Spenser Confidential: Ein Action-Kick, der euch aus dem linken Sessel wirft

Spenser Confidential: Ein Action-Kick, der euch aus dem linken Sessel wirft

Ein Action-Streifen, der Klartext spricht und mit der Faust statt der Feder ficht: Das ist "Spenser Confidential". Ein Film, der mehr bietet als nur Unterhaltungswert und gängige Hollywood-Klischees auf den Kopf stellt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn ihr Lust habt auf einen Action-Knaller, der mehr Rückgrat zeigt als so mancher Zeitgenosse, dann solltet ihr einen Blick auf "Spenser Confidential" werfen. Dieser herrlich unkorrekte Streifen aus dem Jahr 2020 versetzt euch in eine Welt, in der Gerechtigkeit keine hohle Phrase, sondern ein echter Faustschlag ist. Regisseur Peter Berg weiht uns mit einer Mischung aus Adrenalin und trockenen One-Linern in die Abenteuer von Ex-Cop Spenser ein, der von keinem Geringeren als Mark Wahlberg gespielt wird. Boston, die Stadt der skandalösen Polizeiaffären, wird dabei zum Schauplatz der Handlung und liefert den perfekten Kontrast zu heutigen weichgespülten Helden.

Es beginnt mit einem Paukenschlag: Spenser sitzt im Knast, und warum? Weil er seinem Chef, der in schmutzige Machenschaften verwickelt war, mal so richtig die Meinung gegeigt hat. Aber so kennt man ihn, unseren heroischen Einzelgänger! Kaum wieder auf freiem Fuß, plant er nicht den Ruhestand, sondern verwickelt sich prompt in die Aufklärung eines gefährlichen Mordfalls. Unterstützt von seinem schlagkräftigen Mitbewohner Hawk, gespielt von Winston Duke, beginnt er, Staub aufzuwirbeln in einer Stadt, die lieber wegschaut. Diese unfreiwillige Partnerschaft ist das Herzstück der Geschichte, und sie knallt ins Herz der liberalen Echoräume, die von inkonsequenten Justizreformen träumen.

Die Zutaten? Explosive Autoverfolgungsjagden, knochenharte Schlägereien, und eine Story, bei der die „Bösen“ genau das sind – böse! Im Vergleich zu den weichgekochten Superschurken, die man sonst so in Hollywood sieht, sind die Feinde von Spenser ungemildert und unangenehm realistisch. Hart auf hart, Auge um Auge, so verteidigt unser Held die Stadt vor korrupten Bullen und skrupellosen Kartellen. Dabei scheut der Film sich nicht, den Finger in die Wunde zu legen und die systematischen Schwächen offenzulegen, die unser Rechtswesen plagen. Für Spenser ist die Antwort nicht lange Studien und Kommissionen, sondern handfeste Taten. Die Echtheit dieser Haltung findet man selten auf der Leinwand und ist eine erfrischende Abwechslung zu den sonstigen moralischen Zirkelschlüssen.

Ein weiterer Leckerbissen ist die Chemie zwischen Spenser und seinem pitbullartigen Hundejungen Hawk. Die Stärke des Films liegt in diesen Momenten der unausgesprochenen Loyalität, einem Band, das über bloße Zweckgemeinschaft hinausgeht. Hier sieht man, was wahre Freundschaft heißt: nicht immer einer Meinung, aber stets mit der gleichen Mission. Das bringt uns auf eine interessante Fährte, wie Filme Heldengeschichten ausgestalten sollten, ohne sich dem Typischen und Berechenbaren hinzugeben. Ein starker Kontrast zur politischen Korrektheit, die heute Film und Fernsehen dominiert.

Und wo wir schon von politischen Korrektheit sprechen – "Spenser Confidential" ist sicher keine Empfehlung für schwache Nerven oder Menschen, die ungern die Stirn in den Wind recken. Wer jedoch wenig Wert auf Political Correctness legt und sich gerne von den heroischen Eskapaden unbestechlicher Einzelkämpfer mitreißen lässt, ist hier genau richtig. Der Film zeigt, dass man es nicht allen recht machen kann und dabei ziemlich gut unterhalten wird.

Die Mischung aus knackiger Action und bissigem Humor erinnert an die nostalgische Zeit der 80er und 90er Jahre, als Filme noch Mut bewiesen und keinen politischen Spielraum für Empörung hinterließen. Hier gibt’s nichts für die moralische Vortrefflichkeit an der Kaffeebar zu berichten. Stattdessen wird Action großgeschrieben, und das dürfe den einen oder anderen progressiven Filmfreund schon aus der Komfortzone locken.

Gerade das macht "Spenser Confidential" sehenswert für jene, die guten Gewissens behaupten, dass Hollywood mehr braucht als glatte, gefällige Geschichten. Denn während uns anderenorts die unablässige Reinheit aufgespielt wird, kehrt Spenser die guten alten Werte von Mut und Loyalität wieder ans Licht. Und das nicht mit Samthandschuhen, sondern mit kompromissloser Härte. Hier ist erzählt, was zählt. Zackig und direkt.

Also, wenn euch eine filmische Knallcharge interessiert, die sich nicht erst mit dem Rechenschieber durch die Polemik bewegt, dann schnappt euch die Popcorn-Schale und genießt diese filigrane Explosion von Geschichte. Eine Ode an die Figur, die man liebt: nie angepasst, immer treu euren Überzeugungen.

"Spenser Confidential" – ein unverblümtes Spektakel, das euch wachrüttelt und zeigt, dass nicht jede Heldengeschichte gleich sein muss. Gerade deshalb trifft dieser Film oft den Nerv des konservativen Publikums und hebt sich wohltuend ab von der medialen Massenware.