Vergesst Beethoven und Chopin, denn Petras Geniušas hat die Bühne erobert! Dieser litauische Pianist, geboren am 8. Februar 1961 in Vilnius, ist keine gewöhnliche Erscheinung am Klavier. Er ist bekannt für seine radikale Herangehensweise an klassische Musik, die das Establishment oft provoziert. Warum interessiert uns Geniušas überhaupt? Weil er in einer Welt der stromlinienförmigen Pianisten derjenige ist, der den Mut aufbringt, anders zu klingen.
Wer in die Welt der klassischen Musik eintaucht, wird schnell feststellen, dass Geniušas ein Rebell am Klavier ist. Seit er in den 1980ern zum ersten Mal auf der internationalen Bühne auftrat, hat er die musischen Konventionen immer wieder mit seiner unerschütterlichen Leidenschaft und seinem unverblümten Stil herausgefordert, und dabei politisch korrekte Musikkritiker in den Wahnsinn getrieben.
Einige werden sagen, dass seine Fähigkeit, politisch inkorrekte Emotionen am Klavier zu kanalisieren, ein Grund zur Sorge ist. Doch in einer Welt, in der alle immer gleichgeschaltet erscheinen, ist Geniušas der erfrischende Hauch frischer Luft, der uns daran erinnert, dass Kunst dazu da ist, uns aufzurütteln und nicht einzuschläfern.
Geniušas hat auch jenseits des Beethoven-Konzertsaals seine Spuren hinterlassen. Er trat 1991 in Russland auf, einem Land, das zu der Zeit in politischen Turbulenzen steckte, und man kann sich vorstellen, wie gut seine mutige musikalische Ausdrucksweise in dieser Umgebung aufgenommen wurde. Wann immer er spielt, spürt man, dass seine Musik nicht nur aus Noten besteht, sondern aus einem Feuerwerk emotionaler Provokation.
Und hier kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: sein Repertoire. Während andere an den alten Meistern festhalten, spielt Geniušas Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Schnittke und Ligeti, sowie avantgardistische Stücke, die viele seiner Kollegen niemals wagen würden. Kurzum, Geniušas macht echte Kunst und nicht die mindergewohnten Inszenierungen, die von Kulturkritikern bevorzugt werden.
Es ist nicht zu leugnen, dass sein freigeistiger Zugang zur Musik auch nicht von allen gefeiert wird. Doch wenn man sich anschaut, wie oft seine Konzerte ausverkauft sind, stellt man fest, dass jemand irgendwie etwas richtig macht. Diejenigen, die Geniušas ablehnen, scheinen von der Vorstellung abgeschreckt zu sein, dass Kunst auch gänzlich frei und ungebunden sein kann.
Ein weiteres wunderbares Beispiel für Geniušas’ Talent und Mut zeigte sich in seinen Bemühungen, die Musikflosse von Ost nach West zu erweitern. Er spielte in so durchaus unterschiedlichen Veranstaltungsorten von der Carnegie Hall in New York bis hin zu kleinen, aber spektakulären Schauplätzen in seiner Heimat Litauen. Man kann ihm nicht vorwerfen, kulturell elitär zu sein.
Ach ja, und wenn ihr dachte, er wäre 'nur’ ein Konzertpianist, dann liegt ihr völlig falsch. Geniušas ist auch ein ebenso engagierter Musikpädagoge. Er hat an der Litauischen Musik- und Theaterakademie unterrichtet und sein Wissen an die nächste Generation von Musikern weitergegeben. Und natürlich wird er, wie alle Pioniere, in der Geschichte oft übersehen, obwohl er von jenen gefeiert wird, die seine Leistungen wirklich verstehen.
Zum Schluss: Geniušas’ Einfluss geht weit über die Grenzen der Musik hinaus. Sein unermüdlicher Drang nach wahrhaftigem Ausdruck zeigt, dass wir in einer Welt von Beständigkeit eine gewisse Unverfrorenheit brauchen, die uns aus unserer Lethargie aufrüttelt. Und das ist bei Weitem nicht nur eine Frage des Geschmacks; es ist eine Frage des Mutes in künstlerischen und vielleicht sogar in kulturellen Fragen der Zeit.
Wenn ihr also das nächste Mal ein Konzert des Mannes besucht, seid gewarnt: Es wird keine netten Melodien geben, nur ein aufrührendes Unwetter zu jeder Zeit. Aber das ist genau das, warum wir Künstler wie Petras Geniušas brauchen – um uns daran zu erinnern, dass wir in einer Welt der Wiederholungen doch etwas haben, das echt und fruchtbar provokant ist.