Herbert Foerstel: Wächter der Wahrheit in einer chaotischen Welt

Herbert Foerstel: Wächter der Wahrheit in einer chaotischen Welt

Herbert Foerstel, ein unbeirrbarer Verfechter der Redefreiheit, kämpfte in Amerika gegen Zensur, dessen Werk heute noch relevant ist. Er hielt das Wissen frei und lehrte uns, den demokratischen Wert offener Meinungen zu schätzen.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Herbert Foerstel mag vielleicht kein Hollywood-Star sein, aber er spielte eine wesentliche Rolle als Wächter der Redefreiheit und als scharfer Kritiker der immer zensierenden modernen Kultur. Er war ein Bibliothekar und Autor, der sich mit Herz und Seele dem Kampf gegen Zensur in den Vereinigten Staaten widmete. Ab den 1990er Jahren sorgte er dafür, dass wichtige Schriften nicht nur bewahrt, sondern auch zugänglich gemacht wurden, weil er die Macht der freien Meinungsäußerung kannte und verteidigte. Für ihn war das bewehrte Wissen in den Bibliotheken Amerikas nicht nur eine Berufung, sondern eine Pflicht.

Herbert Foerstel war Direktor für Bibliotheksdienstleistungen an der University of Maryland, wo er aus erster Hand miterlebte, wie politische Korrektheit oft um jeden Preis durchgesetzt wurde. Er wurde Zeuge, wie die Forderungen nach Zensur wuchsen und das Streben nach einer vermeintlich 'sicheren' Umgebung regelmäßig die Freiheit der Gedanken und Meinungen überrolten. Man könnte sagen, Foerstel war der Gandalf unter den Bibliothekaren, der selbst den härtesten Versuchungen der Zensur Einhalt gebot. Seine Bücher wie 'Banned in the USA' untersuchen, wie viele geradezu klaglos bereit sind, Bücher zu verbrennen, die nicht ins Bild der Massen passen.

Der Ruf nach Zensur ist für viele verlockend, doch Foerstel zeigte immer wieder eindrucksvoll auf, weshalb der freie Zugang zu Informationen von höchster Bedeutung für eine demokratische Gesellschaft ist. In einer Welt, in der ideologischer Gruppenzwang und Zensur eine immer größere Rolle spielen, brauchen wir Menschen wie ihn dringend. Die ironische Scheinheiligkeit einiger Gruppen wurde von ihm entlarvt – eine unerfreuliche Wahrheit, die jene reizen könnte, die sich gerne liberal nennen.

Dank Foerstel und seiner Publikationen verstehen wir besser, wie Bücher zu Sündenböcken gemacht werden, um gesellschaftliche Probleme zu lösen, anstatt sich diesen direkt zu stellen. Man könnte meinen, er hätte wie Indiana Jones mit dem Peitschenknall die Wahrheiten in der dunklen Höhle unserer modernen, überkritischen Kultur gereinigt. Die Bücherverbrennung zum Beispiel ist zwar keine echte Flamme, aber symbolisch geht in den Köpfen vieler dasselbe vor sich.

Sein Einfluss ging über den bloßen Bibliotheksdienst hinaus. Er engagierte sich auch in vielen Organisationen, die sich der Wahrung der Pressestimmung und Medienfreiheit verschrieben haben. Bücher zensieren, sagt Foerstel in seinem Werk, sei keine Möglichkeit, vor neuem Denken zu fliehen, sondern zeige die unglaubliche Macht der veröffentlichten Worte. Man spricht oft darüber, „verschlimmerte Lagerfeuer“ zugunsten einfacher Geschichten zu schaffen; Foerstel entbrannte lieber Diskussionen, anstatt sie zu löschen.

Es war nicht nur seine Art zu denken, sondern auch seine Fähigkeit, komplexe Ideen zugänglich zu machen, die ihn zu einer einflussreichen Figur im Kampf gegen Zensur machten. Wie er zu sagen pflegte: „Wenn du nicht unterstützen kannst, dass jemand anderes offen sagt, was du nicht hören willst, dann verstehst du die wahre Freiheit nicht!“

Wäre Herbert Foerstel heute noch am Leben, würde er wohl erstaunt und unermüdlich die grassierenden Versuche ehemaliger Freigeister beobachten, selbst einfache, harmlose Meinungsäußerungen zu zensieren. Die Ironie ist greifbar. Denn alles, was man tun muss, um aus Foerstels Lebenswerk zu lernen, ist, ein Buch zu öffnen oder eines seiner vielen Essays über Redefreiheit und Zensur zu lesen.

Sein Vermächtnis lehrt, dass gefährliche Gedanken nicht eingemauert, sondern auf den Tisch der offenen Argumentation gelegt werden sollten. Sein Leben ist ein leuchtendes Beispiel dafür, sich unbeirrt und standhaft für fundamentale Freiheiten einzusetzen, die der Kern jeder echten Demokratie sind. Wenn man auf der Suche nach einer modernen Stimme der Vernunft ist, sollte man nicht weiter suchen als bei Herbert Foerstel.