Hüpfekästchen: Ein Film, der den kulturellen Niedergang belegt

Hüpfekästchen: Ein Film, der den kulturellen Niedergang belegt

Fesselnd wie ein schlecht geplanter Urlaub und ebenso aufrüttelnd wie das Geräusch eines wütenden Schülers, der gegen die Klassenzimmerwand schlägt, so präsentiert sich der Film "Hüpfekästchen" – ein ironischer Spiegel des Zeitgeists.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Fesselnd wie ein schlecht geplanter Urlaub und ebenso aufrüttelnd wie das Geräusch eines wütenden Schülers, der gegen die Klassenzimmerwand schlägt, so präsentiert sich der Film "Hüpfekästchen". Gedreht 2020 in dem malerisch anmutenden, aber oft übersehenen Teil Frankreichs, erzählt dieser Film von der turbulenten Reise einer Gruppe von Teenagern. Diese Story mochten die linken Medien: Jugendliche, die mit minimalem Aufwand ein Maximum an Empörung erreichen. Die Regisseurin Abbey Smith, bekannt für ihre provokanten Werke, wagt es, mit "Hüpfekästchen" eine naive Verspieltheit zu präsentieren, die die Zuschauer mit einem schalen Nachgeschmack zurücklässt.

"Hüpfekästchen" ist in der Tat ein ergreifender Versuch, die Sorgen und Gedanken der heranwachsenden Bürger von morgen zu portraitieren. Die zentrale Frage: Warum in die Schule gehen, wenn es TikTok gibt, um uns alles zu lehren? Die eigentliche Handlung des Films nimmt uns mit auf eine Reise durch die vermeintlich unvergänglichen sozialen Strukturen, die in der modernen liberalen Gesellschaft mehr bröckeln als der Gips an den Wänden meiner ersten Wohnung.

Beginnen wir mit den Darstellern: Alle jugendlich, alle von Neugierde beseelt und, selbstverständlich, einer nicht enden wollenden Leidenschaft für Selbstfindung und Verantwortungslosigkeit. Ihr Hauptziel? Nicht etwa die Schule abzuschließen oder solide Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Vielmehr scheint der authentische Nervenkitzel darin zu bestehen, aus Stapeln von mathematischen Problemen Kunstprojekte zu gestalten, die mit Bleistiftnotizen versehen werden – wunderbar für Instagram, aber weniger beeindruckend im Lebenslauf.

Die Charaktere widmen sich den typischen Dramen: zerbrochene Freundschaften, unverstandene Eltern und das herrlich unvermeidbare Chaos der Liebe. Doch ist nicht die Verwirrung dieser zumeist "liberal denkenden" Jugendlichen das wahre Drama? Statt Problemlösungsstrategien scheinen sie sich vielmehr dem bunten Mosaik aus Protest gegen traditionelle Werte zu verschreiben, das jedoch ungewollt dem seichten Eintauchen in den selbsternannten "Erwachsenen"-Status Vorschub leistet.

Vermutlich glaubte die Regisseurin, damit eine winzige Revolution angezettelt zu haben. Tatsächlich ist es mehr ein weiterer Meilenstein der kulturellen Regression als ein wahres Fortschrittswerk. Selbst der Filmtitel "Hüpfekästchen" symbolisiert eine simplistische Weltsicht, in der es genügt, von einem Quadrat zum nächsten zu springen, ohne sich um den größeren Kontext zu scheren – die perfekte Metapher der heutigen Jugend.

Der Film zeigt meisterhaft, wie das Prinzip "Leben und leben lassen" zur reinen Farce wird. Zum Beispiel gibt es jene Szene, in der die jungen Protagonisten über die Sinnhaftigkeit der Schule philosophieren, als wären sie die ersten Denker ihres Alters. Es ist ein Hoch auf den geistigen Hochmut, der die leichte Lösung – das Schuleschwänzen – in den öffentlichen Diskurs bringt.

Dabei gibt es durchaus Momente im Film, die zum Nachdenken anregen könnten. Angedeutet werden Fragen wie "Was macht uns eigentlich glücklich?" – aber die Antworten bleiben so brüchig und wenig überzeugend, als wäre es ein Projekt fürs erste Semester eines liberalen Geisteswissenschaften-Studiums. Ein Mangel an Tiefgang und ein Übermaß an Oberflächlichkeit verdeutlichen den derzeitigen Zustand unserer Unterhaltungsindustrie.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass "Hüpfekästchen" eher eine Selbstbeweihräucherung der Pseudotiefgründigkeit ist als ein wertvoller Beitrag zur Filmkunst. Könnte er in zwei Generationen als Klassiker gelten? Nur wenn wir es wirklich möchten, dass unsere Erben den Punkt erreichen, an dem sie Hüpfekästchen unironisch als Spiegelbild ihrer Lebensentscheidungen ansehen.

Vielleicht ist meine Interpretation zu skeptisch und nicht "progressiv" genug. Dennoch zeigt der Film klar auf, dass das Prädikat "genial" zu oft an Werke vergeben wird, die im besten Fall als mittelmäßig gelten sollten. "Hüpfekästchen" bietet viel, aber weder Weisheit noch echten Fortschritt. Ein Kunstwerk zur Belustigung quasi, aber nicht als kultureller Meilenstein.

Ist es ein Muss, dieses Meisterwerk unseres kulturellen Niedergangs zu sehen? Vielleicht, wenn man in der folgenden virtuellen Debatte über den Zustand der heutigen Jugend mitreden möchte. Andernfalls: Es gibt bessere Filme und Wege, seine Zeit zu verbringen.