Man stelle sich vor, in einer Welt der endlosen Annehmlichkeiten den Finger in die Wunde zu legen – das ist genau das, was François de Closets auf faszinierende Weise meisterte. Wer war dieser Mann? Ein französischer Journalist, Schriftsteller und brillanter Denker, geboren am 25. Dezember 1933 in Enghien-les-Bains, dessen scharfsinnige Analysen und unverblümte Meinungen die intellektuellen Zirkel Frankreichs erschütterten. Seine Karriere blühte in Frankreich während des 20. und 21. Jahrhunderts, als er die bequemen Gewohnheiten der Gesellschaft in Frage stellte und starke Argumente verbreitete, die man nur schwer ignorieren konnte.
Viele kennten seine Stimme aus dem Radio und seine pointierten Kommentare aus dem Fernsehen, wo er sich nicht scheute, auch die heißesten Eisen anzupacken. François de Closets war kein gewöhnlicher Beobachter der Gesellschaft. Er hatte eine unverkennbare Fähigkeit, scheinbar komplizierte Themen dermaßen klar und prägnant zu formulieren, dass man sich fragte, warum nicht andere vor ihm auf dieselbe Schlussfolgerung kamen. Seine Worte waren eine Herausfordung, ein Weckruf, dass man die Dinge nicht als selbstverständlich ansehen kann. In einer Gesellschaft, die von politischen Korrektheiten überwältigt wird, durchbrach er mit Freuden den Schleier des Unausgesprochenen.
Sein berühmtestes Werk 'Toujours Plus !', veröffentlicht 1982, wagte, was viele nicht zu sagen wagten: Der Wohlstand hat seine Schattenseiten. Ausgestattet mit unerschrockenem Scharfsinn nahm er die französische Politik der damaligen Zeit unter die Lupe und beleuchtete die auffälligen und problematischen Facetten der Konsumgesellschaft. Er analysierte die Faulheit der Bürokratie und die Schwächen der Institutionalisierten Faulheit, die durch überbordende staatliche Rechte und Vorteile begünstigt wurden. Kaum ein Schriftsteller würde sich heute trauen, so offen und unverhüllt zu sprechen.
De Closets war außerdem einer, der nicht der unreflektierten Euphorie des Fortschritts verfiel. Er stellte Fragen, die andere vor Scham rot werden ließen. Seine Kritiken zielten nicht nur auf die Symptome der Moderne ab, sondern auf die Ursache ihrer Erkrankung. Ob es um Rentensysteme, Steuerverschwendung oder technologische Degeneration ging, — für ihn war nichts tabu.
Mit einer Präzision, die wie ein chirurgischer Schnitt wirkte, sezierte er die scheinheilige Politik der Wohlstandsumverteilung. Er sah, dass diese ideologischen Strategien oft mehr Schaden anrichteten, als sie Gutes taten. De Closets deckte die Heuchelei auf und rief zur Verantwortung gegenüber der nächsten Generation auf. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft nach einfachen Wahrheiten verlangte, bot er unbequeme Realitäten an.
Warum verliehen ihm einige den Titel eines Provokateurs? Weil er sich weigerte, den bequemen Weg des Konformismus zu gehen. Er störte die Sorglosigkeit derjenigen, die glaubten, das Leben bestehe in erster Linie aus Rechten und weniger aus Pflichten. Diese Weigerung verankerte ihn als einen polarisierenden, aber zutiefst relevanten Intellektuellen, der die Fähigkeit besaß, die Massen aus ihrer Selbstgefälligkeit zu reißen.
François de Closets hinterließ ein Vermächtnis der intellektuellen Furchtlosigkeit. Er ließ uns mit der einfachen Frage zurück, ob wir in einer Gesellschaft leben möchten, die immer nur mehr von allem will, oder ob wir bereit sind, den Preis für wahre Freiheit und Verantwortung zu zahlen. In seiner Schonungslosigkeit liegt eine Lektion verborgen, die in unserer mit Watte gepolsterten Welt nur allzu leicht in Vergessenheit geraten könnte.