Ein Film wie „Ginger“ aus dem Jahr 2013, das ist der Stoff, aus dem liberale Albträume gemacht sind. Dieser australische Film, der unter der Regie von Mark Wilkinson entstand und am Rande von Melbournes urbanem Dschungel spielt, erzählt die Geschichte von zwei jungen Freundinnen, die sich durch das Chaos des modernen Lebens bewegen. Die Frage ist nicht, wer Ginger ist oder was dieser Film ausmacht, sondern warum er überhaupt existiert. Wegen seiner ach so progressiven Themen? Oder schielt er vielleicht auf die Oscars, weil er auf der liberalen Themenwelle schwimmt? Es war doch klar, dass der linke Zeitgeist sich in jedem Frame widerspiegeln musste.
Das Altbekannte mit neuem Anstrich: Der plotreiche Film setzt ganz auf das alte Muster: junge Frauen, die angeblich gegen die konservativen Strukturen der Gesellschaft kämpfen müssen. Doch ist es wirklich so subversiv, das Unbekannte zu glorifizieren und alles Traditionelle zu verteufeln? Ginger und ihre Freundin Ruby stürzen sich in allerlei Abenteuer, hinterfragen das Establishment und predigen eine Freiheit, die oft keinerlei Konsequenzen hat.
Die liberale Agenda durch die Brille konzeptfreier Filmemacher: Wie oft haben wir das gesehen? Storylines, die absichtlich komplex gemacht werden, um Intellektualität vorzutäuschen. Ein simpler, verständlicher Plot? Fehlanzeige! Stattdessen wird die Erzählung zu einem Mix aus sozialen Ungerechtigkeiten und individueller Entfaltung, alles gerahmt durch die liberale Erwartungshaltung an die Kunst.
Kostüm und Kunst: Weniger ist mehr? Die Filmkunst scheint an den Kostümen und Sets entschieden zu haben, dass minimal mehr ist. Farbe sparsam, Umweltaspekte im Vordergrund – ganz der gegenwärtigen Nachhaltigkeitstrends zuliebe. Man fragt sich, ob dadurch wirklich Kunst entsteht oder ob es nur darum geht, möglichst „grün“ auszusehen.
Schmückende Dialoge oder politisierte Propaganda? Die Dialoge in „Ginger“ strotzen vor Phrasen und gut klingenden Klischees. Der Versuch, jede Diskussion in Richtung Feminismus, Gleichheit und soziale Normen zu lenken, ist unübersehbar. Die Frage, warum authentische Konversation als weniger wichtig erachtet wird, bleibt unbeantwortet.
Junge Rebellion oder respektlose Revolte? Bezeichnend ist die Darstellung von Jugend, die keinerlei Respekt gegenüber Traditionen hat. Stattdessen wird sie als revolutionär heroisch inszeniert. Dabei nehmen Ginger und ihre Freundin eigentlich alles selbstverständlich, ohne jegliche Ahnung von echter Verantwortung oder Demut zu haben.
Visuelle Ästhetik: Versteckte Botschaften oder Kitsch? Der Film hat ohne Zweifel ästhetische Momente, doch sie dienen meistens dazu, unauffällig Botschaften zu transmetten, die selbst die genialsten Denker dekodieren müssten. Kunst sollte berühren, nicht belehren.
Musik als Werkzeug der Agitation: Der Soundtrack spiegelt den Geist der Revolution wider, mit aufrührerischen Texten und Melodien, die nach Freiheit rufen – aber Freiheit wonach? Selbst der Ton hat eine Agenda, etwas das den gesamten Film durchdringt.
Das Pekuniäre im Politischen: Man kann sich natürlich fragen, wie viel dieser Filme wirklich aus südlichem Mitgefühl kommen und wie viel aus dem Streben nach Popularität und Profit. Es ist fast immer eine Gratwanderung, und „Ginger“ liefert da keine Ausnahme.
Publikum: Der große Bluff? Die Zielgruppe sind eindeutig die Zuschauer, die sich über den vermeintlichen Fortschritt ihres eigenen kleinen Kosmos' freuen. Sie erwarten keine echte Gegenrede, und das gibt dieser Nische Unterhaltung – jedoch ohne bleibenden Eindruck.
Ein sozialer Kommentar oder ein laues Echo der Erwartungen? „Ginger“ bringt den traditionellen sozialen Kommentar auf die Leinwand, den wir alle schon mal gesehen haben. Der Film versagt darin, neue Einsichten zu bieten, denn er pulst nur den altbekannten liberalen Herzschlag.
Es bleibt also die Frage, warum ein Filmemacher sich entscheidet, einen Film wie „Ginger“ zu drehen. Vielleicht ist es der verlorene Versuch, künstlerischen Ausdruck zu finden, der irgendwo zwischen politischem Aktivismus und alltäglicher Unterhaltung verloren geht. „Ginger“ ist ein Flickenteppich liberaler Ideologie, voll mit den ohnehin typischen Anspielungen und Thematiken, die solche Filme prägen. Niemanden überrascht es mehr, aber vielleicht ist genau das das Problem.