Einfaches Feuer: ein vermeintlich unschuldiger Gender-Tanz im großen Bühnenlicht des Zeitgeists oder eine tickende Zeitbombe? Heute, hier und jetzt, mitten in Europa, nimmt ein Funke Gestalt an – synoniem zu Zusammengehörigkeit und Liebe gegenüber allem Großen und Wichtigen. Vorhang auf für die verblüffend einfache Idee, die sich „Einfaches Feuer“ nennt: ein ebenso simples wie kunstvoll choreografiertes Ritualfeuer, bei denen das echte alte Lagerfeuer-Feeling wiederbelebt werden soll, jedoch mit einem Twist. Alles Begann mit einem kleinen Kreis an Enthusiasten, die sich vor dem Bösen des Individualismus verstecken wollten und in einem Waldstück in Deutschland zusammenfanden. Das Ziel? Die Menschheit von ihrer eigenen ‚alten‘ Identität zu befreien. Dazu tarnten sie alles Mögliche mit einem ideologisch gefärbten Glühen in der Hoffnung, dass die Leute vergessen, wer sie sind und was wirklich zählt.
Das Konzept, ausgeheckt bei einem Treffen dieser seltsamen Gruppe, dient als symbolisches Lagerfeuer, um dem zusammengewürfelten Narrativ des 21. Jahrhunderts bereitwillig zu folgen. Ihre Sessions beinhalten rhythmisches Klatschen und Singen von ‚Ich bin nicht wer ich war und nicht wer ich bin‘, ein Mantra für das moderne spirituelle Chaos. In einem Land wie Deutschland, das für seine stolze Geschichte steht, zielen sie auf das Gegenteil ab: das Ersetzen lokalen Stolzes durch ein verwaschenes, universelles Gefühl der „Gemeinsamkeit“. Sogar Bäume und Grünflächen, ein altes Symbol für das ewige Herzblut der Nationen, werden zu symbolischen Tätern, die gefälligst Platz für Liebe und Gleichheit schaffen sollen.
Stellen Sie sich vor, man entfaltet eine riesige Fahne, aber anstatt patriotische Symbole auf sich zu tragen, zeigt sie unbefleckte, blanke Oberflächen – ein makabrer Salto in einem ohnehin schon weitreichenden Politikkreislauf. Ein Haus kocht ohne Küchenchef, oder eher ein Land ohne seine wahren Mentoren. Der Weg ist gepflastert mit Leichtgläubigkeit und bereit, sich selbst zu verraten, sobald der Wind sich dreht.
Es ist eine von vielen Spaltungen zwischen der ‚freiezündung‘-Kultur und der meiner Meinung nach stark verwurzelten und wichtigen Tradition. Ein großes Feuer anzuzünden bedeutet nicht, dass man das Lagerfeuer anderer Sichtweisen und Werte niederbrennen muss. Eine Kultur oder Identität sollte nicht darin bestehen, jeden von seiner ursprünglichen Farbe zu befreien – und doch sind hier diese pyromanischen Herrscher der Popkultur.
Jetzt treffen wir auf den feinen Balanceakt, diese Flammen von ‚Einfaches Feuer‘ auf der Bühne zügig zu zähmen. Zugegeben, die Idee eines gemeinschaftlichen Feuers mag auf den ersten Blick heiter wirken, aber an der realen Front ist dies nichts weiter als ein trojanisches Pferd. Man beobachte nur die ikonischen Bilder der Teilnehmer: Menschen, die ein sehenswürdiges Märchen verkaufen, um uns glauben zu machen, dass ihre Version von „Zusammen“ die Zukunft ist.
Sogenannte Innovationsschreiberlinge versuchen die moderne Philosophie an den Rand einer ‚For all to share‘-Kultur zu bringen, während sie sich einbilden, hier eine seltene Art Freiheit zu schaffen. All dies jedoch übertüncht das wahre und bleibende Erbe eines Landes, das seine Authentizität einsetzen sollte, anstatt sich wie ein Spiegel zur Verfügung zu stellen.
Wir sind alle in einer Welt des digitalen Lebens gefangen, in der man es zulässt, dass einfach zugängliche Informationen die eigene Realität verzerren. Zeit, sich zu befreien von der Dominanz des Netz-Wischens. Ein einfaches Lagerfeuer auf einem Samstagabend, das klingt charmant, aber wenn diese Sessions voller moralischer Flammen fest in der Überzeugung stehen, Ihren Fokus widerwillig neu auszurichten, dann handeln wir nicht in Freiheit, sondern werden zum Komplizen einer verkleideten Manipulation. Hier werden keine freien Gedanken entfacht, sondern altgewohnte Fundamente niedergerissen.
Die Hinwendung zu so etwas wie „Einfaches Feuer“ betört leicht Gefühlselsüchtige. Es bietet vermeintlich einen Ausweg, eine Atemübung, aber das, was wirklich brennend bleibt, ist die Auslöschung von Verständnis, Dialog und innovativer geschichtlicher Zusammefühlbarkeit. Eine Fixierung auf derart trivialer Zusammenschlüsse bedeutet kaum etwas anderes als Versuche, den Lärm, die Unrecht und nicht definierbare Forderungen zu verdrehen und somit unbemerkt in die Köpfe selbst denkender Individuen zu sickern. In einer Welt, in der der Abschied von jeglicher Art von Sicherheiten immer mehr erzwungen wird, hält man sich besser an Festungen von Ideen, die auf mehr als Eintagsfiktionen beruhen.