Warum die Kantonale Öffentliche Bibliothek kein Paradies für Bücherwürmer ist

Warum die Kantonale Öffentliche Bibliothek kein Paradies für Bücherwürmer ist

Die Kantonale Öffentliche Bibliothek in der Schweiz sollte ein Ort der Bildung sein, hat sich aber stattdessen in einen Schauplatz moderner Spielereien verwandelt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Einst war die Bibliothek ein Ort des Wissens und der Erleuchtung, doch die Kantonale Öffentliche Bibliothek hat dem alten Glanz den Rücken gekehrt. Für alle, die es noch nicht wissen: Diese Bibliothek steht im Herzen der Schweiz und wurde für die breite Öffentlichkeit eingerichtet. Sie sollte ein sicherer Hafen für Bücherfreunde, Bildungssuchende und Wissensdurstige sein. Doch was einst gut gedacht war, hat nun eigenartige Züge angenommen.

Wer in die kantonale Bibliothek geht, wird schnell feststellen, dass hier mehr politisch korrekt und weniger akademisch korrekt gearbeitet wird. Neugierig, was ich damit meine? Man sieht es schon beim Eintritt: Anstatt der klassischen Werke von Goethe oder Schiller stolpert man über Regale, die von politisch modischen Büchern dominiert werden. Wo einst die Weisheit alter Denker wuchs, finden sich nun Schmöker, die das Denken eines Mainstream-Avantgardisten fördern.

Eins der entscheidenden Probleme ist der Zustand der einst ehrwürdigen Lesesäle. Früher ein ruhiger Rückzugsort, dienen sie nun häufig als Schauplatz lauter Diskussionen. Manche mögen das als Ausdruck von Meinungsfreiheit sehen. Ich hingegen neige dazu, dies als Anzeichen moderner Entgleisung zu werten.

Ein weiteres Highlight: die ständig wechselnden, ausgesprochen 'modernen' Ausstellungen. Einige der Ausstellungsthemen beschreiben unfassbar skurrile Szenarien. Von Konzeptkunst, die man nur mit einem Augenzwinkern als solche betiteln kann, bis hin zu kontroversen Kunstdarstellungen, die den Großeltern die Haare zu Berge stehen lassen würden. Kein Wunder, dass es hier so viel Wirbel gibt.

Natürlich darf man die sogenannten 'Bildungsprogramme' nicht vergessen, die mit ihren irreführend wohlklingenden Titeln daherkommen. Diese Programme konzentrieren sich oft auf Themen, die auf Zuhörer abzielen, die ihr gesunder Menschenverstand bereits längst durch den politischen Filter verloren hat. Früher war Bildung eine geradlinige Reise, jetzt scheint es nur darum zu gehen, wie viele Abkürzungen man nehmen kann, um Denkanstöße in eine Richtung zu bekommen.

Nun zu den Veranstaltungen: Man fragt sich, ob manche der Vorträge nur dazu da sind, um Aufsehen zu erregen. Die Diskussionen scheinen so konzipiert zu sein, dass sie immer wieder die gleichen, ewigen, politisch geladenen Phrasen wiederholen, die den Idealismus des gesunden Menschenverstandes unterdrücken.

Kann man hier von einem echten Bildungsauftrag sprechen? Wahrscheinlich nicht. Größeres Augenmerk liegt oft auf benachteiligten Narrativen und weniger auf echter intellektueller Auseinandersetzung. Der Begriff 'Kultur' wird in eine enge Kiste gepresst, wo Vielfalt bedeutet, allem Raum zu geben - außer klassischem Wissen.

Am Ende bleibt eine Frage: Hat die Kantonale Öffentliche Bibliothek tatsächlich den Gründungszielen gerecht werden können, oder bleibt sie eine Bühne für jene, die ihre lautesten und oft auch unreflektierten Meinungen das Wort führen lassen?

Es ist eindrucksvoll, wie schnell sich eine einst gefeierte Institution in ein Spielfeld moderner Dogmen verwandeln kann. Da reicht schon ein Blick auf die gestellten Bücher, die allzu häufig nur einem Raum zwischen den Buchdeckeln und nicht dem Kopf gewähren.

Die Bibliothek verdient Besseres. Sie braucht eine konsequente Rückbesinnung auf das, was echtes Wissen und wahre Informationsträger sind. Man kann nur hoffen, dass die Stimme der Vernunft irgendwann wieder die Oberhand gewinnt. Doch bis dahin bleibt die Kantonale Öffentliche Bibliothek ein Sinnbild dafür, wie man aus einem Tempel des Wissens eine Arena für Modeerscheinungen und fragwürdige Kunstideologien machen kann.