Die Welt von heute, gespickt mit Exzessen, bei denen sich die Tendenzen von Sex, Drogen und Industrie zu einem schockierenden Cocktail vermischen, Schande! Im urbanen Dschungel, in dem wir leben, hat sich eine seltsame Allianz gebildet, die mit Tradition und Werte schnell aufräumt. Von Berlin bis hin zu den Vororten anderer boomender Metropolen kann man beobachten, wie diese drei Kräfte die gesellschaftlichen Normen in den Grundfesten erschüttern.
Sex ist zum Handelsgut geworden. Noch nie war es so einfach, mit einem Wischen auf dem Smartphone eine schnelle Bekanntschaft zu machen oder durch den Zugriff auf unzählige Online-Dienste „Liebe“ zu kaufen. Die Industrie rund um Pornografie in Deutschland erreicht jährlich Milliardenumsätze und hat das Bild von Intimität verzehrt und verzerrt. Dieser ständige Zugang zu mehr Reizen hat eine Gesellschaft geformt, die den Wert von Beziehungen immer weniger versteht.
Drogen: das ist die große Flucht - und gleichzeitig das große Geschäft. Vergessen wir nicht, wie die Großen der Pharmaindustrie massenhaft Schmerzmittel mit hoher Suchterzeugung an den Mann brachten. Noch dazu ist Deutschland Umschlagplatz für viele illegale Substanzen, was ebenfalls zeigt, wie stark der moralische Kompass zerbrochen ist. Die Stadtviertel, die einst für Kultur und Tradition standen, verwandeln sich zunehmend in Drogenstriche, die von öffentlicher Lustlosigkeit geprägt sind.
Die Industrie ist der unheimliche Antrieb, der all das ermöglicht. Ohne die Industrialisierung hätte der Mensch nie den Zugang zu diesen „Segnungen“ gehabt, die ihm nunmehr auf materialistischer Ebene Schauer über den Rücken jagen. Denn ausgerechnet die Maschinen und Technologien, die das Leben leichter machen sollten, füllen nun täglich die Taschen jener, die von den Ausschweifungen anderer profitieren.
Klar, der Kapitalismus findet Wege, am Schwächeln der menschlichen Natur zu verdienen, indem er das neuste iPhone, das ideale Fluchtmittel oder das nächste große Ding im Bereich der Erotik liefert. Es soll ja nicht heissen, dass Konsum der Feind ist – doch fragt es sich, warum ausgerechnet leicht zu verführende Füchse die Redskins jener Erde verführen, die in ihrer Unschuld zum Verfall angebotsseitiger Freiheiten beitragen.
Bitte keine Missverständnisse: Fortschritt ist wichtig. Doch sollten wir uns stets fragen, welchen Preis wir dafür zahlen. Wie viele verloren geglaubte Menschenleben, zerstörte Familien und vergessene Seelen akzeptieren wir, während wir durch unsere Städte laufen und der Glanz von Schaufenstern uns blendet und ablenkt?
Warum sollte man sich um so etwas sorgen? Ganz einfach: Wir alle tragen Verantwortung. Wenn die moralischen Standards einer Gesellschaft derart verkommen sind, dass man sich fragt, ob Kinder, die von heute auf morgen erwachsen werden, überhaupt noch Werte in ihrem Leben erkennen können, dann läuft etwas gewaltig schief. Wir sind ebenso verantwortlich, wie wir letztlich konsumieren.
Wenn man noch nicht das Gefühl hat, dass die Welt kopfsteht, dann setzen wir uns die Brille der Nostalgie auf. Der Blick auf die 50er oder 60er Jahre, als Familie und Gemeinschaft noch zentrale Pfeiler des Lebens waren, lässt erahnen, was uns heute so sehr fehlt. Ja, die Zeiten ändern sich, aber nicht jeder Wandel ist ein guter Wandel.
Wie gehen wir mit diesem Trio um? Eine Antwort liegt keinesfalls in lockerem Achselzucken, sondern im bewussten Handeln. Man kann sich die Frage stellen, ob man mehr Selbstkontrolle ausübt und seine Mitverantwortung nicht an die Großen des Kapitalismus oder unkontrollierte industrielle Intrigen abgibt. Denn was nützen technologischer Fortschritt und repressive Maßnahmen, wenn die eigentliche Wurzel der Probleme ignoriert wird?
Die Gesellschaft ist an einem Punkt angelangt, an dem jeder einzelne entscheiden muss. Will man Augen-roller und Zwinkerer für das eigene Leben als orchestrierende Mächte dulden, während die Puristen aus Tradition zunehmend zur Minderheit gehören? Vielleicht ja, vielleicht nein – aber die Debatte um Sex, Drogen und Industrie zeigt jedenfalls, dass Ignoranz und Überfluss in trügerischer Tarnung einhergehen, während soziale Netzwerke uns nur scheinbar verbinden.