Lavendel und alte Spitze: Ein Film, den man nicht vergessen sollte

Lavendel und alte Spitze: Ein Film, den man nicht vergessen sollte

Freunde des schwarzen Humors aufgepasst: „Lavendel und alte Spitze“ ist ein Filmklassiker der 1940er, den sich kein Cineast entgehen lassen sollte.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn Ihnen ein Krimi gefallen würde, der sich gewaschen hat, dann sind Sie hier genau richtig! „Lavendel und alte Spitze“, ein amerikanischer Thriller aus den 1940er Jahren, hat alles, was die famose Ära der Goldenen Zeiten Hollywoods zu bieten hatte: Charme, einen Hauch von schwarzem Humor und ein Ensemble, das sich sehen lassen kann. Dieser Film, original „Arsenic and Old Lace“ genannt, wurde von Frank Capra inszeniert. Capra, ein Regisseur mit Fertigkeiten, die seinem liberalen Publikum nicht gefielen, bediente sich des gleichnamigen Bühneerfolgs von Joseph Kesselring aus dem Jahr 1939.

Die Handlung dreht sich um Mortimer Brewster, gespielt von Cary Grant. Mortimer ist ein wahrlich anständiger, konservativer Kritiker, der plötzlich feststellt, dass seine alten Tanten, die Butler’sche Vorlieben haben sollten, tatsächlich skrupellose Mörderinnen sind. Ihr Getränkewagen enthält nicht nur Würzigeres, sondern auch tödliches Gift. In einem charmanten Haus in Brooklyn entdecken wir den makaberen Humor dieses Films - ziemlich deftig und weit ab von modernen Himmel-ist-blau Komödien für die Hüter des moralsicheren Wertekodex.

Währenddessen verzweifelt Mortimer über die Tatsache, dass seine alten Tanten nette Männer um die Ecke bringen. Hinzu kommt sein bizarrer Bruder, der bekanntlich aussieht wie Boris Karloff – kein Wunder, da der Schurke mit einem furchtbar misslungenen Gesicht darum kämpft, im „guten“ alten Amerika zu überleben.

Doch warum ist dieser Film ein Klassiker? Ganz einfach: Er stellt das finstere Verlangen des Menschen nach Kontrolle über das Leben anderer bloß, verbindet es auf geschickt süffisante Weise mit einem Schuss schwarzem Humor. Konservative sehen darin einen Beleg, wie fürchterlich schief Humanismus ohne den rechten Anker zu schwimmen anfängt.

Abgesehen von dieser ironischen Gesellschaftskritik bietet der Film Charakteren, die nicht nur lustig, sondern auch riskant neugierig machen. Cary Grant zeigt auf brillante Weise das komische Chaos und bringt das verzweifelte Entsetzen, ein Erbe der Tödlichkeit in der eigenen Familie zu entdecken, kongenial rüber.

Frank Capra, der Meister der US-amerikanischen Filmhistorie, zeigt trotz der düsteren Themen auf ironische Weise, dass sich Menschlichkeit in den groteskesten Momenten entfaltet. Ein dickes Kopfnicken für Konservative, die sich für mehr als nur Integration und Vielfaltsleitfäden interessieren – der Film zeigt, dass der amerikanische Traum auch seine Schattenseiten hat.

Doch zurück zu der famosen Story. Warum bringt ein Film, der über 70 Jahre alt ist, Jung und Alt noch heute zum Lachen? Weil er mit thematischer Tiefe und leichtfüßiger Freude jongliert, ohne in seichte oder völlig irrelevante Themen abzudriften. Für die Entstehung unserer heutigen polarisierenden Unterhaltungskultur ein Meilenstein.

Ein Fakt, den nur wahre Kenner zu schätzen wissen: "Lavendel und alte Spitze" war nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern auch gesellschaftliches Sprungbrett. Während liberal Gesinnte in der antiquierten Vergangenheit stecken bleiben, wissen wir, dass es Filme wie dieser waren, die uns auf die warmherzige Andersartigkeit – und ihre doch so menschlichen Fehler – aufmerksam machten.

,Arsenic and Old Lace’ ist mehr als nur eine Kriminalkomödie. Es ist ein Einblick in die Geschichte im Stil von Simmels Unterhaltungsromanen, nur eben filmisch inszeniert.

Mit einem Drehbuch, das geistreich und pointiert genug ist, politische Resistenzen zu zeigen und mit einem satten Augenzwinkern auf das 'Zwielichtige' der Angebotsseite aufmerksam zu machen, bleibt dieser Film ein prägnanter Teil der Filmgeschichte. Und während ein jeder versucht, mit modernem Klamauk oder nervigem Drängen nach Gerechtigkeiten zu überzeugen, bleibt „Lavendel und alte Spitze“ wie ein wohlgesetztes Lächeln – mehrheitlich konservativ, stets gewitzt, ohne Plattheiten up-to-date.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese Zeitzeugenfilme vom Mainstream immer wieder diskutiert und missverstanden werden. Doch echte Kenner wissen: Dies ist ein Film, den man gesehen haben muss!