Haben Sie sich jemals gefragt, warum der Ausdruck "Mit dem Teufel spielen" immer noch so populär ist? Vielleicht liegt es daran, dass es tief in unserer Natur verwurzelt ist, Wagnisse einzugehen, herausfordernde Entscheidungen zu treffen und mit dem Schicksal zu ringen. Schließlich, wer hätte gedacht, dass diese Redewendung so gut unsere heutigen politischen Kämpfe verkörpert? Wer wagt, gewinnt. Aber was passiert, wenn man ständig an der brennend heißen Kante balanciert?
Es war Friedrich Schiller, der erstmals diesen bildlichen Ausdruck in den 1800er Jahren prägte – zu einer Zeit, als man sich in der gesichtslosen Bürokratie verlor und doch verzweifelt durch das Kettenhemd der Moral schlängelte. Damals sah man das Spielen mit dem Teufel als verwerflich an, und das hauptsächlich aus gutem Grund. Nicht nur steht man symbolisch am Abgrund des Verderbens, sondern sucht oft aktiv die Gefahr.
Heute jedoch hat sich viel verändert. Wo? Überall auf der Welt, in jeder Stadt, in jedem Haushalt. Warum? Weil wir in einem Menschenzeitalter der ständig fluktuierenden sozialen und moralischen Standards leben. Und dieser Wandel? Er wird überall von denen gesehen, die auf der progressiven und ebenso selbstgefälligen Welle reiten.
Jede Wahl, die man trifft, spiegelt das heutige Pragmatismus-Gesellschaftsbild wider, das Liberale so gierig annehmen. Diese Ideologie, die es uns erlaubt, Komplexität zu vereinfachen und zweckmäßige Entscheidungen ohne Rücksicht auf Tradition oder Ethik zu treffen, muss von ihrem übernatürlichen Thron gestoßen werden. Es ist, als ob das Streben nach Wahrheit selbst zu einer Grauzone der relativen Moral geworden wäre. Die Traditionellen ermahnen: Trage keinen Teufel im Herzen, denn das macht dich verletzlich.
Gier und Macht – diese beiden ewigen Begleiter sitzen immer noch Seite an Seite auf dem Thron unserer kleinen, persönlichen Königreiche. Und warum? Weil viele von uns die Gefahren ignorieren, die drohen, wenn der Teufel als unser Spielkamerad auftritt. Freiheit berauben und Eigeninteressen über das Allgemeinwohl stellen – das sind die teuflischen Spiele, mit denen wir heute kämpfen. Die Geschichten unserer Vorfahren haben uns etwas sehr Wichtiges gelehrt, nämlich dass diese Spiele nie ohne bitteren Nachgeschmack enden.
Wann hat dieser Wahnsinn begonnen? Einige würden sagen, dass es seit jeher unsere Natur ist, das Unbekannte herauszufordern. Doch die moderne Zeit hat mit ihrem ungezügelten Drang nach Ersterem die Bedeutung des Letzteren in den Schatten gestellt. Man muss kein Historiker sein, um die verführerischen Melodien des modernen Judas zu erkennen, die uns dazu verführen, jede Verbindlichkeit gegenüber unseren Idealen aufzugeben. Diese süße Melodie der Ignoranz malt ein Bild des Lebens, das so unbeständig und doch so süchtig machend ist.
Doch was ist mit rechtschaffenem Verhalten? Ehre, Aufrichtigkeit, Pflicht? Haben diese Eigenschaften im temporären Spiel mit dem Teufel überleben können? Oder sind sie lediglich Erinnerungsstücke aus einer vergangenen Zeit? Die individuelle Moral von gestern wird von den Massen als ungebildet und unnötig abgestempelt. Dies, so scheint es, ist der Preis, den man zahlen muss, wenn der Wahnsinn auf der Überholspur des Fortschritts reitet.
Es ist verlockend, den schnellen Weg zu wählen, die mühelose Straße des Machterhalts, und es macht schließlich auch Spaß, jedwedem Fortschritt den Rücken zuzukehren – solange man nicht dabei ertappt wird. Doch was, wenn wir am falschen Tag aufwachen, wo das Spielen mit dämonischen Kräften nicht mehr als harmloser Spaß angesehen wird? Diese Wachsamkeit, wäre dem Gesellschaftsvertrag dienlich, und dennoch wählt die Mehrheit der Träumer, alles in einer dampfenden oder gar brennenden Opfergrube zu zerstören.
Die Welt hat genug von den Vergnügungen, die immateriell und vergänglich sind, denn die Dämmerung des Erwachens steht vor der Tür. Mit dem Teufel zu spielen mag ein Spiel sein, das man jetzt gewinnt, aber wir bleiben letztlich Gefangene unseres eigenen Versagens. Ist es wirtschaftliches Wachstum oder moralischer Verfall, der als Medaille auf deiner Brust glänzen soll?
Also, warum weiterhin aus jedem ungesehenen Zimmer fliehen, wenn man auf etwas stößt, das die Echtheit herausfordert? Der Raum des Teufels ist die Arena des Unvermeidlichen. Wir müssen wählen, ob wir dem Teufel im Schein seiner Anmut widerstehen oder uns weiterhin täuschen lassen und unser Schicksal dem Zufall überlassen. Beherzt und geradlinig müssen wir an den Prinzipien festhalten, die uns alle weniger menschliche Abgründe sehen lassen, als sich an die liebevoll destruktive Hand des Teufels zu klammern. Denn es wird keinen Dämon geben, der unsere Fehler vergibt, wenn er den letzten Tanz beginnt, und das Skelett bleibt.
Letztendlich geht es doch nur darum, wie wir heute das blinde Treuegelübde der Selbstsucht standardisieren und verteidigen, so lange bis eines Tages das Wirken dieser dunklen Spielchen endet. Es ist kein Verbrechen, mit dem Teufel zu spielen, aber es ist gewiss keine Tugend. Egal, wie unterhaltsam es anfänglich sein mag.