Fesseln, Lug und Trug treffen in "Play Dead" (2022) aufeinander, einem psychologischen Thriller, der das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der Film, der im nie schlafenden Los Angeles spielt, wurde von Regisseur Patrick Lussier zum Leben erweckt, bekannt für seine Vorliebe, das Publikum an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft zu führen. Wenn man denkt, dass Hollywood keine neuen Geschichten mehr liefern kann, ist "Play Dead" ein Weckruf, der aus der Asche dieser Vorurteile aufsteigt. Keine Sorge, es sind nicht nur die Zombies, die in diesem Film zum Leben erweckt werden.
Wer sind die Köpfe hinter diesem Kunstwerk? Die talentierte Besetzung umfasst Bailey Noble als Chloe. Sie ist die Protagonistin, die in einem grausamen Katz-und-Maus-Spiel gefangen ist. Dann haben wir Jerry O’Connell, der mit seiner Darstellung eines skrupellosen Bestatters eindrucksvoll beweist, dass man auch im Tod noch Angst haben kann. Soziologisch interessiert? Nun, der Film zeigt uns seine düstere Vision der modernen amerikanischen Realität, die Welten von oberflächlichem Glanz trennt und die Abgründe öffnet, in denen der einfache Bürger zum Spielball größerer Mächte wird. Da bekommt der Ausdruck "Politik des Leichenmauls" fast eine neue Bedeutung.
Warum schauen wir uns einen Film über eine freiwillige Autopsie an? Die Handlung beginnt, als Chloe sich totstellt, um Licht ins Dunkel der Machenschaften eines zwielichtigen Bestatters zu bringen – was könnte spannender sein? Der Plan: Ins Leichenschauhaus einbrechen und einen Hinweis finden, der ihren Bruder entlastet. Leider ahnt sie nicht, welche düstere Abscheulichkeiten sich dort verbergen. Während Hollywood jeden Winkel thematisiert hat, bleibt der kalte Obduktionsraum doch für viele ein unbekannterer Schauplatz.
Natürlich darf auch die Frage gestellt werden, ob der Film in Sachen Realismus punktet. Kritische Zungen könnten behaupten, dass das ein oder andere Plotloch die waghalsige Spannung durchaus mindert. Doch welches Märchen bleibt schon immer fair? Die Dialoge strotzen nur so vor trockener Ironie und schwarzem Humor – genau die Art von zynischen Sprüchen, die das Publikum aufrütteln und in Frage stellen sollen.
Man kann sich natürlich fragen, warum solche Filme überhaupt entstehen. „Play Dead“ ist ein Paradebeispiel für die kreative Freiheit eines Künstlers ohne politische Fesseln, die bekanntermaßen so manchen Kreativprozess stark einschränken können. Dass ein Film endlich auch mal auf den Tisch packt, was sonst unter der Decke der allgemeinen Verlogenheit schimmelt, dürfte einigen gewaltig gegen den Strich gehen. Aber egal, darüber zu reden, ist längst überfällig.
Was macht die Handlung so fesselnd? Abgesehen von der Spannung gibt es natürlich die moralischen Fragestellungen. Wie weit würdest du gehen, um jemanden, den du liebst, zu retten? Die alte Geschichte von Liebe gegen Gesetz, gebettet in eine Atmosphäre, die dich an den Rand der Spannung drückt. Antworten in der Filmrealität zu suchen, ist oft zielführender, auch wenn gesellschaftliche Themen wie die immer wieder präsente Polizeianklage mit einem neuwertigen Fangnetz voller Konsequenzen kommen.
Was ist mit der Reaktion der Kritiker? Vorhersehbar: gemischt. Doch was kann man von einer Branche erwarten, die nur allzu schnell bereit ist, sich brav zu benommen? Kritische Stimmen entkommen selten dem Netz dieser verständnislosen Übervorsichtigen selbsternannten Hüter der Kultur. "Play Dead" steht wie ein unbeugsamer Felsen im moralisierenden Sturm der Zeit: Unangepasst und mit Freude dabei.
Es scheint also, dass der Film nicht nur zum Anschauen gedacht ist, sondern den Zuschauer auch zum Nachdenken bringt. Die Grauzonen zwischen Recht und Unrecht könnten nicht verwirrender sein, und auch hier verhält sich die Realität scharf am absoluten Wahnsinn.
Nicht zuletzt, was ist die Quintessenz, die wir ziehen können? Hollywood hat einmal mehr bewiesen, dass es Meister des Schaffens eindrucksvoller Kulissen ist. Mit "Play Dead" hat es Filmfreunde weltweit verblüfft. Solch provokative Filme sind unbequeme Erinnerungen an die dunkleren Winkel der Menschlichkeit und stoßen oft bei jenen sauer auf, die alles brav in rosafarbenen Tönen eingemalt sehen wollen. Spielt keine Rolle – sieh dir den Film an und bilde deine eigene Meinung – das ist es, was das Kino wirklich kann.