Warum „Stille Nacht“ (2012) nur an Weihnachten erträglich ist!

Warum „Stille Nacht“ (2012) nur an Weihnachten erträglich ist!

"Stille Nacht" von 2012 bietet mehr Szenen zum Augenrollen als Weihnachtsromantik. Der Film beleuchtet die Entstehung des beliebten Weihnachtsliedes, bleibt dabei jedoch in Klischees gefangen.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Manchmal überraschen einen die Dinge, die sich ganz normal anhören. "Stille Nacht" aus dem Jahr 2012 ist ein deutsches Filmdrama von Regisseur Christian Vuissa, das uns geradewegs zurück auf den Boden der Tatsachen holt und dabei eine Mischung aus Kitsch und Klischee bietet. Die Geschichte spielt im Jahr 1818 in Österreich und handelt von der Entstehung des wohlbekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht“. Hier kommen Joseph Mohr, der Textdichter, und der Komponist Franz Gruber ins Spiel. Durch ihren Zusammenschluss und der Entstehung ihres Liedes entsteht ein historischer Weihnachtsmoment. Ganz romantisch! Oder eben auch nicht.

In der schönen Verbindung zwischen Historie und Fiktion versucht der Film, eine tiefgründige Beziehung zwischen den Figuren darzustellen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen! Die kitschige Inszenierung und die berechenbaren Dialoge sind so abschreckend wie ein zu lang gespültes Waschmittel. Wenn das Ziel war, die Romantik des Liedes zu entzaubern, dann ist es gelungen. Wer will schon eine perfekte Komposition, ohne dabei wenigstens etwas Energie in Authentizität zu stecken?

Natürlich ist das Christkind das reinste Fundstück, aber wenn es darum geht, die Realität darzustellen, hinkt der Film gewaltig hinterher. Warum sollte man sich mit Fakten abgeben, wenn die Fiktion viel lockerer sitzt? Besonders, wenn man bedenkt, dass einige liberal Gesinnte Filme wie diesen als "Kulturell wertvoll" einstufen könnten. Die Inszenierung schwingt zwischen bemühten Klischees und unausgereiften Charakterbögen hin und her. Wirklich ein Fest der geistlosen Unterhaltung! Allein die wunderschöne Weihnachtszeit kann dieser Sache ein wenig Glanz verleihen.

Die Schauspieler leisten beachtliche Arbeit, aber selbst die beste Darbietung kann den schleppenden Verlauf und die Absehbarkeit des Plots nicht retten. Hier bekommt man keinen neuen Weihnachtsklassiker, sondern ein weiteres Projekt, das nach Banalitäten riecht. Wenn man schon in die Vergangenheit flieht, um Geschichten zu erzählen, dann bitte mit mehr Würze. Die gutgemeinte Absicht des Films, Weihnachten von einer anderen Seite zu zeigen, verpufft, ohne wirklich Eindruck zu hinterlassen.

Ganz im Ernst, „Stille Nacht“ (2012) ist kein Film, der sich nachhaltig in die Gedächtnisse seiner Zuschauer einbrennt. Liierte zum Schönreden? Sicherlich. Doch wenn es darum geht, der Filmgeschichte neue Impulse zu geben, bleibt er auf halber Strecke stehen. Wir alle wünschen uns Geschichten, die uns mitreißen, und „Stille Nacht“ bleibt ein Beispiel dafür, dass nicht jede gut gemeinte historische Erzählung eine gute Idee ist.

Wer sich auf einen besinnlichen Weihnachtsfilm freut, sollte vielleicht zu anderen Klassikern greifen. Filme, die uns an die Werte der Weihnachtszeit erinnern, sollten inspirieren und verbinden, nicht langweilen und verwirren. Warum die Zeit mit einem fast zweistündigen Ausflug in die Langeweile verschwenden, wenn es doch so viele andere bedeutende Werke gibt?

Die Moral der Geschichte? Weniger Nostalgie, mehr Substanz bitte! Wenn schon Filme über bedeutende historische Momente gedreht werden, dann bitte mit einem Sinn für Authentizität und nicht mit einer Wolke von Kitsch überzogen. Mit einem Film wie diesem ist die wahre Essenz von Weihnachten schnell in den Hintergrund gedrängt, denn was bleibt, ist die harte Wahrheit: Nicht alles, was glitzert, ist auch Gold.