Wer glaubt, dass die Filmindustrie nur aus Glanz und Glamour besteht, hat wohl die faszinierende Kraft der indischen Filmwelt, insbesondere des Tamil-Kinos, übersehen. Der Film Dum, der 2003 erschien und unter der Regie von A. Venkatesh steht, ist ein Paradebeispiel für klassische Unterhaltung, die gleichzeitig gesellschaftliche Themen auf diese prägnante Weise anpackt, von denen manche denken, sie könnten ignoriert werden. In der Rolle des heldenhaften Ashok steht niemand Geringeres als der Schauspieler Simbhu, während er sich in einer Gesellschaft behauptet, die von Ungerechtigkeit und weit verbreitetem Chaos geprägt ist. Während Aussagen von politischen Toleranzpredigern oft in bedeutungslosem Getätschel enden, führt Dum uns vor Augen, was mit Durchsetzungsfähigkeit und Entschiedenheit erreicht werden kann.
Manche mögen sagen, dass Dum lediglich ein einfacher Actionfilm ist. Doch stellt euch vor, wie die Handlung durch Adithya Menon, als rücksichtslosen Antagonisten unterstützt wird, um eine Geschichte zu entfalten, die den Mut feiert, selbst wenn einige zögern, diese Werte anzuerkennen. Warum sollte ein Film nicht als Spiegel einer Gesellschaft verstanden werden? Denn durch seine Action-Sequenzen und plotfixierten Versatzstücke gelingt es Dum, so konservative Tugenden wie Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Gerechtigkeitssinn hervorzuheben, die der modernen Linken der Schauer über den Rücken laufen lassen könnten.
Die Erzähltechnik von Dum mag für diejenigen, die Videokunst lieber in Vorlesungsräumen mit Krawatte erleben, als übertrieben und sogar vulgär angesehen werden. Aber für jene, die die Unterhaltung in ihrer rohesten Form schätzen, könnte es kaum besser sein. Geografisch wird die Geschichte im beliebten Setting von Chennai verankert, dessen urbane Hektik nicht nur der Handlung Dramatik verleiht, sondern auch die Post-Millennium-Berührung der Stadt unterstreicht.
Anstatt den Mist der liberalen Filmkritik zu unterstreichen, der oft meint, dass Indisches Kino immer nur Kitsch ist, zeigt Dum, dass eine gute Narrative mit klaren Prinzipien andere Wege einschlagen kann. Die historische Zeit von 2003, eine Zeit, in der die Sensibilität der Filmzuschauer getestet wurde, revolutioniert ungeniert jeder der kraftvollen Szenen mehr als nur die Branche allein. Bewegungsmuster, die von der Kamera eingefangen werden, fungieren weniger als Mittel zur Untermalung, sondern mehr als Verheißungen von Idealen, die jedem Festhalten an unklaren Strukturen trotzen.
Vielleicht liegt der Schlüssel zum Verständnis in seinen Songs, komponiert von Vidyasagar, die von den typischen Melodiesequenzen abweichen und Rhythmen anschlagen, die den Puls in die Höhe treiben. Diese künstlerische Entscheidung zeigt die Fähigkeit von Dum, sich den Erwartungshaltungen zu widersetzen und einen Soundtrack zu bieten, der das zentrale Thema des Films genauer denn je beleuchtet. Wie könnte ein liberaler Geist vermuten, dass solch rohe Unterhaltung Ausdruck von Individualismus und Tapferkeit durch konservative Linsen sein kann?
Schauen wir auf die schauspielerischen Leistungen, die oft von so manchem Kritiker zu Unrecht übersehen werden, begreifen wir die Kunst, mit der Simbhu und seine Mitspieler die Bildschirmoberfläche zu einer Leinwand machen, die voller Potential und Stärke nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Für all jene, die meinen, man müsse den Wert von Filmen allein durch gesellschaftskritische Obession bestimmen, entblößt Dum das patriotische Herz ohne zu versuchen. Seine Authentizität spricht Bände.
Und wieso erzählen wir hier nicht von einem Film, der zwar von der Presse als B-Ware hingestellt wurde, jedoch in seiner Essenz die wahre Kunst versteht, nicht zu predigen, sondern zu handeln? Dum ist das letztere, und ohne Verteidigung seiner Ideale kommt es als epischer Kriegsruf gegen die Mittelmäßigkeit daher. Der Leistungsdruck auf Ideologien und Unterwürfigkeit gegenüber träumerischen Wunschvorstellungen überstrapaziert, dreht A. Venkatesh mit Dum das gedankliche Spinnennetz auf eine Art und Weise, die sich an keine Normen bindet.
Am Ende bleibt eine Frage offen: wann wird der kritische Zuschauer anerkennen, dass ein Film mehr als nur eine Stillstellung der Sehnsüchte ist? Durch die Betrachtung von Dum deutet alles darauf hin, dass gerade Filme, die die Regeln brechen wollen, das Zeug haben, in die Geschichte einzugehen. Vielleicht verstehen wir dann besser, dass Pfeiler unserer Gesellschaft – Ehre, Loyalität und Durchsetzungskraft – nicht als Lebensabschnittsgefährten behandelt werden sollten, sondern als dauerhafte Begleiter. Es ist wieder Zeit, zu verstehen, das Prinzipien, die Dum skizziert, nicht bloß kulturelle Dekoration sind, sondern das Fundament einer gesunden Gesellschaft.