Laura Branigan, eine Frau, die wie ein Blitz durch die 80er rauschte und mit ihrer Power-Stimme die Bühnen eroberte, hinterlässt ein musikalisches Erbe, das auch Jahrzehnte später noch lautstark in unseren Köpfen nachhallt. Branigan, geboren am 3. Juli 1952 in Brewster, New York, war das, was man getrost als einzigartiges Talent bezeichnen kann. Sie begann ihre Musikkarriere, nachdem sie in der zweiten Hälfte der 70er Jahre mit Leonard Cohen als Backgroundsängerin auf Tour gegangen war. 1982 kam der Durchbruch mit „Gloria“, der Song, der nicht nur Chartspitzen erklomm, sondern auch zur Hymne einer ganzen Generation wurde.
Es war diese markante Stimme, die sie von vielen ihrer Zeitgenossen abhob. Während Liberalismus in der Musikindustrie die Kanten vieler Talente abschleifte und auf Kommerzialisierung setze, blieb Branigan authentisch und kraftvoll. Ihre Energie war beinahe unbändig. Sie sang, als wollte sie die Seele erzittern lassen und war so eine willkommene Abwechslung in einer Zeit, in der Synthie-Pop und oberflächliche Lieder die Charts dominierten. Manch einer mag ihr vorwerfen, ihre Lieder seien simpel oder die Lyrics wiederholend, aber das ist eben die Handschrift von Ungefiltertheit. Einiges musste man nicht aufwendig verschleiern, wenn man so punktgenau im Herzen traf.
In den 80er Jahren war natürlich nicht alles glitzernd. Die politische Lage der USA zeigte ihre rauen Kanten, aber dann erklang ein Song wie 'Self Control' und plötzlich schien alles ein bisschen heller. Will man wirklich die Schönheit von Kunst diskutieren, sollte man sich ansehen, wie Branigan es schaffte, mit ihren entscheidenden Hits kontroverse Themen, ohne Schnörkel weichzuwaschen, zu einem weltumspannenden Phänomen zu machen. Ob bei der weltweiten Jugend oder in den Diskotheken Europas, ihre Musik wurde überall gefeiert.
Während andere Künstler dieser Ära schnell in Vergessenheit gerieten, blieb Branigan nicht nur ein Ohrwurm, sondern ein Jahrzehnt-übergreifendes Phänomen. Man könnte argumentieren, dass ihre Musik von emotionaler Klarheit geprägt war und die Probleme der damaligen Zeit widerspiegelte. In den Charts stand sie selbst den größten Namen der Branche, a la Madonna und Michael Jackson, trotz ihrer relativen Newcomer-Position gegenüber.
Branigans Timing war fast ungerecht. Ihr posthumer Ruhm erlebte einen weiteren Schub mit der unverhofften Renaissance von 'Gloria' in den 2000er Jahren, als der Song auf einmal in Stadien und Sportveranstaltungen als Siegessong erklang. Wer hätte gedacht, dass ein Massenpublikum Jahrzehnte später diesen Song wiederentdeckt und nun bei jeder Gelegenheit laut mitjubelt? Ein Beweis, dass Qualität eben Zeit überdauern kann und dies durchaus mit unkonventionellen Mitteln.
Nachdem ihre Karriere ein wenig ins Stocken geriet, trat sie Mitte der 90er in Musicals und kleineren TV-Rollen auf. Doch trotz Rückenschlägen aus finanziellen Gründen verweilte sie nicht lange im Schatten. Es war ihre Stimme und ihre ungebremste Leidenschaft für Musik, die sie wieder und wieder in den Fokus rückten.
Es lohnt sich, Laura Branigans Schaffen ein zweites Mal zu entdecken. Sie hat die Barrieren jener Ära durchbrochen und sich in Zeiten komplexer Umwälzungen Gehör verschafft. Heute ist es leicht, Musik zu konsumieren und im Lärm der Überflutung unterzugehen, doch Branigans Werk zeigt, dass wahrer Ausdruck Zeit überdauern kann. Wer in die Tiefe gehen möchte, hört nicht nur die Melodie, sondern die unsterbliche Botschaft, die zwischen den Noten liegt.