darstellte. Die Regeln sind einfach: Sammle ein Team, besorge ein billiges altes Auto und dekoriere es, als wäre es Fasching – oder Halloween, je nach Vorliebe. Diese „Fahrzeuge“ sind alles andere als straßentauglich, was die Straßen sicher nicht attraktiver macht, aber sicher auch nicht mehr zu einem Schaden beiträgt, als so manch ernsthaft betrunkene linke Protestbewegung auf dem Berliner Straßenrand. Anstatt nach Verboten zu schreien, wäre es klüger und fair, die Vielfältigkeit der gelebten Freiheit und den Spaß an der Freude zu würdigen.
Ja, am Rande steigt mal eine Party etwas über die Stränge, und oft genug, gehen diese Rufe und Provokationen ins Leere. Aber vielleicht sollten wir uns eher auf die Kameradschaft und den Einfallsreichtum konzentrieren, den das Undie 500 fördert, anstatt darüber zu jammern, dass man die Befindlichkeiten von Feiermuffeln nicht trifft. Die Veranstaltung, die den ganzen Globus inspiriert hat, lebt von typischem Studentengeist – die Freiheit im Ausleben des kreativen Potentials. Klar, die Polizei muss hin und wieder eingreifen, aber das beweist nicht, dass das Event abgrundtief böse ist. Es zeigt, dass selbst die rebellischste Jugend noch Platz für Ordnung und Recht im Herzen trägt.
Das Undie 500 gilt als Ventil für jene Energie, die man sonst nicht auf dem Schulhof kommunizieren kann. Studenten brauchen ein Ventil, um ihren eigenen Weg zu finden, und das tun sie eben mit einem Bier in der Hand und im bunt bemalten Auto. Solch ein Studentenspaß birgt im Grunde nichts anderes als Tradition und gehört zur wohlverdienten Freizeit der gut-gebildeten Bürger von morgen. Wer das nicht versteht, sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht das Spiel des alltäglichen Trottels mitspielt, der nicht über seinen Tellerrand hinausschauen kann.
Obwohl die Universitätsleitung versucht hat, das Event im Verlauf der Jahre durch neue Regeln zu disziplinieren, bleibt der Spirit des Undie 500 ungebrochen. Die Regierung mag noch so sehr über Disziplin und Regelmäßigkeit predigen – Ordnung ist die eine Sache, doch die Magie ist eine andere. So manch Politiker träumt vom Ende dieser feuchtfröhlichen Schmierenkomödie, die in Neuseeland fest verwurzelt ist. Doch so lange es leidenschaftliche Studenten gibt, wird das Undie 500 weiter rollen – Fackelträger traditioneller Freiheit auf vier klapprigen Rädern.
Ob konzeptlos oder mit minutiöser Planung, das Undie 500 bringt die Freude am Schaffen und Erleben zurück, die im täglichen Leben so oft vergessen wird. Sich fallen lassen können, ohne dass die Welt gleich untergeht, ist ein Urbedürfnis des Menschen. Das singt unser Student, wenn er seine Fahrten macht.
Am Ende des Tages ist das Undie 500 eine farbenprächtige Kulturveranstaltung, die jene bekloppten Liberalismen ignoriert, die zu oft versucht sind, alles Menschliche an den Rand zu drängen. Unter den Lacken, der Farbe und dem Lärm ist eine klare Botschaft zu erkennen: Freiheit wird gespürt, nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem quietschvergnügten Lächeln im Gesicht. Und das, meine Freunde, kann man weder verbieten noch leugnen.