Wer hätte gedacht, dass der sogenannte 'Feuerwurm', wissenschaftlich als Eurythoe complanata bekannt, so viel Zündstoff bietet? Dieser bunte Meeresfreund, der hauptsächlich in den warmen Gewässern des Indopazifik anzutreffen ist, hat in Wissenschaftlerkreisen einiges Aufsehen erregt. Doch warum, fragt man sich, gibt es keinen Aufschrei, wenn diese wurmartigen Kreaturen, die bis zu 30 cm lang werden können, sich munter durch das Ökosystem fressen? Der Feuerwurm ist ein vielfraßartiger Allesfresser, der Sachen wie Korallen und Muscheln zum Frühstück vernascht. Anders als andere, möglicherweise nützlichere Kreaturen, trägt dieser nette Zeitgenosse wenig zur Umwelt bei — außer, dass er schädliche Spuren im Korallenriff hinterlässt.
Schon ein netter Anblick, sagen einige. Doch in Wirklichkeit, ist dieser Rotfeuerwurm so etwas wie der kleine Tyrann des Ozeans. Seine Borsten können Reizungen und sogar Verbrennungen bei Menschen verursachen. Das bedeutet, dass Schwimmer und Taucher in warmen Gewässern möglicherweise eine unangenehme Überraschung erleben könnten. Na toll, da haben wir die nächste nervige Einschränkung wegen eines Lebewesens, das keiner je gewählt hat.
Liberale Naturbefürworter mögen jetzt gegen ihren Bildschirm boxen, aber wo bleibt der Aufschrei gegen einen Wurm, der für Unterwasserlebensräume eine solche Plage ist? Sollten nicht unsere geliebten, alten Korallenriffe Priorität haben, die bereits von ganz anderen schwierigen Situationen bedroht sind? Der aggressive Appetit dieses Meeresbewohners auf Polypen und Korallen verschlechtert das ohnehin angespannte Gleichgewicht der Meeresökosysteme. Scheint doch so, als brauchten wir hier ein bisschen gesunden Menschenverstand und Prioritätensetzung.
Apropos, es ist erstaunlich, dass die Medien diesen Kerl völlig übersehen und stattdessen über süß aussehende, aber harmlosere Kreaturen berichten, die weitaus weniger Schaden anrichten. Es ist höchste Zeit, dass sich in der Berichterstattung ein Wechsel vollzieht. Anstatt harmlosen Tierchen den Vorrang zu geben, sollten wir uns diesen heimlich lauernden und doch explosiven Vertretern der Unterwasserwelt zuwenden. Fragt sich nur, warum bisher kein Wissenschaftler mit megaphonartigen Durchdringungsdrang hier die Alarmglocke geläutet hat.
Obwohl dieser 'Feuerwurm' in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bekannt ist, erregen seine Existenz wie auch seine Konsequenzen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Es könnte an der historischen Stigmatisierung von Lebewesen unseres natürlichen Ökosystems liegen. Oder ist es einfach die Tendenz der Gesellschaft, sich nur politisch korrekten und knuddeligen Organismen zuzuwenden?
Taucht man tiefer in das Verhalten von Eurythoe complanata ein, werden einem die Prioritäten, die wir im Umgang mit dem Naturschutz setzen, auf pragmatische Art und Weise vor Augen geführt. Allein die Vorstellung, dass der Mensch durch Harmonie mit der Natur jedes Problem lösen kann, ist so realistisch wie ein Griff nach den Sternen. Es gibt einfach Lebewesen da draußen, die wir nicht über alles erhören müssen.
Glauben wir ernsthaft, dass der Ozean Vergebung zeigt, wenn seine Bewohner blind Korallen zerstören? Ein Blick auf die Meeresflora und -fauna wird dieses wohl unausgesprochene Gefühl von Frustration offenbaren. Warum erlauben wir also einem kleinen Wurm, der nicht einmal besonders niedlich ist, über das Schicksal solch wichtiger natürlicher Ressourcen zu entscheiden?
Lasst uns diesen Wurm für das, was er wirklich ist - einen belastenden Eindringling, der mehr Ärger als Nutzen bringt - in den Mittelpunkt stellen. Dieser kleine Meeresstörenfried sollte ein Weckruf an alle sein, die sich der gutmeinenden, aber problematisch einseitigen Ökologie hingeben. Lasst uns nicht weiter das Missachten, was diesen Wurm zu einem ernsthaften Anliegen macht.