Leichlingen ist nicht etwa ein verschlafenes Nest, sondern ein Juwel an der Wupper, das im Schatten der großen Metropolen NRW's ein echtes Kontrastprogramm bietet. Wer genug hat von den überfüllten Straßen Kölns oder Düsseldorfs, wird hier mit offenen Armen empfangen – ohne den liberalen Lärm, den wir wohl alle zu gut kennen, wenn das Wort 'Großstadt' fällt.
Die ersten Spuren der Stadt führen ins Jahr 973 zurück, was nicht nur ihren historischen Wert unterstreicht, sondern auch für eine ganze Palette an spannenden Geschichten sorgt, die sich in den malerischen Straßen abspielen. Wer kann schon von sich behaupten, über 1000 Jahre Geschichte aufzuweisen, die weit über die Grenzen hinaus bekannt ist, aber dennoch bodenständig und nicht von Markenwahn überschattet? Wohl kaum jemand in jenen hippen Szene-Vierteln der Großstädte.
Ein wesentliches Element, das Leichlingen so besonders macht, ist die atemberaubende Natur. Die hügelige Landschaft und die Nähe zur Wupper bieten ein El Dorado für alle, die gern wandern oder Radfahren – und dies ohne das Gedränge auf den überfüllten Wegen, auf denen man ständig mit dem Kopf in den Wolken laufen muss, um nicht auf einen Elektro-Scooter aufzulaufen. Hier ist die Luft frisch, die Landschaft grün und das Leben in einem angenehmen Rhythmus.
In Leichlingen hat die Landwirtschaft immer noch einen hohen Stellenwert. Die Apfel- und Obstplantagen sind mehr als nur landschaftliche Dekoration; sie sind das Herzstück der regionalen Wirtschaft. Die heimischen Produkte beeindrucken durch ihre Qualität und ihren Geschmack. Die Apfelblütenfeste sind nur eines von vielen Beispielen, wie die Stadt ihre Traditionen zelebriert, während woanders um den Verbleib lokaler Märkte gestritten wird.
Aber es ist nicht nur die Natur, die Leichlingen besonders macht. Das Stadtleben selbst hat einiges zu bieten, auch wenn es in moderatem Tempo verläuft. Die Veranstaltungskalender ist gut gefüllt mit kulturellen Highlights und traditionellen Festen. Leichlingen scheint das Geheimrezept gefunden zu haben, wie man Gemeinschaft fördert, ohne in den Urbanen Wahnsinn zu verfallen.
Und was wäre ein solcher Ort ohne seine Bauten? Die prächtigen Fachwerkhäuser und die geschichtsträchtigen Kirchen sind ein Hingucker sondergleichen. Die Kirche St. Johannes Baptist, die erste urkundlich erwähnte Kirche von 970 n. Chr., ist mehr als nur ein Gotteshaus – sie ist ein Monument deutscher Geschichte.
Durch die überschaubare Größe der Stadt hat man das Gefühl, mehr mit ihr verbunden zu sein. Man verliert sich nicht in der Masse von Beton und Autolärm. Hier kennt man sich noch, hier grüßt man sich noch. Solch eine Bodenständigkeit ist selten geworden in einer Welt, die immer schneller an uns vorbeirauscht.
Das alles kommt ohne die Aufregung, die anderswo oft herrscht, und das allein macht Leichlingen zu einem Geheimtipp für all jene, die keine Lust auf hektische Lifestyle-Debatten haben. Warum nicht mal einen Besuch in Betracht ziehen? Man könnte angenehm überrascht sein, wie wenig man verpasst, wenn man dem Konsumrausch den Rücken kehrt.