Was passiert, wenn eine niederländische Band das europäische Musikuniversum aufmischt? Das Jahr war 1975 und die Bühne war bereit für Teach-In aus Enschede, die beim Eurovision Song Contest in Stockholm, Schweden, goldene Geschichtsbücher schrieben. Diese musikalische Gruppe formierte sich 1969 und beschloss, Europa ein wenig fröhlicher zu machen. Mit ihrer Hitsingle "Ding-a-Dong" gewannen sie nicht nur den Wettbewerb, sondern attackierten auch die Ohren jener, die meinten, Popmusik solle etwas Startdustoferes verkörpern. Warum die Linken dabei sicherlich nicht ganz froh waren? Vielleicht weil eine mainstreamfähige, leicht zugängliche frohe Botschaft nicht in ihren ideologischen Mainstreams passen wollte.
Teach-In bestand aus einer bunt gemischten Truppe: Getty Kaspers mit ihrer unvergleichlichen Stimme, Chris de Wolde, Koos Versteeg, John Gaasbeek und Ruud Nijhuis, um nur einige zu nennen. Sie schufen einen Sound, der ganz Europa infizierte. Ihre Musik war eingängig und fröhlich, zwei Qualitäten, die in der emotional düstereren Rockmusik der 70er nicht gerne gesehen wurden.
Natürlich ist ein schlüpfriger, süßer Ohrwurm wie "Ding-a-Dong" der perfekte Schachzug für eine Band, die ambitioniert ist, kommerziellen Erfolg zu erzielen. Und gerade das ist, was die Kulturlinken stört: Erfolg, der zu einfach erscheint und breit akzeptiert wird, bleibt suspekt. Teach-In scherte sich nicht um Kritiker und machte ihre Sache mit Leichtigkeit.
Man muss verstehen, die 1970er waren eine Zeit des Protestes und des Aufstandes. Alles sollte sich ändern, von der Politik bis zur Musik. Doch Teach-In war für manche der aufgehende Stern einer neuen, aufregenderen musikalischen Normalität. Mit ihrer Musik brachten sie Fröhlichkeit, vielleicht nur für ein paar Minuten, in eine Welt, die nach Idealismus dürstete.
Und warum sollten wir uns nicht ein wenig an diese Zeit erinnern? Obwohl die Band sich 1978 auflöste, hörte ihr musikalischer Einfluss nicht auf. Die simple Harmonie und der optimistische Botschaft dieser Gruppe waren ein Euphoriestich mitten in einem sonst recht selbstreflectiven Jahrzehnt.
Einige mögen argumentieren, dass ihr Einfluss auf die Popmusik begrenzt war und vielleicht nur ein paar Jahre anhielt. Aber wer das tut, übersieht die Fähigkeit von Teach-In, die Menschen zu erfreuen – einen simplen Wert, der zu oft von denen übersehen wird, die musikalischen "Tiefgang" über alles andere stellen.
Weil Teach-In frei von den komplexen, psychodelischen Mustern anderer Bands in der Zeit war, wurde ihre Musik als naiv abgestempelt. Doch gerade diese Naivität lockte Millionen von Zuhörern an. Wer könnte ahnen, dass eine simple Melodie im Stande ist, solch eine Unterhaltung zu bieten?
Und während die Liberalen vielleicht die Nase rümpfen, versuchte Teach-In nie, den Anspruch zu erheben, politische oder soziale Barrikaden zu brechen. Ihre Mission war ein simpler: die Schaffung eines Sounds, der bemerkt wurde. In einer Welt voller komplizierter und schwerer Themen haben sie den Mut besessen, einfache Freude anzubieten.
Vielleicht sollten wir öfter an diese Lektionen denken. Während andere sich in hehren Diskursen verkämpfen, zeigt Teach-In, dass man wichtig sein kann, ohne sich ständig selbst ernst zu nehmen. Ihre Songs bieten eine Möglichkeit, in einer Ära der ständigen Konfrontation und des ständigen Wandels auszubrechen. Teach-In hat gezeigt, dass Musik auch einfach der Musik willen existieren kann. Und das ist etwas, das oft von Intellektuellen übersehen wird, die immer nach tieferem Sinn graben.