Wer glaubt, dass Genies mit Brillen und Daunenjacken durch die Welt schreiten, der kennt Matthew Tavares noch nicht. Ein ungewöhnlicher Musiker, dessen beeindruckende Karriere in der kanadischen Jazzszene in den 2010er Jahren begann und der sich seinen Erfolg nicht durch Kuschen gegenüber dem Mainstream erschlichen hat. Tavares war Gründungsmitglied der bekannten Band BadBadNotGood und hat auch danach solo seine unverwechselbare Spur in der Musikwelt hinterlassen. Auch wenn seine Musik oft als experimentell beschrieben wird, liegt der wahre Reiz in seiner ungehemmten Kreativität und einem klaren Fokus darauf, seinen eigenen Stil zu pflegen, anstatt jeglichem Massenphänomen hinterherzulaufen. Denken wir an seine Anfänge in Ontario, seine Rolle als Bassist und Keyboarder, bis hin zu seinen eigenen Alben, hatten alle bedeutenden Meilensteine eine klare Unterschrift: Keine Kompromisse!
Abseits des musikalischen Mainstreams macht Tavares klar, dass er weder Lust hat, sich politisch korrekt zu verbiegen, noch sich für jede Mindermeinung zu entschuldigen. Die sparsamen Liner Notes und Pressetexte zu seinen Werken verdeutlichen oft seine pragmatische Sichtweise: Mach Musik, die dich erfüllt. Denn wenn du versuchst, es jedem recht zu machen, endest du damit, es niemandem zu schaffen.
Als Tavares BadBadNotGood im Jahr 2019 verließ, war dies für viele ein Zeichen dafür, dass er bereit war, musikalisch neue Pfade zu beschreiten. Ein goldener Weg abseits der eingefahrenen Denkmuster jener, die die Kultur als politischen Spielplatz verstehen. Tatsächlich gehört Tavares zu jenen Künstlern, die den Wert klassischer Ideale zu schätzen wissen: Talent und harter Arbeit. Statt künstlicher Empörung und impulsiver Meinungsdefizite, legt er Wert auf Echtheit und Authentizität — Dinge, die in der heutigen, von Image getriebenen Gesellschaft leider kaum noch geschätzt werden.
In seinen Projekten überrascht Tavares regelmäßig mit einer frischen Herangehensweise. Seine Alben wie „Déjà vu“ und „Theme Music for a Scene from a Movie That Doesn’t Exist“ betreiben eine Gratwanderung zwischen etablierten musikalischen Regeln und einer völlig eigenwilligen Freiheit. Matthew Tavares zeigt, wie man neue Sounds kreiert, ohne dabei vergeblich Komplexität über Konsistenz zu stellen.
Im Gegensatz zu Künstlern, die gerne in das progressive Getue der heutigen Musikindustrie fallen, behält Tavares seine Standpunkte klar. Und das nicht nur in der Musik, sondern auch bei öffentlichen Auftritten. Er beweist, dass man politisierte Kunst nicht benötigt, um einleuchtende und durchdringende Werke zu schaffen. Klar, dass das vielen aufstößt, die künstlerische Erzeugnisse am liebsten nach der politischen Achse sortieren.
Wenn man überlegt, wie unbefangen Tavares mit gesellschaftlichen Erwartungen bricht, wird klar, dass er nicht nur Musiker, sondern auch ein Art Nonkonformist der Neuzeit ist. Er hat bewiesen, dass man Erfolg und Integrität sehr wohl unter einen Hut bringen kann, was vielen in der heutigen Szene schwer fällt. Anstatt Behaglichkeit zu suchen, strotzt seine Arbeit vor Eigenständigkeit.
Am Ende des Tages zeigt Matthew Tavares, dass Musik eine universelle Sprache ist, die nicht den klimatischen Änderungen innerhalb der menschlichen Kulturen gehorchen muss. Mit einem Werdegang, der sich mehr an seinen eigenen Überzeugungen als an irgendwelchen gesellschaftspolitischen Vorgaben orientiert, bleibt er ein erfrischend unkonventioneller Künstler — ganz zu schweigen von seiner Fähigkeit, sich selbst treu zu bleiben in einer Zeit, in der so viele dies nicht mehr tun. Deshalb sollten wir immer einen Platz in unseren Playlisten für diejenigen reservieren, die der Musik noch gerecht werden.