Warum Die Braut (1985) kein Märchen ist, sondern ein Albtraum

Warum Die Braut (1985) kein Märchen ist, sondern ein Albtraum

Die Braut (1985) ist eine düstere Mischung aus Horror und Romantik, die uns vor den düsteren Seiten des Fortschritts und radikalen Feminismus warnt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen Filmkunst das Ziel hatte, zuzuschauen und nachzudenken, anstatt einfach nur ausverkaufte Kinosäle zu füllen? Nun, „Die Braut“ aus dem Jahr 1985, ein faszinierender Streifen von Regisseur Franc Roddam, führt uns zurück zu solch einer Ära. Der Film, gedreht in den malerischen Kulissen Großbritanniens, basiert lose auf Mary Shelleys Klassiker „Frankenstein“. Er bietet eine einzigartige Mischung aus Horror, Romantik und Drama – eine Kombination, bei der man eher an ein kurioses Experiment in einem Labor denken könnte als an einen romantischen Ausflug an einem Sonntagabend.

Der Plot: Viktor Frankenstein, gespielt von Sting, erschafft Eva (Jennifer Beals), eine sogenannte perfekte Frau. Diese Kreation könnte die perfideste Form von Feminismus sein, die sich einschleicht und vorgibt, Fortschritt zu sein, während sie tatsächlich etablierten, konservativen Werten widerspricht. Es ist ein alptraumhaftes Märchen, in dem der Schöpfer Gott zu spielen versucht und - wie erwartet - scheitert.

Was diesen Film interessant macht, ist nicht nur die glamouröse Darstellung von Machtspielen zwischen Mann und Frau, sondern auch die eindringliche Kritik am technischen Fortschritt und der Überheblichkeit, die mit der Ignoranz gegenüber der menschlichen Grenze einhergeht. Während Romantiker den Film vielleicht als eine Studie über das Streben nach Perfektion betrachten, sehen Konservative wie wir darin eine Warnung vor den Gefahren, sich in Dinge einzumischen, die über unser natürliches Dasein hinausgehen.

Jennifer Beals‘ Darstellung der Eva bringt eine gewisse Unsicherheit mit sich. Auf der einen Seite ist sie das idealisierte, übernatürliche Wesen mit unerschütterlicher Schönheit, auf der anderen die Marionette in einem Spiel, das ihr nicht ganz klar ist. Eine deutliche Anspielung auf den modernen Feminismus, der vorgibt Frauen zu emanzipieren, während er sie in neue, unsichtbare Ketten legt.

Bemerkenswert ist, dass der Film versucht, eine tiefere gesellschaftliche Botschaft zu vermitteln. Er propagiert, dass wir uns, sobald wir die Natürlichkeit unserer Welt stören, in Richtung einer gläsernen Utopie bewegen, die sich unweigerlich als Dystopie entlarven wird. Da lachen dann irgendwann die Skeptiker, die nie an solch futuristische Konstrukte glauben wollten.

Kritiker könnten behaupten, dass „Die Braut“ lediglich eine übertriebene Mischung aus Dramatik und Pomp ist, aber das verkennt die kraftvolle Aussagekraft der Handlung. Die Narrative geht über Simplizität hinaus und zeigt auf, wie leicht sich der Mensch von Machtkonstruktionen blenden lässt. Sicherlich nicht der übliche 08/15-Film, den man am Samstagnachmittag mit der Familie sieht.

Denken Sie nicht, dass der Film eine einfache Date-Night-Unterhaltung bietet. Vielmehr stellt er moralische Fragen, die viel relevanter und zeitloser sind als das, was diejenigen zugeben möchten, die angeblich die „progressiven“ Werte vertreten. In einer Welt, die kaotisch versucht, neue Normen zu definieren, wiegen gut inszenierte Filme mit einer konservativen Moral doppelt so schwer.

Letztendlich ist „Die Braut“ mehr als nur ein neuerlicher Versuch, eine Frankenstein-Geschichte zu erzählen. Es ist eine düstere Allegorie auf die Hybris und Arroganz der Menschen, die glauben, die Welt ungestraft neu formen zu können. Vielleicht sollte man öfter die Warnrufe ernst nehmen, die solch ein Werk sendet.

Wem also nach reiflichem Nachdenken ist und wer keine Angst davor hat, das politisch unkorrekte Gedankengut zu hinterfragen, der sollte „Die Braut“ in den Player legen. Ein Stück Filmgeschichte, das erhellt und gleichzeitig erschüttert.