Wer glaubt, dass Integrität in den höchsten Kreisen der katholischen Kirche Mangelware ist, hat wohl noch nie von José Saraiva Martins gehört. Dieser Kardinal, geboren am 6. Januar 1932 in Portugal, hat es nicht nur geschafft, in der Hierarchie der Kirche emporzusteigen, sondern auch seine konservative Haltung in einer sich wandelnden Welt zu bewahren. Seit seiner Ernennung zum Kardinal durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 2001, handelt Martins stets danach, was für viele als unerschütterliches festhalten an traditionellen Werten empfunden wird.
José Saraiva Martins ist besonders für seine Rolle als Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse von 1998 bis 2008 bekannt. Diese Position machte ihn zum einflussreichen Wahrer des katholischen Erbes. Viele mögen sagen, dass das Festhalten an Traditionen überholt ist, doch Martins sieht hierin genau die Stärke des Glaubens. In einer Zeit, in der Modernisierung und Anpassung die gängigen Forderungen sind, bleibt er, ganz anders als die liberalen Zeitgeister, seinem Kurs treu.
Wenn es etwas gibt, das man über Kardinal Saraiva Martins nicht sagen kann, dann ist es, dass er ein Freund des Trends ist. Er ist ein Mann, der seinen Weg kennt und dabei bleibt. Er brachte viele Heiligsprechungen auf den Weg, immer mit einem hohen Maß an Hingabe und Vertrauen in das, was viele als das zeitlose Herz der Kirche sehen. In dieser Funktion hat er große Heilige wie Pater Pio und Mutter Teresa zu neuen Heiligen der Kirche ernannt, zu Zeiten, als die Forderungen nach Veränderung und Anpassung laut wurden.
Aber warum ist der Kardinal so beeindruckend? Vielleicht ist es seine Bildung, mit einer Promotion in Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Vielleicht ist es auch seine unerschütterliche Auffassung von Moral und Werten, die in diesen unsicheren Zeiten Halt bietet. Wer braucht schon Anpassung, wenn man richtig zu stehen weiß? Martins zeigt, dass Prinzipien nicht verhandelbar sind.
Sein Einfluss war auch politisch spürbar, wenn er für manche als Symbol des Widerstands gegen die Verschiebungen der Moderne erscheint. Saraiva Martins hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass Tradition der bessere Weg sei. Die Welt braucht keine weiteren Experimente, zu diesem Schluss kommt man, wenn man sich seine Äußerungen ansieht. Doch in unserer heutigen Welt ist das Beibehalten traditioneller Werte fast wie ein revolutionärer Akt.
Man könnte annehmen, dass seine Lebensreise ins Epizentrum der Kirche ihn zu einem langweiligen Bürokraten gemacht hat – weit gefehlt. Martins ist ein Beispiel dafür, wie kirchliche Berufe nicht nur frommes Predigen bedeuten, sondern auch taktisches Geschick und eine starke Hand, wenn es darum geht, die Strukturen der Kirche zu bewahren. Dasselbe System, das kritisiert wird, bringt immer wieder erstaunliche Persönlichkeiten hervor, eine dieser Ausnahmefiguren ist unzweifelhaft Saraiva Martins.
Während viele versuchen, die Kirche zu einer nachgiebigeren Institution zu machen, fährt Martins kursfest in die andere Richtung. Seine Jahre als Leiter der Seligsprechung sprengen jegliche Behauptung, die Kirche sei nicht mehr zeitgemäß. Martins ist im Gegenteil der Beweis, dass Tradierung das echte Zeugnis abgibt – gegen jede Form oberflächlicher Modernität.
José Saraiva Martins verkörpert also genau das, was eine Institution wie die Kirche braucht – eine klare Stimme der Vernunft in Zeiten einer lasziven Veränderungswelle. Wie er unafindet bleibt, obwohl die Welt mehr Flexibilität fragt, zeigt seine herausragende Stellung innerhalb der Kirche. Klarheit und Beständigkeit sind seine Talente, nicht Zickzackkurse, die für Verwirrung stiften.
Wenn ein Wort seine Karriere und seine Beiträge zusammenfassen könnte, dann wäre es wohl „Beständigkeit“. Auf eine Art, die den Lärm der modernen Welt übertönt, zeigt Kardinal Saraiva Martins, was Beständigkeit wirklich bedeutet – nämlich die Herrlichkeit, festzuhalten an dem, was wahrhaftig und richtig ist. Martins hinterlässt eine starke Botschaft: Die Kirche braucht keinen Neuanfang, nur eine Vertiefung der bestehenden Werte.