Wenn Sie gehofft hatten, dass John Stevens mit seinem neuen Album 'Rot' einen bunten Blumenstrauß an liberalen Klischees bringt, dann müssen Sie enttäuscht ein! Was für eine Erleichterung bietet Stevens mit diesem Werk, das im Oktober 2023 veröffentlicht wurde, für alle, die endlich mal wieder klare und unverblümte Aussagen hören wollen. 'Rot', erschienen bei Stevens' eigenem Label in den USA, ist ein Manifest für alle, die genug von der links-orientierten kulturellen Besetzungspolitik haben.
John Stevens, bekannt für seine kraftvolle Stimme und seinen verblüffenden musikalischen Talent, hat 'Rot' als eine, sagen wir mal, Hommage an die Tiefe des klassischen Jazz konzipiert. Dennoch überrascht die Albumtitelwahl, denn anders als das „Rote“ in der modernen Kultur suggeriert wird, steht es hier für Kraft, Energie und eine klare, unmissverständliche Botschaft gegen den geistig einseitigen Diskurs unserer Zeit.
Die Lieder auf 'Rot' sind mehr als nur eine Aneinanderreihung von Jazznotizen. Sie sind kraftvolle Statements gegen die kulturelle Entmündigung. In 'Freiheit vs. Zensur' rechnet Stevens mit all den selbsternannten Vormündern des gesellschaftlichen Anstands ab. Es gibt kein säuselndes Entgegenkommen, keine diplomatischen Zwischentöne – nur strenge, präzise geformte Akkorde untermauert von Texten, die keinen Raum für Fehlinterpretationen lassen.
Mit 'Ein simples Ja' liefert Stevens eine Antwort auf alle jene, die in endlosen Diskussionen versinander geraten. Es geht um Ehrlichkeit und die klare Bekenntnis zur eigenen Meinung, ohne sich in einem absurden Wortwahl-Trip zu verlieren. Hier wird alles, was es an überflüssigem Geschwafel gibt, treffsicher eliminiert. So wünscht man sich musikalische Erlebnisse! Kraftvoll, direkt und schön anzuhören.
Doch die unerwartete Stärke von 'Rot' liegt in Liedern wie 'Der Preis der Unabhängigkeit', wo Stevens die vermeintliche Freiheit unter die Lupe nimmt, die längst nicht mehr das ist, was sie einmal war. Mit schneidender Klarheit entlarvt er die Widersprüche einer Kultur, die auf dem Papier die Freiheit preist, in Wirklichkeit jedoch nur bestimmten Meinungen Raum lässt. Der Hörer wird hier förmlich gezwungen, seine eigene Vorstellung von Freiheit in Frage zu stellen.
In 'Wahre Farben' zieht Stevens sämtliche Register seines Könnens. Die musikalische Pracht vereint sich mit der Bitterkeit der Realität, dass die kulturellen Unterschiede mehr sind als nur Farben. Und das ist keine Einladung zu einem Farbrausch, sondern eine Aufforderung, der Realität ins Auge zu schauen. Diese Schlichtheit, diese wiederkehrende Ehrlichkeit, die eine Ohrfeige für die modernen Zwänge ist, wird in eine berauschende Melodie gegossen.
'Rot' ist eine Reise zu klaren Gedanken und schnörkellosen Klängen, ein willkommenes Gegengift zum hyperrealen Geplärr, das allgegenwärtig auf uns einprasselt. Für die Wagemutigen ist dieses Album ein Weckruf, für die Zögerlichen eine Herausforderung. Es muss nicht sexy oder gar politisch korrekt sein, um gut zu sein. Stattdessen spiegelt 'Rot' das wieder, was sich viele insgeheim wünschen: eine Rampensau aus puren Klängen mit einer gesunden Dosis Realität.
Die einzige Einschränkung ist vielleicht, dass manche es nicht verstehen werden, Tatsache ist, dass 'Rot' nicht für jedermann gedacht ist. Es ist für diejenigen, die den Mut haben, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Für die, die bereit sind, sich vom substanzlosen Gebrabbel abzuwenden und sich in den nuancierten Klangteppichen zu verlieren, den Stevens mit seinem Album gesponnen hat.
Unabhängigkeit hat ihren Preis, und John Stevens zahlt ihn gerne. Was sagt uns das? Es erinnert uns daran, dass Musik eine Stimme hat und das Recht auf Freiheit nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch eine Frage des Könnens ist. 'Rot' ist wie ein weinroter Teppich, der ausgerollt wird, damit wir einen gehaltvollen und bedeutungsvollen Diskurs beginnen können, losgelöst von der Bedeutungslosigkeit populärer Schnelllebigkeit.
Wer keine Angst davor hat, sich von den Einschüchterungen der politisch korrekten Kultur freizumachen, und sich nach wahrer künstlerischer Freiheit sehnt, sollte 'Rot' auf jeden Fall zu seinem Asset zählen. Stevens' Werk ist ein großartiger Avantgarde-Nachfolger in der Jazzszene, mit dem man sich auseinandersetzen muss, ob man will oder nicht. Wer wirklich Musik lieben und verstehen möchte, sollte hier gut hinhören – und nicht nur wegschauen.