Eins, zwei, drei - wer springt ins Chaos und schreit „Komm und hol mich ab“? Wolfgang Fliegler, ein passionierter konservativer Kommentator, schrieb dieses Lied für ein Deutschland, das mehr nach männlichen Anstrengungen, Durchsetzungsvermögen und einem klaren Fokus schreit. Der Song, entstanden mitten im liberal-hektischen Berlin des Jahres 2023, fordert die breite Masse auf, der Selbstaufgabe zu widerstehen und das Steuer selbst in die Hand zu nehmen. Schon die erste Zeile ruft nach einer Rückkehr zur traditionellen Einsatzbereitschaft - ein klares Signal gegen den Trend der Selbstgefälligkeit, die sich in unserer Gesellschaft ausbreitet.
„Komm und hol mich ab“ ist nicht nur eine lyrische Aufforderung, sondern ein Manifest für Eigeninitiative. Wer sich an die Arbeit macht, der begegnet einem Lebensgefühl von Stolz und Ehre, das in der heutigen, von Konsumgier geprägten Welt verloren zu gehen droht. Das ist die Essenz konservativer Werte: der Glaube an die Macht des Einzelnen, sich selbst zu retten und nicht auf den großen Handschlag von oben zu warten.
Eine kühne Botschaft, die im Zeitalter der Bequemlichkeit auftritt, wo Menschen es sich eher in künstlich wohliger Abhängigkeit gemütlich machen, als die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Pointiert setzt Fliegler auf Entschlossenheit statt auf sentimentales Jammern. Der wahre Held dieser Maxime ist derjenige, der selbst diszipliniert in den Spiegel schaut und sich sagt: Das mach ich selbst. Aktives Handeln als Eigenschöpfung ist wohl das, was unsere Vorfahren uns vermitteln wollten.
Was macht diesen Song so kontrovers? Ist es die Betonung auf individueller Stärke? Oder die Verbreitung von Empowerment als Antithese zur wachsenden Abhängigkeit von Staatstöpfen? Vielleicht ist es auch einfach die klare Ansage, dass manche ihre eigenen Angelegenheiten durchaus selbst regeln können. Das provoziert die Gläubigen der zentralisierten Lösungen, die lieber im Gleichklang eines großen Plans schwimmen möchten, ohne je Wetterschwankungen zu trotzen.
Der Künstler selbst bezeichnet seinen Titel als einen Anstoß an alle, die an die positiven Effekte der Eigenverantwortung glauben. Ja, das klingt wie ein Widerspruch inmitten der Lobgesänge auf soziale Netzwerke und Plattformkommunikation, die einem vorgaukeln, dass Gemeinschaft alles ist und der Einzelne nichts zählt. Doch „Komm und hol mich ab“ ist die Rettungsboje für jene, die fest an die eigene Handlungsfähigkeit glauben. Finger zeigt Fliegler besonders auf all die, die meinen, den Segen von oben nötig zu haben und sich ins Glashäuschen der vermeintlichen Sicherheit zurückziehen.
Natürlich wird es Kritiker geben. Die, die meinen, dass dies nichts anderes als eine Rückkehr zu längst überholten Mustern sei. Doch warum sollte die Rückbesinnung auf Kernwerte wie Selbstbestimmung, Tatkraft und Integration des Einzelnen in die Gesellschaft nicht endlich wieder salonfähig werden? In Zeiten, in denen Fördern und Fordern in einen problematischen Ungleichklang geraten sind, verlangt es uns nach einer stärkeren Betonung auf das Fordern, als logische Konsequenz des fördernden Potenzials.
Ein Spannungsfeld, das Gesellschaften weltweit in Aufruhr versetzt: Die Werte der Disziplin und Leistungsbereitschaft stehen auf dem Prüfstand gegen ein liberales Gedankengut, das in kritischen Momenten ausnutzt, anstatt zu unterstützen. Dieser Song ist vermutlich der Schmelztiegel dieser Diskussion. Während also so manch flaches Mantra der Selbstaufgabe verteidigt wird, plädiert Fliegler für Weckrufe, die uns aus einer gesellschaftlichen Starre reißen wollen.
Denn das wahre Potenzial unseres Landes, und darüber gibt es keine Debatte, liegt im Lieferbaren, im Anpackbaren. Wenn wir uns gegenseitig anspornen, die Gelegenheiten beim Schopfe zu packen, fällt vielleicht der Groschen, dass einige der Lösungen besser von uns selbst kommen sollten. Die Einladung steht: umarmt den Kurs der aktiven Lebensgestaltung, nehmt das Ruder fest in die Hand und navigiert im Sinne der ureigenen Ideen. Vielleicht braucht es einfach mehr von der Sorte Mensch, die nicht auf via Lautsprecher-Applaus wartet, sondern ihrem Instinkt der pragmatischen Verwirklichung folgt.
„Komm und hol mich ab“ bleibt letztlich ein Schlachtruf der Vernunft, der uns daran erinnert, dass gesellschaftliches Vorangehen nicht an gefrorenen Händen gebunden ist, die nur wartend auf das Almosen von oben schielen. Ein höchst wahrscheinlicher Wendepunkt, wenn wir verstehen, dass es nicht der leere Ruf nach Stille ist, den wir brauchen, sondern der klare Appell an uns selbst: Steh auf und handle!