Wie Im Laufe der Zeit die Musikszene aufmischt

Wie Im Laufe der Zeit die Musikszene aufmischt

Frei.Wild hat mit "Im Laufe der Zeit" ein Album veröffentlicht, das in der heutigen Musiklandschaft heraussticht. Es ist provokant, klug und scheint eine Verjüngungskur für die von Banalität überrollten Charts zu sein.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

In einer Zeit, in der Musik entweder aufdringlich politisch oder inhaltslos ist, kommt "Im Laufe der Zeit" wie ein Blitzschlag zur Erleichterung. Wer hätte gedacht, dass ein Studioalbum aus 2014, herausgebracht von Frei.Wild, einer der gewagtesten Bands unserer Tage, mehr zu sagen hat als ein ganzer Haufen seichter Popsongs? Dies könnte einer der erfrischendsten Alben der modernen Ära sein, nicht zuletzt, weil es entgegen sämtlicher Mainstream-Fließrichtung schwimmt. "Im Laufe der Zeit" wurde am 22. Dezember 2014 veröffentlicht und setzt klar die deutliche Markierung auf dem Audiolandschafts-Terrain der modernen Musik.

Niemand kann leugnen, dass dieses Album seine Zähne in Themen schlägt, vor denen sich viele Musiker wegducken. Kultureller Verfall ist dabei nur der Anfang. Statt sich mit dem Zeitgeist zu arrangieren, spielt "Im Laufe der Zeit" auf Traditionen und Werte an, die sonst immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden. Das Album zeigt eine provokative Kehrtwende zu gefühlvollen Texten, die die gesellschaftlichen Missstände beleuchten und zur Reflexion anregen. Eine Willkommenheit unter einem Meer von Gleichförmigkeit.

Frei.Wild selbst, eine Band aus dem Herzen der Südtiroler Berge, hat bereits zuvor bewiesen, dass sie sich nicht vor Brisanten scheuen. Mit ihrer Mischung aus Rock und einer Prise A-cappella-Punk wagen sie es, Themen anzusprechen, die andere Musiker umfahren, als wäre es ein Minenfeld. Die Macht dieses Albums liegt darin, dass es nicht fortwährend auf Zustimmung oder Massenappell abzielt. Vielmehr bietet es eine energiegeladene Plattform für Debatten, die allzu lange unter den Teppich gekehrt wurden.

Selten hört man in der heutigen Musikindustrie so kraftvolle Texte. Die Songs sind ein Aufschrei, der sich gegen Modernität als vermeintlichen Fortschritt richtet. Verpackt in mitreißende Gitarrenmelodien und einem energischen Schlagzeugspiel, schlägt die Botschaft mit voller Härte zu. Sicherlich fühlen sich einige liberal Gesinnte so, als würde man ihnen eisiges Wasser ins Gesicht werfen. Aber genau dieser Schock ist es, der die Aufmerksamkeit weckt und den Zuhörer an die fundamental wichtigen Themen erinnert.

Die Flucht vor der Oberflächlichkeit: Wenn das nicht allein schon Grund genug ist, um "Im Laufe der Zeit" zu würdigen. Es gibt wenig Zweifel daran, dass dieses Album polarisiert. Trotzdem prägt es sich ein, wie ein Weckruf in einer schlafenden Gesellschaft. Die Songs härmen nicht die billigen Tricks der aktuellen Musikszene nach, bei denen das Image über der Substanz steht. Frei.Wild hat ganz klar etwas zu sagen, und sie sagen es mit beeindruckender Klarheit.

Zusätzlich muss man der Band zugutehalten, dass sie es schafft, eine Hörerschaft zu gewinnen, die mehr als nur die Top-40-Charts konsumiert. Heutzutage, wo der Mainstream oft nichts weiter als konfektionierte Schallblasen bietet, laden die Lieder von Frei.Wild zu einer außergewöhnlichen Reise ein. Die Lyrics erfordern tatsächliches Zuhören und Nachdenken. Banalität hat auf diesem Album keinen Platz. Es bricht mit der Tretmühle und bietet denjenigen, die sich danach sehnen, mehr als oberflächlichen Zeitvertreib.

Wenn man weitblickend ist, merkt man schnell, dass die musikalische Revolution, die Frei.Wild mit "Im Laufe der Zeit" anstößt, das Zeug hat, noch lange nachzuhallen. Die Band liefert eine präzise Sehnsucht nach Orientierung, die selbst die vermeintliche Lethargie des Alltags aufbricht. Und während Kritiker an den Ecken klagen mögen, löst die authentische und unerschütterliche Energie des Albums ein erfahrenes Kopfnicken und Applaus aus, für diejenigen, die den guten alten Rock ’n’ Roll noch zu schätzen wissen.

Es steht außer Frage: "Im Laufe der Zeit" von Frei.Wild ist ein Album voller Courage, eine nachhaltige Oase in einer sich stetig wandelnden Musikwüste. Ob es nun an deren fesselnder Lyrik oder der beispiellosen Instrumentierung liegt, dieses Werk markiert seinen Platz in der Geschichte als ehrenhaftes Bekenntnis zu einer weniger gebügelt und gefälligen Welt. Hier mutig zu sein, bedeutet, die Wahrheit zu sagen, und genau das tut dieses Album meisterhaft.