Wer hätte gedacht, dass ein kleines Dorf mitten im nördlichen Spanien zum Schauplatz des Kampfes um Traditionen und Identität wird? Etxarri-Aranatz, Heimat für knapp 2.500 Seelen und vollkommen versteckt in Navarra, könnte als Paradebeispiel dafür dienen, wie man sich wie ein echter Spanier gegen die Windmühlen des modernen Fortschritts stemmt. Diese Geschichte beginnt in den späten 1980er Jahren, als die Bewohner von Etxarri-Aranatz beschlossen, sich gegen die zentralistischen und liberal gefärbten Strömungen des spanischen Staates zu stellen. Während viele nur einen kleinen Ort sehen, der sich nicht verändert, sieht ein echter Konservativer das als harte Entschlossenheit.
Fast jeder Einwohner schwört hier auf baskische Traditionen. Die Menschen sprechen ihre eigene Sprache und scheren sich wenig um die politisch korrekten Regeln, die in den Großstädten Spaniens so propagiert werden. Feiertage werden gefeiert, wie es die Urgroßeltern taten, mit Trommeln, Tänzen und Feuerwerk. Dieses Bedürfnis, ihre Kultur zu bewahren, steht im klaren Gegensatz zu den Erwartungen der modernen Gesellschaft, die kulturelle Anpassung fordert und Sprachdiversität auf dem Altar der Einheit opfern möchte.
Doch Etxarri-Aranatz verkörpert den wahren Widerstand gegen Zentralstaaten, die alles nivellieren wollen zur grauen Einheitssuppe. Im Jahr 2014 untermauerten die Dorfbewohner ihr Anliegen mit einem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens - ein Paukenschlag gegen Madrid. Tatsache ist, dass sie unbeeindruckt blieben von den Drohungen und Verurteilungen der spanischen Regierung. Etxarri-Aranatz entschied sich mit 90% der Stimmen für mehr Selbstbestimmung, wohlwissend, dass dies keine rechtlichen Konsequenzen hätte, aber es ein symbolischer Schlag in die Luft war, der das Establishment zittern machte.
Etxarri-Aranatz verweigert nicht nur die Anpassung, sondern formt das Bild eines wehrhaften Spaniens, das sich gegen die fortwährenden Erosionen seiner Selbstbestimmung auflehnt. Die Bewohner pflügen ihre eigenen Felder, lachen über das geschäftige Treiben der Metropolen und reflektieren die Bedeutung von Unabhängigkeit. Ja, hier wird nicht distanziert auf Paraden geschaut, sondern enthusiastisch mitgemacht. Auch wenn Liberalen die Haare zu Berge stehen mögen, für die Menschen in Etxarri-Aranatz ist es essenziell, im Einklang mit den Werten der Vergangenheit zu leben und nicht alles bereitwillig aufzugeben für die verheißungsvollen Versprechen von Globalisierung und multikulturellem Austausch.
Ist ihnen deshalb ihre eigene Identität wichtiger als das Bruttosozialprodukt? Ja, so scheint es. Und das aus gutem Grund, denn in der modernen Welt gibt es mehr als genug Geschichten darüber, wie Gemeinden ihre Seele verkaufen, nur um im Club der Eliten mitzumischen. Die Einwohner Etxarri-Aranatz’ sehen überwiegend zu, wie Politik in Madrid gemacht wird, und machen es einfach besser. Und während die linken Großstädter über Globalisierung schwärmen, wissen die Bewohner von Etxarri-Aranatz genau, wem sie vertrauen können – sich selbst.
Aber vor allem ist es die kleine, aber standfeste Gemeinschaft von Etxarri-Aranatz, die ihre Prinzipien nicht aufgibt und die Lektion lehrt, dass Identität und Lokalität nicht zum Verkauf stehen. Spannend ist, wie sich die Zukunft entwickelt und ob mehr Gemeinden auf dieser Welle mitreiten. Wohl wissend, dass der nächste Kampf oder die nächste Debatte gerne in der Bar nebenan geführt wird. Daher bleibt die Frage nicht, ob Etxarri-Aranatz die Vergangenheit huldigt, sondern wie sie als lebende, atmende Erinnerung an eine Zeit voller Stolz, Macht und Freiheit fungiert. Ziehen wir also den Hut vor jenen, die trotz allem den traditionellen Weg wählen!