Betreten auf eigene Gefahr: Das Naturwissenschaftliches Museum von Barcelona könnte jemandem mit schwachem Herzen eine schlaflose Nacht bereiten! Dieses in 2011 eröffnete, eindrucksvolle Museum, gelegen im charmanten Stadtteil Forum von Barcelona, ist ein Schrein für die Wunder der Naturwissenschaften. Mit seinen über 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche beherbergt es mehr fossile Überreste und Tierpräparate, als man bei einem schnellen Rundgang verarbeiten kann.
Wer sich auf die Suche nach Wissen begibt, wird hier zweifellos fündig. Doch der konservative Besucher wird sich gezwungen sehen, mit einem angedeuteten Schmunzeln durch die Ausstellungen zu gehen, da vieles am Weltbild der Liberalen kratzt. Evolutionstheorien werden hier beinahe so an die Wand gemalt, als wären Hypothesen unantastbare Wahrheiten. Kritische Wissenschaftler wissen jedoch, dass Debatten und Diskurse Teil einer gesunden Wissenschaft sein sollten – aber das scheint hier nicht immer der Fall zu sein.
Die Exponate sind eine Reise durch die Zeit: Vom Urknall über die Entstehung von Leben, bis hin zur Entwicklung der Menschheit. Die Detailgenauigkeit ist beeindruckend, und für manchen mag dies ein Fest für die Sinne sein. Aber auch Vorsicht sei geboten: Die eine oder andere Darbietung könnte einen konservativen Beobachter zum Stirnrunzeln bringen. Sind denn alle Mammuts wirklich durch den Klimawandel verschwunden, oder war der Homo sapiens aggressiver bei der Jagd nach Nahrung, als die Geschichtsschreiber heute zugeben wollen?
Aber bevor das ungute Gefühl überhandnimmt, ist es Zeit sich der Schönheit zu widmen. Die Fossiliensammlung ist überwältigend und zeigt, dass Naturwissenschaften mehr sind als nur vage Theorien. Diese Relikte erzählen Geschichten von Macht und Überleben, von Leben und Tod. Es ist eine Feier der Vergangenheit und ein Hinweis auf die Weisheit, die darin verborgen liegt, die Zukunft zu verstehen.
Eine besonders beeindruckende Ausstellung ist die Sammlung der Biodiversität. Das Museum zeigt unmissverständlich die Faszination, die die Vielfalt des Lebens auf der Erde auslöst. Doch drängt sich dabei die Frage auf, ob die abscheuliche Verteufelung der Menschheit für den Verlust dieser Biodiversität wirklich immer gerechtfertigt ist. Menschen haben die Erde geformt und sie zu dem gemacht, was sie heute ist – mit Erfolg und Fehlern gleichermaßen.
Die architektonische Gestaltung des Museums allein ist einen Besuch wert. Ein Meisterwerk moderner Baukunst, das den Puls der Zeit widerspiegelt. Oder für jene, die daran glauben, eine Verherrlichung der Urbanisierung auf Kosten der natürlichen Ordnung. Doch fragen wir uns, ob nicht jeder Bau von Menschenhand schon natürlicher Teil unserer Welt geworden ist? Und wie anders hätte sich die Gesellschaft weiterentwickeln sollen, ohne die Infrastruktur, die wir über Jahrhunderte aufgebaut haben?
Kostenlose Führungen bieten einen tieferen Einblick und werden nur von den besten Fachkräften angeboten. Allerdings könnte man jedem dazu raten, eigene Schlüsse zu ziehen und nicht alles für bare Münze zu nehmen. So viel Wissen auf einem Haufen ist herrlich, aber gleichzeitig überwältigend, wenn nicht sogar irreführend. Selbst an einem Paradies wie diesem ist intelektuelle Selbstverteidigung ratsam.
Der Museumsshop und das Café locken mit Versuchungen anderer Art: den neuesten wissenschaftlichen Büchern und köstlichen lokalen Spezialitäten. Ein Opfer dieser Annehmlichkeiten könnte das Portemonnaie schneller erleichtert als man denkt. Doch auf kulturellen Exchange dieser Art darf in Europa nicht verzichtet werden.
In der Summe kann das Naturwissenschaftliches Museum von Barcelona mehr sein als nur eine Reise durch die Geschichte. Es ist eine Plattform für Diskussionen, für die Konfrontation von Glauben und Wissen, für die Reibung zwischen etablierter Wissenschaft und persönlicher Überzeugung. Aber vielleicht ist genau das nötig – ein mitreißender Denkanstoß in einer Zeit, wo es so viele Meinungen gibt, dass kaum jemand mehr weiß, was wirklich zählt.