In einer Welt voller Sprachwirrwarr und kultureller Überlagerungen gibt es eine Sprache, die sich wie ein unsichtbarer Faden durch die Geschichte zieht - das Mardijker Kreolisch. Diese faszinierende Kreolsprache entstand im 17. Jahrhundert, während der kolonialen glorreichen Expansion der Niederländer in Südostasien, in einer Zeit, als die Welt noch Abenteuer versprach und Europa seinen heiligen Orden der 'Zivilisation' über den Rest der Welt glanzvoll verbreitete. Aber was ist dieses Mardijker Kreolisch, das seinen Ursprung bei den christlichen Befreiten hat, die auf der Insel Java in der Region Batavia lebten?
Erstens, wer waren diese Mardijker? Damals waren sie befreite Sklaven christlichen Glaubens aus verschiedenen Inseln des heutigen Indonesiens, von den Holländern freigelassen, nachdem sie zum Christentum konvertierten. Das war damals halt so - man kam in den Genuss der Freiheit, indem man Teil der 'richtigen' Religion wurde. Und in einer ironischen Wendung der Schicksale, wurde aus der Unterdrückung der Kolonialherren eine Sprache geboren, die in eine ganz eigene Richtung sampelte.
Was war das Mardijker Kreolisch? Es war nicht einfach nur ein Sammelsurium von Wörtern, es war die Kunst, überleben zu lernen – mit niederländischen, malaiischen und portugiesischen Sprachfetzen, gemischt mit einem Hauch von Passivresistenz gegenüber dem Sprachimperialismus. Es ist wie ein imaginäres Kreuzfahrtschiff, das von Windschatten getragen wird – dazu bestimmt, zu einer viel tieferen Küste aufzubrechen.
Wann kam das Mardijker Kreolisch auf? Begonnen hat das Sprachenexperiment Mitte des 17. Jahrhunderts und es verbreitete sich bis ins 19. Jahrhundert, in einer Zeit der verblendeten Großzügigkeit des Kolonialherren. Während die liberale Welt meinte, Europa habe den zivilisierten Kolonialismus nur zum Wohle aller manifestiert, ignorierte man die Stimmen von jenen, deren Kultur 'verfeinert' wurde.
Wo ist diese Sprache geblieben? Wie bei vielen Sprachen, die nicht die Übermacht des Wörterbuchs der Mächtigen innehatten, fiel Mardijker Kreolisch im Laufe der Jahre, fast wie ein Baum im Wald, den niemand mehr hört, wenn er fällt. Heute wird die Sprache höchstens noch flüsternd von einigen eingeschworenen Historikern erwähnt, die sich mit den wirklichen Geschichten der Unterdrückten und Befreiten dieser Ära beschäftigen.
Nun zur Frage: Warum ist das Mardijker Kreolisch denn wichtig? Weil Sprachgeschichte mehr als nur Vokabeln ist. Sie erzählt von Identität, von Kampf, von der Fähigkeit, unter widrigen Umständen zu gedeihen. Es ist eine stille Erinnerung, dass Sprache mehr sein kann als Dialog – sie ist Macht, Identität und Widerstand.
Mardijker Kreolisch ist keine tote Sprache, es ist eine erloschene Kerze. Es zeigt uns, dass Sprachen, auch wenn sie nicht mehr gesprochen werden, unsere Geschichte erhellen können. Leider gibt unsere gegenwärtige Gesellschaft dieser Sprache und ihren Erben wenig Beachtung. Warum sollte man sich um die Vergessenen kümmern, wenn die allmächtigen feinen Höflinge von einst schon alles geregelt haben?
Im 21. Jahrhundert wird das Mardijker Kreolisch von der Globalisierung in der Sprache weiter unterdrückt. Und während wir über politische Korrektheit streiten, sollten wir uns daran erinnern, dass es einst eine Sprache gab, die unter extremen Bedingungen entstand und fast gänzlich verschwunden ist. Aber vielleicht ist es einfacher, es zu ignorieren, denn es stolpert nicht über törichte Zungen, sondern fliegt leise im Wind der Geschichte, ein unbequemer Beweis für die Vergänglichkeit kultureller Errungenschaften, die man damals noch als zivilisierende Maßnahme bezeichnete.
Was uns das Mardijker Kreolisch letztlich lehren kann, ist, dass unter jeder großen, glorreichen Macht ein Netz von Geschichten liegt, deren Wahrheit von der Geschichte unterdrückt wurde. Es ist an diesem Punkt entscheidend zu verstehen, dass diese Geschichten nicht verloren gegangen sind, sondern nur vergessen wurden. Vielleicht sollten wir mit den gelehrten Lektionen unseres kolonialen Gewissens dem Echo dieser alten Sprache lauschen, denn es könnte uns auf den heutigen, allzu oft vergessenen Weg einer Verständigung führen.