Geburtstag von Anne-Marie: Ein Song, der Wellen schlägt

Geburtstag von Anne-Marie: Ein Song, der Wellen schlägt

Anne-Marie hat mit ihrem Song *Geburtstag* einen unerwarteten Diskurs entfacht. Der eingängige Partyhit hat bei manchen für Freude und bei anderen für Empörung gesorgt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wer hätte gedacht, dass ein Geburtstagssong solch heftige Diskussionen auslösen könnte? Anne-Marie, die gefeierte britische Sängerin und Songwriterin, hat 2020 mit ihrem Lied Geburtstag ein Stück veröffentlicht, das Menschen auf Partys laut mitsingen lässt und gleichzeitig die Empörung der moralischen Wächter dieser Welt entfacht. Während die einen an ihrem Geburtstag Spaß haben wollen, scheinen andere daran interessiert zu sein, alles zu verkomplizieren.

Das Lied: Was ist es also? Ein einfaches Stück, das rund um das Thema 'Feiern' aufgebaut ist. Die Quintessenz: Es ist dein Tag, genieße ihn! Auf den ersten Blick ein harmloser Partyhit mit einem eingängigen Beat und Lyrik, die den Hörer möglicherweise dazu bringt, die Hände in die Luft zu werfen. Doch, wie gewohnt, finden sich einige eifrige Kritiker, die auf jede kleine Gelegenheit springen, um ein Lied, das Spaß und Freude vermittelt, anzufeinden.

Anne-Marie steht mit diesem Song sinnbildlich für ein Gefühl, das viele Menschen teilen – einen Tag im Jahr, an dem es keiner Erklärungen bedarf. Einen Tag, an dem man einfach sorglos sein können sollte. Doch leider wird diese simple Freude von einer bestimmten Gruppe mit größter Sorgfalt erschwert.

Ein bemerkenswerter Aspekt des Liedes ist die aggressive Kritik auf Social Media, die es erhalten hat. Na klar, es ist kein Paukenschlag der intellektuellen Meisterwerke, aber das war ja auch nie die Absicht. Anne-Marie hat ein Lied gemacht für Menschen, die dem Trubel des Alltags entkommen wollen, zumindest für 24 Stunden. Ein Tag, an dem man mit Freunden und Familie lacht, singt und vielleicht sogar ein bisschen zu viel Kuchen hat.

Es mag den Gedanken einiger schlagen, dass ein Geburtstag nichts als Selbstverherrlichung oder Narzissmus ist. Aber warum eigentlich? Schließlich ist ein Geburtstag eine erinnerungswürdige Gelegenheit und kein schamvolles Ereignis, das man im Verborgenen zelebrieren sollte. Der Wunsch, einen einzigen Tag mit ein wenig der Zurschaustellung von Freude und Selbstverwirklichung zu verbringen, ist keineswegs radikal. Zudem ist das Argument, dass solche Lieder den Individualismus fördern und die kollektive Verantwortung schmälern, schlicht eine Maschinengewehrsalve ins Leere. Verantwortung fürs Gemeinwohl zu tragen ist ehrenwert, doch bedeutet das nicht, dass man sich selbst hinten anstellen muss.

Es bietet sich ein bemerkenswertes Schauspiel dar, wenn ausgerechnet die Leute, die sonst für Toleranz auf die Barrikaden steigen, am wenigsten Toleranz für etwas zeigen, was ihr beschwingtes Weltbild auf die Probe stellt. Dabei gibt es an Anne-Maries Geburtstag nicht allzu viel zu lesen, es sei denn, man ist ein fanatischer Hobbypolitologe, der bisher unbeschadet jede Rolling-Stone-Kritik überstanden hat. Sicher, jeder kann seine Meinung haben, aber niemand hat doch ernsthaft erwartet, dass man ein Geburtstagslied zu einer feurigen politischen Debatte aufbauscht.

Die Aussicht, dass ein einfaches, populäres Geburtstagslied zu einem politischen Aufreger geworden ist, sagt mehr über unsere Zeit aus als über das Lied selbst. Es spiegelt eine Atmosphäre wider, die durchdrungen ist von kleinen, schnellen Urteilen. Was jedoch bewundernswert ist, ist die Widerstandskraft solcher Songs gegen die ewigen Moralistendiskussionen. Anne-Marie, mit ihrem unerschütterlichen Verständnis für die Freude und den Drang nach Spaß, sei es gegönnt, dass sie diesen Song mit vollem Enthusiasmus in die Welt entlassen hat.

Am Ende ist es kaum zu leugnen, dass Geburtstag von Anne-Marie einfach nur ein weiteres kleines Stück Pop-Kultur ist, das leichtfüßig daherkommt und sich über seine durchaus kalkulierte Einfachheit freut. Für Menschen, die reine Freude ohne politische Botschaft genießen, bleibt dieser Song ein erfrischendes Antidot zu den bedeutungsschwangeren Balladen, die verdächtig oft gleich klingen und nachdenklich die Ohren umhüllen.

Dieser Geburtstag, was war das für ein ulkiger Anlass, sich für ein paar Minuten zurückzulehnen, die Füße hochzulegen und die erwartete Ernsthaftigkeit des Lebens zurückzustellen. Und vielleicht, so könnte man meinen, müssen wir an einem Tag im Jahr einfach alle ein kleines bisschen egoistisch sein dürfen – ganz ohne Entschuldigung und ohne Rebellion gegen die vermeintlichen Grauestriche der Sozialkritik.