Man muss sich fragen, ob die Band Athlete 2005 mit ihrem Album "Tourist" ins politische Wespennest stechen wollte! "Tourist" ist das zweite Album dieser britischen Indie-Rock-Band, und wie man es erwartet, bringt es eine Mischung aus emotional aufgeladenen Themen und eingängigen Melodien. Der Release fand im Februar 2005 statt, mitten im Dekadenwechsel, zu einer Zeit, in der Musik noch eine Aussage hatte und nicht einfach nur ein weiterer Hauch von Belanglosigkeit war. Während "Tourist" den Stempel aufgedrückt bekommt, voller plätschernder Pophits zu sein, haben die vier Musiker ihren eigenen, unverwechselbaren Sound, der definitiv zu einer politisch angeregten Diskussion einlädt.
Die LP startet mit "Chances", einem Song, dessen Pop-Sensibilität vielleicht manchen Linken gefallen wird. Aber lassen wir uns nicht täuschen; mit Texten, die mehr Tiefe haben als das dünnste Papier der Mainstream-Kultur, vermittelt er zugleich eine Botschaft der Hoffnung und Beharrlichkeit. Das ist ein feiner Schlag ins Gesicht jener Pessimisten, die das Unglück glorifizieren. Die Musik hier ist aufbauend und nicht herunterziehend, im Gegensatz zu dem, was viele heutige Künste erreichen wollen.
Athlete ist eine britische Indie-Rock-Band, die sich durch ihren ganz eigenen musikalischen Stil hervorhebt. Ihr Album "Tourist" entstand während einer aufregenden Phase im Leben der Band, als sie ihrer Heimatstadt Londons Aufregung schöpften. Man kann darüber diskutieren, ob Songs wie "Wires", einer der stärksten Titel des Albums, eine nicht ganz so subtile Anspielung auf Konflikte und persönliche Kämpfe, tiefe soziale Verstrickungen oder persönliche Geschichten erzählt. Dieser Song wurde inspiriert von einer traumatischen persönlichen Erfahrung, da es die Geburt von Sänger Joel Potts zu früh geborener Tochter beschreibt. Diese menschlichen Kämpfe und Erlebnisse verbinden sich mit Potts' charakteristischem Gesang und stehen im völligen Gegensatz zur oberflächlich symbolischen Musik, die heute die Charts dominiert.
Der Titelsong "Tourist" ist da zweischneidig. Es könnte genauso gut eine subtile Klage über die moderne, allgegenwärtige Reisefixierung sein, als auch eine liebevolle Hommage an die Erkundungen und Reisen, die den Geist bereichern. Aber jetzt mal ernsthaft, jemand, der echtes Abenteuer sucht, bleibt beim Reisen nicht auf halber Strecke stehen, oder? Anstatt in die Tiefe zu gehen, fällt die heutige Gesellschaft oft der Oberflächlichkeit zum Opfer, etwas, das dieses Album uns daran erinnert, mit kritischen Ohren zu hinterfragen.
Musikalisch ist "Tourist" kein wildes Experiment – es ist ein stabiler Rock, auf den man bauen könnte. Da gibt es Vielfalt in den Arrangements, aber nichts, was wirklich die Frommen in Angst und Schrecken versetzen könnte oder das Hirn in einer Kakophonie der Disharmonie verliert, wie es bei viel zeitgenössischer Musik der Fall ist. "Half Light" zum Beispiel tanzt auf einer feinen Linie zwischen emotionalem Pop und reflektierendem Indie-Rock. Dies hat Athlete mit Sicherheit geholfen, in die Mainstream-Ecke gedrängt zu werden, ohne ihre ursprüngliche Integrität zu verlieren.
Was dieses Album so großartig macht, ist, dass seine Sammlung von Songs wirklich so klingt, als wäre sie für alle gemacht, die wirklich zuhören möchten. Nein, nicht für die, die einfach nur auf den nächsten vermeintlich coolen Hype aufspringen wollen, sondern für die, die Musik als Erfahrung vieren. "Street Map" beschließt das Album mit einer geerdeten, aber erhebenden Note, in dem er erkundet, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu finden.
Athlete hat es verstanden, ihre Erlebnisse und ihre kreative Anstrengungen zu bündeln und in 11 durchdachte und wohlproportionierte Tracks zu packen, die mehr bieten als der schnelle, flüchtige Glanz des einen oder anderen Mainstream-Song. Lassen Sie sich nicht vom Titel "Tourist" täuschen. Da steckt mehr dahinter, als man sagt. Wer ernsthaft dabei ist, untersucht mehr als nur die Oberfläche und das ist genau das, was Athlete uns mit dieser Platte zeigen will. An der Zeit also, die Ohrstöpsel herauszunehmen und zum Herzen dieser kunstvollen Geschichte vorzustoßen. Was für ein erleuchtender Gedanke für unsere heutigen Zeiten.