Wenn man an 'Sohn von Godzilla' denkt, mag man vielleicht keine Oscar-reifen Schauspielkünste erwarten, aber was man bekommt, ist ein erfrischend anderes Stück Kino aus dem Jahr 1967, das in einem Zeitgeist entstand, als Filmmonster ebenso wichtig waren wie politische Diskussionen. Produziert von Toho unter der Regie von Jun Fukuda, spielt der Film auf einer pazifischen Insel, wo Wissenschaftler an einem Klimaprojekt arbeiten. Überraschung – es geht schief! Heraus kommen nicht nur eine Armee von Rieseninsekten, sondern auch unser Star: Minilla, der Sohn von Godzilla. Natürlich könnte man meinen, dass der gesamte Film ein wildes Durcheinander aus schlechten Spezialeffekten und kindischem Humor ist. Aber ist er nicht gerade deshalb so sehenswert? Er nimmt sich selbst nicht allzu ernst, im Gegensatz zu dem grenzenlosen Ernst, den sonst alles andere heutzutage haben muss.
Man fragt sich, was 'Sohn von Godzilla' tatsächlich so faszinierend macht. In einer Zeit, in der alles politisch sein soll, bietet dieser Film eine willkommene Ausnahme von der Regel. Er ist einfach ein Abenteuer mit absurden Prämissen und Camp-Charme. Die Insel, auf der die Handlung stattfindet, ist praktisch ein metaphorischer Raum, in dem alles passieren kann – vom besten bis zum schlechtesten. Und seine Monster, einschließlich der spinnenartigen Kumonga und der riesigen Gottesanbeterinnen Kamacuras, sind wie kreative Spielzeuge aus einer Zeit, in der Unschuld und Phantasie noch einen Platz auf der Leinwand hatten. An dessen Spitze steht natürlich Minilla, der Versuch, Godzilla mit einer Art freundlichem Nachwuchs zu bevölkern, wohl eine Art Kommentar über die Hoffnung auf eine bessere, weniger zerstörerische Zukunft.
Was viele nicht verstehen, ist die moralische und erzählerische Simplizität, die diesen Film großartig macht. In Zeiten, in denen alles übermäßig kompliziert und künstlich tiefgründig sein muss, zeigt uns 'Sohn von Godzilla', dass manchmal die einfacheren Geschichten die beständigeren sind. Die vermeintliche Naivität des Films bietet eine erfrischende Alternative zu einer Unterhaltungsindustrie, die von einem Moralkodex durchdrungen ist, der uns erschöpft, anstatt unterhält.
Seien wir mal ehrlich: Godzilla selbst ist zum kulturellen Symbol eines apokalyptischen Chaos geworden, das zur kritischen Reflexion der atomaren Gefahr wurde. Diesen Subtext verliert der Film sicher nicht, aber er bringt seine Botschaft mit einem Augenzwinkern. Anstatt Angst vor dem Monster zu haben, soll man über es lachen – und vielleicht auch ein bisschen an dessen grob komische Abenteuer glauben.
Die Bildsprache, die praktischen Effekte und die winzigen Sets sorgen für eine nostalgische Atmosphäre, die vielen modernen CGI-überladenen Filmen fehlt. Die heutigen filmischen Fantasien überfluten uns mit hyperrealistischen Bildern, so dass wir dazu neigen, den simplen Charme, den eine Gummi-Monster-Creation bietet, auszublenden. 'Sohn von Godzilla' bietet eine alternative Geschichte des Monsterkinos, die ein Stück weit den Verlust der kindlichen Unschuld in dieser Kultur reflektiert.
Diejenigen, die heute über diesen Film streiten, sollten sich fragen, warum er trotzdem Kultstatus erreicht hat. Vielleicht, weil er etwas bietet, das jenseits von politischen oder ideologischen Kämpfen existiert. Er wirkt heute wie eine Art geheimer Garten in einem Park, in dem wir die vorherrschenden Diskurse vor der Tür lassen.
In einer Welt, die so hyper-fokussiert auf wichtige und sofortige Problemlösungen ist, wird man feststellen, dass der Film an eine ähnliche Denkweise erinnert wie die Erzählungen um Godzilla selbst: Nimm einen Moment, um die Perspektive darauf zu ändern, was wirklich wichtig ist. Lass dich auf die kindischen Freuden des Lebens ein und ignoriere für einen Moment das überwältigende Chaos der Erwachsenen.
'Sohn von Godzilla' bleibt ein skurriles Kleinod, weil er darauf besteht, seinen Zuschauern ein Augenzwinkern zuzuwerfen. In einem Zeitalter, in dem alles selbstverständlich geworden ist, sagt dieser Film: Entspanne dich und genieße einfach die Show.