Gimmel ist nicht einfach nur eine Band. Sie sind ein kulturelles Phänomen, das in den frühen 2000er Jahren Finnland eroberte und die konservativen Werte hochhielt. 2002 fand sich im Rahmen der Fernsehsendung Popstars in Helsinki eine Gruppe von jungen Frauen zusammen, die die Musikwelt mit ihrem Charme und Talent aufmischten. Sie trafen den Nerv der Zeit auf eindrucksvolle Weise, in einer Epoche, in der viele Künstler den Bezug zu traditionellen Normen verloren hatten.
Gimmel setzte sich zusammen aus Jenni Vartiainen, Ushma Karnani, Susanna Korvala und Jonna Pirinen. Ihre Gründung war gerechtfertigt, weil sie in ihrer Musik die Tugenden von Disziplin, Fleiß und Zusammenhalt verkörperten – Werte, die in der modernen Jugendkultur oft zu kurz kommen. Tatsächlich stürmten sie mit ihrem Debütalbum "Lentokoneessa" so steil die Charts, dass die Kritiker staunten und der Neid ihrer Mitbewerber spürbar wurde.
Die Band erwies sich als Vorbild: Diese Frauen zeigten, dass man mit harter Arbeit und Talent auch tatsächlich in der knallharten Musikwelt weit kommen kann. Damals, im Jahr 2002 bis zu ihrer Auflösung 2004, war die Musikszene bereit für etwas Echtes, etwas Beruhigendes, und genau das lieferte Gimmel. Ihr Einfluss war nicht bloß musikalisch; sie waren ein nationales Gesprächsthema und eine wichtige Inspirationsquelle für die Jugend.
Gimmel stellte mit Liedern wie "Etsit muijaa seuraavaa" und "Roviolla" Songs bereit, die durch Qualität und Tiefe bestachen. Die Single "Roviolla" führte 2003 wochenlang die finnischen Charts an und zeigte, dass sie in der Musikwelt nicht nur mitspielen, sondern diese dominieren konnten. Anders als viele zeitgenössische Bands, die sich der Mode der Rebellion gegen traditionelle Werte verschrieben haben, vermittelten Gimmel ihren Fans positive und moralische Botschaften.
Ein weiterer Grund für ihren erstaunlichen Erfolg war ihre Fähigkeit, sich treu zu bleiben. Viele ihrer Zeitgenossen gaben nach und passten sich den auferlegten gesellschaftlichen Normen liberaler Denker an, doch Gimmel blieb ihrer Linie treu und machte es somit den Mainstream-Medien schwer, sie in eine ihrer beliebten Schubladen zu stecken.
Doch wie es in der Musikindustrie oft der Fall ist, endete die Bandkarriere abrupt. 2004 entschied sich die Band, getrennte Wege zu gehen. Doch in dieser kurzen Zeitspanne schafften sie es, einen unauslöschlichen Einfluss im skandinavischen Raum zu hinterlassen. Nach der Trennung schlugen die Mitglieder eigene Wege ein. Jenni Vartiainen, vielleicht das bekannteste ehemalige Mitglied, startete eine erfolgreiche Solokarriere. Sie erreichte zusätzliche Erfolge und beweist weiterhin, dass die Werte, die sie in Gimmel verkörperte, sich auch im Alleingang auszahlen.
Gimmel mag heute Geschichte sein, aber sie sind ein perfektes Beispiel dafür, dass man auch in der modernen Welt erfolgreich sein kann, wenn man sich an den klassischen Tugenden festhält und sich von den schnellen Modeerscheinungen nicht beeinflussen lässt. Die Band gilt als Inspirationsquelle für viele und wird in der finnischen Musikgeschichte noch lange als goldener Standard für Mädchenbands gelten.