„Einfach Josh“, der Name klingt harmlos, fast niedlich, wie der Spitzname eines lieben aber leicht naiven Freundes. Doch hinter dieser Fassade steckt mehr als nur Unschuld. Josh, ein Videoproduzent und Influencer aus dem Herzen Deutschlands, hat sich in der digitalen Welt breitgemacht. Ursprünglich ein Nobody, der in seinem Schlafzimmer begann, Videos über seine Alltagserfahrungen zu drehen, hat Josh mittlerweile auf YouTube Fuß gefasst und erreicht Tausende von Zuschauern. Er malt ein Bild des normalen Bürgers, der die Sorge des kleinen Mannes versteht – ein PR-Trick, der cleverer nicht sein könnte.
einfach Josh postet regelmäßig auf seinem YouTube-Kanal und seinen Social Media-Accounts. Aber erwartet euch keine klassische Influencer-Kost á la Veganismus und Pilates – Josh ist eher der Freund klarer Worte als trendiger Esoterik. Seine Inhalte lehnen sich an eine rechtkantige Sichtweise an, die so manchen nervösen Blick unter den progressiven Zuschauer hervorruft. Er redet Klartext und scheut sich nicht, Themen wie übermäßige Bürokratie, die Grenzen staatlicher Leistungen und Fehlentwicklungen innerhalb des Bildungswesens anzusprechen. Die Erzählweise? Einfach verständlich, fast schon beiläufig, dabei pointiert und zugespitzt.
Nennen wir die Dinge doch beim Namen: Josh appelliert an das Bauchgefühl der Menschen. Er benutzt einfache Logik verbunden mit einer gesunden Portion Skepsis gegenüber dem, was als „Mainstream“ betrachtet wird. Manchmal ist es nur ein Thema, das er kommentiert und trotzdem schafft er es, den Nerv der Zeit zu treffen. Er weckt den inneren Widerspruch gegenüber der medial kolportierten, oft verzerrten Sichtweise auf die Welt.
Josh spricht oft von Personalverantwortung und Eigenkapital – einem modernen Tabu-Thema für viele, die glauben, dass reiche Menschen das pure Übel dieser Welt seien. Seine Sicht: Wer hart arbeitet, verdient auch anständig zu leben. Das Recht auf Wohlstand sei kein lineares Feld fruchtloser Umverteilungsphantasien. Seine klare Kante zu wirtschaftlichen Missständen und staatsgelenkten Interventionen scheint einigen nicht zu passen, aber das hindert ihn nicht daran, seine Meinung zu vertreten.
Sein kürzliches Video über die Schulsystemreform ist ein Paradebeispiel für seine erfrischende Konfrontation mit politisch unkorrekten Meinungen. Die Akademisierung der Berufswelt sei eine Fehlentwicklung, die nicht der Realitätsnähe dient, sondern die Lücke zwischen einfacher Arbeit und akademischen Ansprüchen vergrößert. Es gäbe zu viele Menschen, die in ihrer Bildungsblase feststecken und den Kontakt zur Realität verlieren.
Auch über die Abgabenlast auf dem deutschen Arbeitsmarkt, über die man sich gerne nur im Stillen echauffiert, spricht Josh unverblümt. Eine Steuerpolitik, die dem Fleißigen mehr abverlangt, als nötig – der Staat kontrolliert, was sie verdienen können und damit, wie sie leben. Josh fordert nicht weniger als eine Revolution des Denkens, eine Rückkehr zur Verantwortung des Einzelnen.
Die Medien, jene durchdrehenden Räder unserer Zeit, bekommen bei ihm regelmäßig ihr Fett weg. Der Mainstream, oft promotionsloser Sender, wird als das gezeichnet, was es für viele ist: Ein Konstrukt, das Bilder erzeugt statt sie zu reflektieren. Es gehe nicht um die rote Masse gegen die blaue Masse. Nein, es ist ein System, das Menschen in einer Kiste stecken will und Identitäten verkauft wie frisches Biobrot.
So viele fragwürdige und gleichzeitig faszinierende Facetten – Josh ist eine wandelnde Parabel der neuen Rechten. Er steht als Stimme des Unbehagens in einer von anglizismengesteuerten Neusprech-Gesellschaft voller Double Standards. Ob man ihm zustimmt oder nicht, bleibt bei einem selbst, aber eines ist sicher: Er hinterfragt. Überzeugend, unerwartet und immer ein wenig unbequem.