Der "Herd: Denkmal für die Versklavten" ist das neueste Kapitel im endlosen Drama der Schuldartikulation, das von progressiven Köpfen weltweit inszeniert wird. Dieses aufgeblasene Monument, das uns vor kurzem in der Mitte Berlins präsentiert wurde, fungiert als ambitioniertes Mahnmal, das an die Leiden derjenigen erinnern soll, die im Sklavenhandel des 18. und 19. Jahrhunderts ausgebeutet wurden. Diese Installation steht gänzlich in der Signaturstraße der historischen Hauptstadt, eine Stadt, die ohnehin schon von ihren dunklen Kapiteln zu strotzen scheint. Mit der Eröffnung im April 2023 wollen die Initiatoren – die mit Stolz ihre aufrichtige Hingabe zur Vergangenheitsbewältigung zur Schau stellen – der Welt erneut zeigen, welche irritierend einseitige Bereinigung der Geschichte sie sich auf die Fahnen geschrieben haben.
Schuld und Sühne mal anders: Nun, zur Überraschung aller, die in der Vergangenheit schon die Nase voll hatten von der ewigen jihaji bhai Beharren auf Schuldgefühlen, wird hier versucht, die Verblüfften auf den Vorschlag einzustimmen, stetig an den ererbten Fehlern ihrer Vorfahren zu leiden. Warum? Angeblich damit wir daraus lernen. Doch welche Lehren ziehen wir wirklich daraus? Vielleicht, dass ewige Reue heutiger Generationen für die verfehlten Taten vergangener Generationen kein echter Fortschritt bedeutet.
Ein flaches Narrativ: Was wirklich erstaunlich ist – und sagen wir es frei heraus: eigentlich überhaupt nicht – ist die einseitige Storyline, die gefühlt mehr einer Vereinfachung als einer Auseinandersetzung gleicht. Die komplexen Zusammenhänge und die wechselseitigen Verstrickungen ganzer Regionen und Völker werden unaufhörlich übersehen – der reine Schwarz-Weiß-Führer hat den Raum vollends eingenommen.
Kultur der endlosen Bußfertigkeit: Stets präsentieren uns die hinter der Installation stehenden Hinterköpfe einen Weg zur ewigen Selbstgeißelung als höchsten Ausdruck der Verantwortung. Wir könnten uns fragen: Wie lange wird es dauern, bis jeder Busfahrer, jeder Lehrer, jeder Staatsbürger seine eigene kleine Gedenkeinlage zu den Missständen von vor Jahrhunderten in seinem Vorgarten aufführt? In dieser Art der kulturellen Bußfertigkeit liegt kaum ein echtes Verständnis für Geschichte.
Die Stadt der Statuen: Berlin ist schon voller Denkmäler – und das aus gutem Grund. Warum also diesen kolossalen Komplex hinzufügen? Es scheint fast, als ob die Veranstalter uns allen sagen wollen, dass das kollektive schlechte Gewissen dieser Nation immer noch nicht genügend erfasst wurde. Eine weitere Statue wird es zeigen!
Der geringe Bildungswert: Was bewirkt ein solches Mahnmal? Ist es eine Geschichtsstunde? Kann ein simplifiziertes Symbol, das in Stein gehauen ist, wirklich lehren, informieren oder gar leiten? Der Erkenntnisgewinn bleibt bestenfalls marginal.
Wirtschaftsfaktor Denkmal: Ein ironischer Punkt, den keiner zugeben wird, ist der wirtschaftliche Faktor. All die umstehenden Souvenirshops und Touristenguides dürften sich über ein neues Highlight freuen. Es gibt also zumindest Gewinner, oder?
Eine andauernde Spaltung: Während die Intention wohl am Anfang gut gemeint war, spaltet ein solches Denkmal erneut die Gemeinschaft und lässt diverse Stimmen außen vor. Wir haben schon genug geteilte Meinungen gehabt.
Ein absurdes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Die Diskussion darüber, ob es günstiger ist, Gelder in zukunftsorientierte Projekte zu investieren, wurde bereits breitgetreten. Was ließe sich nicht alles Positives schaffen?
Moral vs. Realität: Nur zu gerne suhlen sich die Organisatoren derartige Projekte in der aufgesetzten Moralität, während sie den Blick für die Realität verlieren. Den erhobenen Zeigefinger gibt es gratis dazu.
Die Erschaffung falscher Ikonen: Und um es auf die Spitze zu treiben, schafft das Denkmal eine nahezu religiöse Ikonographie aus den Opfern, was eine seltsame Mischung aus Ehrfurcht und Ausbeutung widerspiegelt. Und so bleibt der "Herd" als Mahnmal der Versklavten weniger dem Gedenken und Lernen, sondern vor allem der zeitgeistlichen Besessenheit gewidmet, sich von der illusorischen Schande zu reinigen.