Neil Simon war zweifelsohne der Mozart der amerikanischen Komödie, und das nicht nur für alle Theaterfans. Geboren am 4. Juli 1927 in der makellosen Metropole New York City, hat Simon auf humorvolle, aber treffende Weise die Eigenheiten des amerikanischen Lebens eingefangen. In einem Land, das politische Korrektheit zu schätzen weiß, war Simon der Mann, der es wagte, unserer Gesellschaft einen satirischen Spiegel vorzuhalten, und das mit über sechzig Stücken. Seine Produktionen machten sich regelmäßig über die Absurditäten des Alltags lustig und verzichteten auf wohlüberlegte, aber fade politische Statements, die heute so oft standardisierte Inhalte durchdringen. Von den Bühnen New Yorks bis zu den Brettern, die die Welt bedeuten, verwandelte sich der Broadway mit seinem unvergleichlichen Charme und Witz in eine Plattform, die ihm elf Tony Awards und vier Oscar-Nominierungen einbrachte.
Wer kann den Humor von "Ein seltsames Paar" vergessen - der Klassiker von 1965, der die dysfunktionale Beziehung zweier Freunde in den Mittelpunkt stellt? Simon war nicht nur ein Komödienschreiber, sondern auch ein Chronist eines Amerikas, das er selbst aus erster Hand erlebte. Er verstand die Tücken und Missgeschicke des alltäglichen Lebens und wusste sie zu vermarkten. Wie gut, dass er sich nicht in die Wogen der modernen political correctness stürzte, denn er ließ seinen Charakteren ihre Ehrlichkeit, auch wenn das so manche liberale Zensur enerviert haben mag. Wer braucht schon ein Drehbuch, das einzig und allein darauf abzielt, Gefühle zu schonen?
's Lost in Yonkers', ein weiteres seiner Meisterwerke, war eine erfrischende Betrachtung des Generationenkonflikts, aber was es zur Spitze der Genres machte, war seine Bereitschaft, uns brutal ehrlich zu belustigen, ohne sich in wohltuenden Klischees zu verlieren. Neil Simons Tragikomödien hielten uns einen Spiegel vor, der nicht immer schmeichelte, aber stets unterhielt. Und das ist mehr, als man von so manch agendagetriebenem Theater heute erwarten kann.
Dann wäre da noch 'Barefoot in the Park', Simons wundervolle Ode an das frische Verliebtsein, als die Welt noch einfacher war und nicht der Zwang zur moralischen Erhabenheit den Film zu überziehen schien. Es ist Geschichten wie diesen zu verdanken, dass Simon, bei aller Diskrepanz zur politischen Landschaft, als eine wahrhaft unveräußerliche Ikone der amerikanischen Kunst angesehen werden kann. Seine Fähigkeit, tief in das Herz der menschlichen Natur einzutauchen und gänzlich ohne Rücksicht auf Verletzungen der Empfindlichkeiten seiner Zuschauer das Absurde zu beleuchten, machte ihn zu einem Kronjuwel im Gedächtnis des Theaters.
Da Simons Werke so oft in einer Zeit verfasste, in der es noch erlaubt war, über Dinge zu lachen, die wir alle erlebten, und nicht nur über jene, die in den engen Grenzen der "Anständigkeit" liegen, wurden seine Erfolge zu ernstzunehmenden Beobachtungen unserer selbst. Obgleich Simons Gesellschaftskommentare von einer anderen Ära inspiriert sind, bleibt seine Fähigkeit zur Empathie mit dem alltäglichen Bürger unerschütterlich. Könnte das daran liegen, dass seine Werke nicht von Gruppeninteressen, sondern von unverfälschter Erfahrung genährt wurden? Es bleibt uns jedenfalls ein plötzlicher Hang dazu, in einer Zeit zu schwelgen, in der Satire nicht gleichbedeutend war mit subtiler Doppelmoral.
Es ist wunderbar, dass Neil Simon als jemand in Erinnerung bleibt, der den Humor verteidigte und dabei doch nie den Finger hob, um uns zu belehren. In einer Welt, die zu schnell auf die Nerven von Satirikern reagiert, bleibt seine sarkastische Stimme ein phänomenales Vermächtnis. Auf Wiedersehen, Mr. Simon – Sie waren nie zu politisch korrekt, das war ihr unverkennbarer Charme.