Das deutsche Fernsehen der 70er hatte einen unterschwelligen Rebellionsgeist, der jede Menge Überraschungen brachte. Eine dieser Überraschungen war die Serie 'Der Unsterbliche' von 1970. Wer hätte gedacht, dass genau dieses Stück Kulturgut auf so subtile Weise aus dem Rahmen fallen würde? In der Welt der Vorlage bietet die Serie ein hochspannendes Konzept, denn es geht um einen Mann, der der Sterblichkeit ein Schnippchen schlägt. Hierbei handelt es sich um den Charakter Raphael Cain, ein Unsterblicher, der durch die Zeiten reist, um gegen Dämonen zu kämpfen und das Böse zu besiegen. Dieselben Dämonen, die seine Frau töteten. In einem Deutschland, das damals noch seine konservativen Fäden in der Hand hielt, ein durchaus mutiges Konzept. 'Der Unsterbliche' wurde in Deutschland produziert und erstaunte das Publikum durch langsam erzählte Geschichten und starke Charakterentwicklungen, die selten im Fernsehen jener Tage zu finden waren.
Warum ist 'Der Unsterbliche' so bemerkenswert? Einfach gesagt: Weil es einen Hauch von klassischem Heldenmut und Abenteuer bot, ohne die liberalen Töne der 60er komplett mitzumachen. Das konservative Fundament dieser Geschichte war ein anziehender Faktor. Während der rebellischen Zeiten der 70er gab es dieses Bedürfnis nach Beständigkeit und Klassik, das wir in dieser Serie finden. Raphael Cain verkörpert den Kampf zwischen Gut und Böse in seiner urtümlichsten Form. Was die linken Bewegungen der Zeit als altmodisch abtaten, traf bei der breiten Masse den richtigen Nerv.
Das Setting der Serie trug ebenso zur Besonderheit bei. In einer Zeit, in der das Fernsehen die Welt in bunteren und verrückteren Schattierungen zeigte, entschied sich 'Der Unsterbliche' bewusst für einen klassischen, ja beinahe nostalgischen Ansatz. Die Schauplätze waren alles andere als futuristisch, und genau das machte ihren Charme aus. Es war wie eine Flucht in die einfacheren und übersichtlicheren Zeiten, als Helden noch Helden waren und Werte noch Wert hatten.
Doch warum bleibt 'Der Unsterbliche' bis heute ein kulturelles Phänomen in Deutschland? Die Antwort darauf könnte in der zeitlosen Natur seiner Themen liegen. Von Ewigkeit, Pflichtbewusstsein bis hin zur Bekämpfung des Bösen; diese Themen bleiben unberührt von modischen Schwankungen. Während die Serienlandschaft der 70er häufig von experimentellen Ansätzen und künstlerischen Freiheiten dominiert wurde, hielt sich 'Der Unsterbliche' an seine Prinzipien und seinen klar definierten Blick auf die Welt.
Ein weiteres Merkmal, das 'Der Unsterbliche' so besonders machte, war seine Besetzung. Die Schauspieler boten Leistungen, die das Publikum tief berührten und die Serie von der Masse abhoben. Mit minimalen Special Effects und einem stark fokussierten Storytelling hob sich die Serie von der damals grassierenden flachen Unterhaltungskultur ab, die einseitige soziale Themen stärken wollte.
Wenn man an die kulturellen Erschütterungen dieser Ära denkt, erkennt man die Rolle der Serie in der Prägung der deutschen Fernsehkultur. Es gab dem Publikum Rückhalt, eine Erinnerung an vergangene Werte und die simplistische Schönheit klassischer Erzählformen. 'Der Unsterbliche' war nicht darauf aus, die Gesellschaft zu revolutionieren oder zu provozieren. Stattdessen bot es zeitlose Geschichten, die in ihrer Einfachheit und Aufrichtigkeit beeindruckten.
Während linke Kritiker argumentierten, die Serie sei steif und rückwärtsgewandt, konnte ein großer Teil der deutschen Zuschauer die Qualität und Brillanz ihrer Erzählweise erkennen. Das waren keine bloßen Effekte, sondern eine Ode an die alte Schule des Geschichtenerzählens. Dies bot eine erstklassige Gelegenheit, die alten Heldenwerte am Leben zu erhalten, und genau das tat die Serie erfolgreich.
'Klassische Unterhaltung' im besten Sinne des Wortes bleibt 'Der Unsterbliche' ein Paradebeispiel, wie Fernsehserien damals das Herz des Publikums berührten, ohne Extravaganz, aber voller Charme und erzählerischer Tiefe. Wer denkt heute nicht an all diese klassischen Abenteuer zurück, wenn man von modernen, mit Effekten überladenen Serien enttäuscht ist?