Stell dir vor, ein Album erscheint aus dem Nichts und behauptet sich ohne großen Trara gegen den Mainstream: das ist Resurgam. Dieses Werk von Fink, alias Fin Greenall, einem talentierten britischen Singer-Songwriter und Produzenten, bringt genau die erfrischende Brise, die vielen in der heutigen Musiklandschaft gefehlt hat. Resurgam, veröffentlicht im September 2017, fordert den seichten Kommerz heraus und bewegt sich weg von den standardisierten Pop-Schemata. Unter dem Banner eines gewissen künstlerischen Freigeistes und mit viel Tiefe in der Komposition wird es zu einem Manifest seines Titels, was übersetzt „Ich werde auferstehen“ bedeutet.
Bereits beim ersten Ton wird deutlich, dass die melancholisch-ruhige Stimmung eine Geschichte zu erzählen hat – Geschichten von persönlichem Triumph, innerem Kampf und dem ständigen Ringen zwischen Idealismus und Realität. Fink greift auch hier in die Trickkiste der handgezupften Gitarrenklänge und eindringlichen Texte, um seine Ideen zu vermitteln, die eine Spur fernab der bisher schon gehört haben. Das Album spielt mit einer Mixtur aus Blues, Rock und Indie, was es gleichzeitig eigenständig und doch charmant unprätentiös macht.
Eines darf nicht unerwähnt bleiben: Resurgam ist alles andere als ein Album für sogenannte „liberals“, die sich von konventioneller Massenmusik leiten lassen. Fink distanziert sich klar von oberflächlicher Clubkultur und setzt dafür auf den zweiten, dritten Höreindruck. Die Tracks entfalten ihren vollen Reiz oft erst nach mehrmaligem Durchlauf, sind facettenreich gefertigt und verlangen Auseinandersetzung – aber das ist part of the fun für jene, die mehr wollen als nur simple Unterhaltung.
Obwohl Fink es schon seit seinem Wechsel von einem erfolgreichen DJ zu einem gefragten Singer-Songwriter mit solider Fangemeinde weit gebracht hatte, nutzt er hier sein unendliches Potential voll aus. Während viele Musikalben heutzutage oft dazu neigen, politisch wie inhaltlich uninspiriert zu bleiben, ist Fink bereit für kontroverse Inhalte - der ewige Struggle gegen die Dummheit des mainstream-genormten Konsums und der Drang nach wahrer Kunst. Wer auf der Suche nach einem Konzertalbum ist, das sowohl introspektiv als auch ausdrucksstark ist, liegt hier goldrichtig.
Besonders eindrücklich auf der Platte ist der Titeltrack Resurgam. Er ist kein blumiges Liebeslied oder ein stereotypes Balladenstück, sondern eine Introspektion, die sich mit dem Überleben inmitten alltäglicher Herausforderungen auseinandersetzt. Über das hinweg, was eine typische Popstruktur wäre, schafft Fink es, seine Zuhörer mit auf eine Reise zu nehmen – wohlgemerkt ohne unnötige Schnörkel.
Den Mut für das Unkonventionelle zieht Fink aus seiner Fähigkeit, scheinbar fragile und entspannte Klänge zu einer mächtigen Aussage zu vereinen. Texte, die mehr als nur oberflächliche Phrasen parat haben, und ein musikalischer Hintergrund, der mit jedem Track nahezu orchestrale Stärke erreicht; so sollte Musik sein – ausdrucksstark, nachhaltig und wirkungsvoll.
Während andere Künstler ständig darum kämpfen, den Erwartungen der Musikindustrie gerecht zu werden, ist das mit Resurgam nicht der Fall. Fink bleibt seiner Linie treu, ohne sich von Erwartungen vereinnahmen zu lassen, weder kommerziell noch ideologisch. Mit Resurgam ist ihm ein Album gelungen, das zeigt, dass wahre Kunst nur aus echter Emotion und Ernsthaftigkeit heraus entstehen kann.
Warum also sollten wir zusammenschauern, wenn es um kritische Musik geht? Resurgam lädt ein, das politische und persönliche Bewusstsein zu schärfen, zu hinterfragen und die Augen gegen massenhaft gefährliche Unbedachtheit zu öffnen. Das Album ist mehr als nur eine musikalische Erfahrung; es ist ein Aufruf zum Umdenken und Handeln.
Wer bisher von den schalen Ausgüssen der heutigen Popmusik gelangweilt war, findet in Resurgam das richtige Gegenmittel. Es funktioniert als kraftvolles Symbol gegen den Mainstream, indem es zeigt, dass Musik nicht nur begleiten, sondern auch bewegen und aufwühlen kann. Es erinnert daran, dass Musik unabhängig von Ideologien und Vorstellungen abgespielt wird und dass es die Pflicht eines jeden Künstlers ist, mehr zu schaffen als bloße Unterhaltung.