Prep dich auf eine spannende Reise zurück in die Kindheitserinnerungen des 20. Jahrhunderts, denn heute wird die bunte und unverfrorene Welt von "Die Wouldbegoods" unter die Lupe genommen. Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Genau, wir sprechen von Edith Nesbits charmantem Werk aus dem Jahre 1901, das im viktorianischen England spielt. Diese vielleicht nicht ganz so regelkonformen Kinder sind möglicherweise die verspäteten Inspirationen für heute vertrackte moralische Diskussionen! Aber was hat diese emsige Kinderbande aus England jemals für die postmoderne Gesellschaft getan? Die Frage drängt sich auf: War es wirklich Inspiration oder eher eine Warnung?
Los geht's mit der feinen Storyline: Eine Gruppe von Kindern wird von ihren Eltern geschickt auf ein Landgut weit entfernt von den trubeligen Städten, um ein wenig Suburban-Erziehung zu genießen. Ihre Abenteuer beginnen damit, dass sie beschließen, von nun an Gutes zu tun – was natürlich direkt in die Hose geht. Versprochen, es wird politisch. Wenn ein konservativ eingestellter Mensch das liest, fragt er sich: Was hat Nesbit über die Zukunft vorausgesagt?
Nun, die Kinder verhalten sich wie kleine messianische Reformer, voller Ideen für die Gesellschaft, sicherlich mit einem Touch von kindlicher Selbstüberschätzung. So sagt man. Aber das Scheitern ihrer Vorhaben? Ein Spiegelbild, das uns wieder einmal an die unvermeidlichen Irrwege pseudoreformistischer Agenden erinnert.
Kommen wir gleich zum Punkt: Die "Wouldbegoods", der Name gibt es preis, sind auf das Vorhaben eingeschworen, Gutes zu tun, aber scheitern dabei so auffällig, dass es fast eine satirische Replik über frühe "Gutmenschentum-Bewegungen" darstellt. Den Lesern damals und heute wird ihre resultierende Komik nicht entgangen sein. Diese narrative Konstruktion könnte man als subtile Kritik an überhöhtem moralischen Idealismus verstehen, der oft kommt, um am Ende nur Havoc zu schaffen.
Aber wie steht's mit den einzelnen Charakteren? Man könnte sie als mikrokosmische Repräsentationen der damaligen – und sogar gegenwärtigen – gesellschaftlichen Strömungen sehen. Darin zeigt sich auch die begnadete Raffinesse von Nesbit, die aus vermeintlicher Kinderliteratur wahre Gesellschaftsanalysen machte. Während einige der Kinder genauestens überlegen, wie sie "Zivilisation" verbessern können, erreichen sie oft nur Chaos und Verwirrung, das klingt doch bekannt, nicht wahr?
Schaut man auf das historische Setting der viktorianischen Ära, bekommt dieses verklärte Bild von „Der Held auf Mission“ einen ganz neuen Blickwinkel. Wie viele dieser Projekte wurden von einer weltfremden Idealvorstellung geleitet, und wie oft haben sie die Probleme des Alltags verschärft? Im Gegensatz zu einer vermeintlich liberalen Perspektive, die immer nur das Potenzial für positive Veränderungen sieht, gibt Nesbit ihren jungen Charakteren jene menschliche Portion Überheblichkeit, die gern in Teilen der heutigen Gesellschaft ignoriert wird.
Muss man wirklich betonen, dass ihre "Wohltaten" oft eher Unheil bringen? Man könnte sich vorstellen, diese charmante Lektüre einem modernen Leser mit rigorosen Vorstellungen über obligatorische Hilfsprojekte vor die Augen zu halten. Kritik an den uneingeschränkten "Wir wissen es besser"-Gedanken. Man kann nur spekulieren, was die heutige Leserschaft da hinein interpretiert.
Es ist diese Mischung aus kindlicher Unschuld und unverblümter Reflexion, die "Die Wouldbegoods" zu weit mehr als einem simplen Kinderbuch macht. Doch der gewichtige Sub-Text sollte nicht unterschätzt werden. Schließlich geht es um das widerwillige Eingeständnis, dass gut gemeinte Aktionen mehr Schaden als Nutzen anrichten können.
Ist es ein Angriff auf die Prämissen der Romanze des Sozialen? Möglicherweise. Möglicherweise auch nur der Versuch, die Leserschaft dazu zu bringen, sich selbst kritisch zu hinterfragen, ob denn gut gemeint wirklich auch gut gemacht heißt. Es ist fast, als wollte Ednas Geschichte uns raten, unsere eigene moralische Kompasskalibrierung vorzunehmen, bevor wir tatenlos an der Menschheit herumschrauben.
Um fair zu Nesbit zu sein, sie schuf ein Werk, das sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken anregen kann. Der interessierte Leser bekommt eine klare Botschaft: Der Grat zwischen amüsanter Jugendlicher Naivität und leichtsinnigem Idealismus ist schmal.
Wie auch immer man es dreht und wendet, man könnte behaupten, dass „Die Wouldbegoods“ nicht nur ein frühes Werk kindlicher Eskapaden ist, sondern ein tiefgreifendes Vehikel, das dekadenten Reformwillen durch den Kakao zieht. Ein bisschen Würze gegen utopische Blauäugigkeit kann ja nicht schaden. Leseempfehlung für alle, die mal hinter die Wortspielereien blicken wollen, ohne die rosarote Brille der "wir-machen-die-Welt-wie-sie-uns-gefällt"-Mentalität.