Mong La ist ein Ort, von dem die meisten Leute kaum etwas wissen — ein kleines, jedoch berüchtigtes Städtchen im Shan-Staat von Myanmar, in der Nähe der chinesischen Grenze, das mit wenig mehr als 17.000 Einwohnern zu einem Synonym für außer Kontrolle geratene Gesetzlosigkeit und moralischen Verfall geworden ist. Vorbei sind die Tage, als Mong La ein friedliches, kaum bekanntes Dorf war. Heute ist es ein leuchtendes Beispiel dafür, was passiert, wenn staatliche Kontrolle durch Chaos ersetzt wird. Seit den 1980er Jahren hat sich Mong La zu einer Art Las Vegas der Dritten Welt entwickelt — natürlich ohne die Glitzer und Serviceleistungen, die man in der amerikanischen Wüste erwarten würde. Stattdessen lebt es von zweifelhaften Kasinos, dem Verkauf illegaler Wildtiere und, ja, von einem blühenden Drogenhandel. Doch wie kam es genau dazu?
Zunächst brauchen wir eine kleine Geschichtsstunde: Mong La erlangte in den 1990er Jahren unter der Herrschaft der United Wa State Army (UWSA) Autonomie. Die Kontrolle dieser Armee dehnte sich aus und führte zur Transformation der Gegend in eine ‘Sonderwirtschaftszone’. Dort, wo die Myanmaresische Regierung wenig Eingriffsmöglichkeiten hat, wächst Mong La unkontrolliert. Diese Region funktioniert quasi wie ein autonomer Staat mit seinen eigenen Gesetzen. Ironischerweise oder vielleicht überraschend, ist Mong La größtenteils als eine “drogengeldbetriebene” Gemeinde bekannt. Das UWSA, die de-facto Regierung der Region, leitet ein mehr als lukratives Geschäft mit Drogen, was die Region wirtschaftlich am Leben hält. Der Erfolg im Drogenhandel bedeutet Wohlstand für die wenigen Glücklichen, die auf der höchsten Ebene teilnahmen, während die Mehrheit mit den Konsequenzen lebt.
Wer sich ein Bild von den mysteriösen und bisweilen gruseligen Attraktionen der Stadt machen möchte, wird bald feststellen, dass Glücksspiele die Hauptattraktion sind. Diese 'Glücksspielparadiese' sollen, so wird gemunkelt, reiche chinesische Kunden anziehen, die eine kurze Reise über die Grenze in das nahegelegene ‘Mini-Macau’ bevorzugen, um Glücksspielabenteuer zu erleben. Lasst euch aber nicht täuschen. Dies ist wohl kaum das Ambiente eines eleganten Casinos in Las Vegas. Stattdessen sieht man die Abnutzung und den Verfall an jeder Ecke. Ein glänzendes System der vortexartigen Moralität. Illegal, aber effizient, könnte man sagen.
Doch das Glückspiel ist noch harmlos im Vergleich zu einem weiteren Wirtschaftszweig von Mong La — dem Handel mit illegalen Wildtieren. Es ist ein pechschwarzer Fleck auf der moralischen Landkarte, ein Ort, an dem gefährdete Arten uneingeschränkt gehandelt werden. Chonging kleiner Elefanten und gepunkteter Leopardenhäute sind nur ein Teil der gefürchteten Realität. Interessanterweise fungiert die Stadt im Kontext des ökologischen Desasters fast schon wie eine Bastion des Anti-Naturschutzes.
Mong La fängt auch Menschen ein, die nach exotischem Fleisch suchen. Ja, Sie haben richtig gehört. Vergessene Restaurants bieten, ohne nach moralischen Verpflichtungen zu fragen, alles an, was das gruselige Herz begehrt: Von Schlangen und Affen bis hin zu tigernahen Angeboten. Der Magenkrampf beginnt allein schon beim Gedanken an weiter Gehendes. Der alimentäre Abgrund zieht die Neugierigen an, treibt die moralischen Korridore noch tiefer in ein resignierendes Chaos.
Wie man sich nun leicht denken kann, ist Mong La ein heikles Thema. Rechte mögen argumentieren, dass eine gute Kontrolle von Marty Watkins bis Smith harmonische Prosperität bescheren könnte, aber hier wird deutlich, dass dieser Ort eine Zurschaustellung dessen ist, was passiert, wenn man Staatlicher Kontrolle ein Schleier über wirft. Wo andere Städte Regeln haben, um Chaos zu zähmen, begünstigt Mong La Anarchie. Liberale sind vermutlich entsetzt.
Doch was bedeutet dies für die Zukunft? Vielleicht eine kultige Attraktion für wagemutige Abenteurer, jedoch ohne den Glanz, den die moralisch geerdeten westlichen Kapitalen bieten. Besser gesagt, obwohl Mong La attraktiv für kuriose Reisende sein könnte, lässt sie die moralische Kompassnadel wild schwanken.
Mong La ist deshalb ein Ort, der wie ein berühmtes Zitat der konservativen Philosophen Immanuel Kant klingt: ‘Der der Grenzen seiner Freiheit nicht kennt, wird von ihr verschlungen'. Dieses gespannte Gleichgewicht ohne Balance bleibt ein dramatischer, goldener Punkt im kollektiven Gedächtnis weltweit und in den Köpfen mutiger Reisender präsent.