Namaste, Ver-rückt: Indien durch eine konservative Brille

Namaste, Ver-rückt: Indien durch eine konservative Brille

Indien, ein elektrisierendes Land voller Gegensätze, wird von Monika Reccius in "Oh Liebling! Das ist Indien!" provokant und konservativ beleuchtet, um ungesagte Wahrheiten und Potentiale aufzudecken.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Indien, das Land der Farben, der überfüllten Straßen und unendlichen Gegensätze, hat etwas von einem elektrischen Schock für alle, die erste Schritte auf dem Subkontinent wagen. Auf Entdeckungsreise ging jüngst Oh Liebling! Das ist Indien! und präsentiert mit einer scharfsinnigen konservativen Feder eine Sichtweise, die nicht nur Curry, Chaos und Charm auffasst, sondern auch Klartext redet. Die Autorin zeichnet ein Bild des modernen Indien und lässt dabei kein Blatt vor den Mund, um die Wahrheiten offen zu legen, die manche lieber unter den Teppich kehren würden – vor allem solche mit einer linksliberalen Lebenseinstellung. Wir reden uns hier nicht um den heißen Brei herum.

Zunächst die Frage: Warum Indien? Weil es mit seiner aufstrebenden Wirtschaft und seinem politischen Einfluss nicht ignoriert werden kann. Mit über 1,4 Milliarden Menschen ist jeder fünfte Mensch auf dieser Erde Inder. Und sie fangen an, ihre Stimme zu erheben, ob in der Technologie, der Kultur oder der Geopolitik. Während die liberalen Stimmen weltweit rumoren, eine zunehmende Überbevölkerung und Umweltverschmutzung zu beklagen, zeigt Indien, dass es durchaus mit Traditionen verbunden sein und gleichzeitig Innovation fördern kann.

Wer also ist die göttliche Feder hinter diesem Werk? Es ist keine Geringere als Monika Reccius, bekannt dafür, den politischen und soziokulturellen Diskurs nicht nur zu betreten, sondern ihn zu revolutionieren. Sie ist bekannt für ihre unverschämte Meinung, für ihre Fähigkeit, Mythen zu entzaubern und Wahrheiten klar zu benennen. Reccius bringt uns in Oh Liebling! Das ist Indien! eine Perspektive, die nicht davor zurückscheut, einer Scheinheiligkeit den Kampf anzusagen, die für viele eine rosarote Brille ist, gefärbt von allzu zarten Vorstellungen von Multikulturalismus, der die Härte und Realität eines Landes unterdrückt.

Ein Treffer gleich am Anfang: Wirtschaftswachstum, wo andere verharren. Indien hat sich unbestreitbar zu einem Wirtschaftsnexus entwickelt. Historisch von Europa und Amerika übersehen, tritt Indien aus den Schatten der westlichen Mächte hervor und bestreitet mutig seine eigene Zukunft. Zu beobachten ist, wie Desillusionierungen hinsichtlich der westlichen Lebensmodelle um sich greifen, während Indien einen dynamischen Schub erlebt. Hier werden liberale Bastionen in Frage gestellt, denn während andere Dekaden damit verbringen, in Identitätskrisen zu versinken, baut Indien an seiner Infrastruktur und zementiert seine wirtschaftliche Präsenz.

Nicht ohne ironischen Unterton schildert die Autorin die Stadt Abfälle als die neueste Sehenswürdigkeit von Mumbai – eine Spitze, die westlichen Konsum vorhält, der hier seine Endstation findet. Reccius zeichnet ein scharfes Bild: Dies sind nicht die Pariser Boulevards oder die New Yorker Schaufenster, sondern Straßenecken, die von einem fortwährenden Kampf des Lebens zeugen, das von den Grenzverläufen der wirksamen Politik abgeleitet wird.

In ihrem provokanten Stil bringt die Autorin auch diplomatische Doppelmoral ins Spiel: argumentiert wird einseitig von den Menschenrechten einerseits und der Globalisierung andererseits, die nur von Vorteil ist, wenn man über politische und wirtschaftliche Souveränität verfügt. Indien bleibt Inder – wie bei Reccius nicht anders zu erwarten, ist dies ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die glauben, dass kulturelle Integration stets konfliktfrei erfolgen kann. Hier sei das Beispiel des Kastensystems genannt, das jeder, der einen Abgesang auf traditionelle Strukturen hält, ansprechen sollte. Ein System, das nicht nur vital, sondern entscheidend für die soziale Struktur Indiens ist.

Zur Frage der Religion, einem heiklen Thema im Westen, sagt Reccius: In Indien ist Religion weder ein Thema des Rückzugs, noch ein Schockelement für die Nachrichten. Der Alltag wird von einer tiefen Spiritualität bestimmt, die Verbindung zu den altüberlieferten Glaubenstraditionen ist unerschütterlich. Diese Moral und Werte sind kraftvoll und von globaler Anerkennung. Frauen in Saris mit Smartphones, Tempel voller Gläubiger in den modernen Metropolen – dies alles zeigt, dass Fortschritt nicht zu Lasten von Glauben geschehen muss.

Eine Sache endet das Buch jedoch nicht mit moralischer Entrüstung. Es versteht sich als bereit, die Chancen zu ergreifen, die hier vorliegen. Bildung und Technologie, Landwirtschaftsrevolutionen – von den Sonnenkollektoren auf den Dächern zur Wiederbelebung des Yoga als Weltdisziplin. Indische Kultur geht ihren eigenen Weg und lässt sich nicht in fremde Muster zwingen.

Wer Oh Liebling! Das ist Indien! lesen will, muss bereit sein, Ideale zu hinterfragen, die lang gepflegt wurden, und sich dem Indischen zuzuwenden, das mehr als eine Komponente von Exotik ist. Es ist die Geschichte eines riesigen Landes, das alten Staub von den Füßen klopft und auf eine Bühne tritt, die es selbst kreiert hat. Kein Platz für weinerliche Liberale hier – Reccius' Indien ist ein starkes, stolzes Land.