Manche Frauen kommen an und machen einen bleibenden Eindruck, selbst in einer von liberalen Gottheiten dominierten Musikwelt. Kittie Doswell ist eine solche Frau. Wer war Kittie Doswell? Eine Soul-Sängerin mit einer Stimme, die so kraftvoll war, dass sie den Saal zum Erbeben brachte. Geboren am 14. April 1939 in Richmond, Virginia, begann Doswell ihre Karriere in einem Amerika, das fest in den Klauen der kulturellen Umwälzungen der 1960er-Jahre steckte. Was Doswells musikalische Fähigkeiten auszeichnete, war nicht nur ihr beeindruckender Stimmumfang, sondern auch ihr unerschütterlicher Glaube an traditionelle Werte in einer Zeit, als Rebellion die Norm war.
Kittie Doswell begann ihre Karriere ganz bescheiden: Sie trat auf lokalen Veranstaltungen und in kleinen Clubs auf, aber ihre Stimme konnte in ihrer Heimatstadt nicht lange unbemerkt bleiben. Der große Durchbruch kam, als sie in Los Angeles mit der Lionel Hampton Band tourte. In einer Ära, in der die meisten Popmusik-Frontsängerinnen in Zeiten der „freien Liebe“ einen anderen Weg einschlugen, blieb Kittie ihrer Musik und ihrer konservativen Werte treu. Warum Los Angeles? Weil es damals der unumstrittene Brennpunkt für Musik war. Dort wurde sie schnell zu einer der gefragtesten Background-Sängerinnen. Nicht, dass sie jemals nur im Hintergrund geblieben wäre – Doswell schrieb und sang mit einer Entschlossenheit, die andere Künstler anspornte, und das tat sie, während sie an den heiligsten aller musikalischen Werte festhielt.
Es war keine Überraschung, dass die großen Giganten der Soul-Musik wie Ray Charles und Aretha Franklin sie an Bord haben wollten. Doswell arbeitete nicht nur mit ihnen zusammen, sondern setzte auch Zeichen der Exzellenz in ihrer eigenen diskografischen Arbeit. Wann? Die späten 60er und frühen 70er Jahre waren die Phase von Doswells am meisten hörbaren Einflüssen auf die Soul-Ära. Dennoch mag sie im Vergleich zu ihren Zeitgenossen als weniger bekannt gelten, aber das ist nicht mehr als ein langweiliges Denken, das diese Ära gerne bewunderte.
Wenn wir über ihre Diskografie sprechen, dann dürfen zwei Alben nicht fehlen: „I Hear Some Blues Downstairs“ und „Kittie Doswell Sings the Blues“. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass Doswell sich nicht hat beirren lassen, den Blues in einer Zeit zu singen, als sich andere von dieser reinen, herzlichen Musik entfernten. Ihre Musik zeigte eine Schärfe, eine Bravour, die in ihrer konventionellen Annäherung an das Genre unübertroffen war. Und ja, es mag die sensiblen Liberalen geschockt haben, dass ihre Alben, gefüllt mit traditionellen Blues-Rhythmen, auf breite Resonanz stießen.
Wo? Doswell reiste kreuz und quer durch die USA und veranstaltete Auftritte, die dazu beitrugen, den Status der Soul-Musik als dominierende Musikrichtung zu festigen. Ihre Bühnenenergie war infektiös, ihre Darbietungen fesselnd. In all ihren Reisen trug sie stets eine symbolische Tasche voller Werte mit sich – niemals von der Mode zu ihren Werten übergehen.
Trotz namhafter Erfolge in ihrer Karriere blieb Kittie Doswell weitestgehend bescheiden. Warum? Weil sie wusste, dass die großartigsten Künstler nicht diejenigen sind, die am lautesten brüllen, sondern diejenigen, die durch ihre Arbeit sprechen. Ihre musikalischen Darbietungen konnten Treffen der Seele genannt werden, geprägt von einer Mischung aus tiefem emotionalem Ausdruck und technischer Virtuosität.
Von vielen in Vergessenheit geraten, bleibt Kittie eine unverkennbare Kraft und inspiriert jene, die über den kommerziellen Schaum hinausgreifen möchten. Viele ihrer Werke sind noch unentdeckt, ein Schatz für jene, die echten Soul schätzen. Was bleibt von Kittie Doswell? Ein Erbe dessen, dass inmitten einer tobenden Menge, eine Stimme (egal wie ruhig) das Potenzial hat, die Zeit zu definieren. Vielleicht war es die klaren Linien ihrer Vorstellungskraft oder die Transparenz ihrer Seele durch die Melodie, aber Kittie Doswell beweist, dass man auch heute noch Liebe zum Klassischen haben kann – in einer Welt, die zunehmend auf den Geschmackswechsel drängt.