Wenn Kanadas Eskimos (Inuit) ein Maskottchen hätten, das sofort Entzücken und unerwarteten Widerspruch in der liberalen Fantasiewelt auslöst, dann wäre es der Ookpik. Diese Eule aus Stoff und Filz ist nicht nur ein Stück nordischer Folklore – sie ist ein Symbol der kanadischen Wildnis und wurde während der 1960er Jahre zu einem weltweiten Phänomen. Gegründet wurde dieses knuddelige Wesen von den Inuit-Gemeinschaften in Nordkanada, die es zunächst als Souvenir und dann als nationales Wahrzeichen exportierten. Vor allem in Toronto und Montreal wurden auch heute noch viele von diesen mit Sammlerwert gekauften Eulen produziert.
Was macht den Ookpik so speziell? Für den Beginn wurde es in einer Zeit bekannt, als die Welt förmlich nach irgendetwas anderem als der Mainstream-Kultur schrie. Die 1960er und 70er Jahre waren geprägt von einer enormen kulturellen Expansion, und der Ookpik wurde dabei zu einem überraschend beliebten kulturellen Botschafter. Mit seinen knubbeligen Augen und flauschigem Fell bot er eine perfekte Art, die Hardcore-Natur Kanadas in eine Form zu bringen, die jedermann, sogar den urbanisierten Globalskeptiker, charmate.
Der Ookpik wurde zu einem Symbol der kanadischen Identität. Einige mögen es so sehen, dass dies eindeutig eine Veranschaulichung der kanadischen politischen Einigkeit ist, ein Gefühl, das oft durch Umweltaktivisten und nationale Vorstellungen gefördert wurde. Doch was dabei oft übersehen wird, ist, dass der Ookpik ebenso das Gesicht einer Industrie war, welche die außergewöhnlichen Fähigkeiten und die Handwerkskunst der Inuit-Gemeinschaften in den Vordergrund gestellt hat.
Die Alles-verstehen-Woller unter uns werden zweifellos die wirtschaftlichen Vorteile hinterfragen, die die Produktion solcher Maskottchen bot. Sicher, es war nicht das Beleben einer verloren geglaubten Kunstform allein. Auch das von den Inuit geschaffene Ökosystem der Kunstfertigkeit wurde indirekt gefördert, indem die Verkäufe des Ookpiks der wirtschaftlichen Entwicklung der einheimischen Bevölkerungen einen Schub gaben. Dies war reiner und echter Kapitalismus, der durch die Schaffung eines Produkts basierend auf kulturellem Reichtum und Tradition verankert war – keine Hilfe durch staatliche Interventionen.
Der kulturelle Aufstieg des Ookpiks reiht sich ein in die lange Liste von Beispielen, in denen kultureller Transfer wirtschaftlichen Fortschritt ermöglichte. Die Fragen, die man sich heute stellen sollte, sind, ob solche nationalen Symbole wirklich entsprechend ihrer historischen und gegenwärtigen Bedeutung gewürdigt werden oder ob sie in den Müllhaufen der kulturellen Aneignung geschickt werden. Während manche vielleicht fordern, dass wir unser gesellschaftliches Bild der Welt ständig neu bewerten, schätzen konservativ eingestellte Leser und Betrachter den Blick auf das Erbe und die Verpflichtung zur Bewahrung traditioneller Werte.
Wenn wir den Ookpik postmodern interpretieren, zeigt sich, dass er keineswegs ein simpler Ersatz für die Eule der Westlichen Kultur ist. Vielmehr ist er Zeugnis der Menschheit, wie sich menschliche Verbundenheiten über kulturelle Eigenheiten hinweg entwickeln können. Während anderswo platte Symbole des Protestes kursieren und für soziale Gerechtigkeit instrumentalisiert werden, zeigt der Ookpik, wie Tradition nicht gleichzusetzen ist mit Stillstand.
Aber das größte Paradox des Ookpiks liegt wohl darin, dass er sowohl von einer gewichtigen Handwerksarbeit als auch von kanadischem Exportbewusstsein zeugt. Eine solide Handlungsweise als Brücke, um die kanadische Identität auf subtile Weise ins globale Bewusstsein zu schmuggeln. Es ist an der Zeit, die Geschichte dieses großartig einfachen, aber zutiefst symbolischen Objekts zu ehren und zu verteidigen.