Man fragt sich, wie ein Kofferradio, ein Staubsauger und ein Haufen Haushaltselektronik in einem Zeichentrickfilm mehr Charakter haben können als viele der heutigen Filme. Doch genau das gelingt 'Der tapfere kleine Toaster zur Rettung', einem bemerkenswerten Streifen von 1998, der alle Vorstellungen der Mainstream-Unterhaltung herausfordert. Der Film basiert auf Thomas M. Dischs Roman und bringt eine Gruppe alter Küchen- und Haushaltsgeräte auf eine gewagte Mission, um ihren Schöpfer und Freund, Rob, aus misslicher Lage zu befreien. Das Setting: eine Welt voller Technologie, in der klassische Werte wie Loyalität, Mut und Freundschaft im Vordergrund stehen, etwas, worüber moderne Filmemacher mal nachdenken sollten.
Dieses kleine Meisterwerk ist mehr als nur ein Trickfilm; es ist eine Liebeserklärung an Tradition, an das Beständige und ja - an das Konservative. Keine Szene wird verschwendet, um die Botschaft zu transportieren, dass wir nicht dem neuesten Trend oder Gadget erliegen müssen. Hier treten Toaster und Konsorten gegen moderne Maschinen an, die sich der Wegwerfgesellschaft verschrieben haben. Eine klare und bewusste Kritik daran, wie wegwerfbar heute alles geworden ist, sogar menschliche Beziehungen.
Die Charaktere, von einem fast weise anmutenden Toaster bis hin zur skeptischen Glühlampe, verkörpern die Tugenden, die früher immer ermutigt wurden, wie Ehrlichkeit, Teamarbeit und Mut. Schauen wir uns einmal um in unserer heutigen Welt: Es braucht keine wissenschaftliche Studie, um zu sehen, dass vielen dieser Werte verloren gegangen sind. Keine Bedrohung scheint zu groß für diese kleinen Helden, weil sie an etwas Größeres glauben. Anstatt sich über ihre scheinbar ausweglose Situation zu beklagen, nehmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand.
Was bei diesem Film wirklich auffällt, ist das Fehlen von Glitzer und Glamour, den wir heutzutage als Standard erwarten. Anders als in vielen modernen Produktionen gibt es keine moralischen Grauzonen oder Mitläufereffekte. Die Protagonisten sind absolut in ihrem moralischen Kompass geerdet, unbeeindruckt von der Versuchung, die andere scheinbar so leicht in Verwirrung stürzt. Es ist erfrischend, eine Geschichte zu sehen, die nicht von politischen Ideologien überschattet wird und die Dinge so darstellt, wie sie sind. Anstatt sich anzupassen, bleibt sie sich selbst treu und findet Schönheit in der Einfachheit des Seins.
Die Technik der 90er und deren Darstellung in dem Film sind so herrlich nostalgisch, dass sie nicht nur ein älteres Publikum anspricht, sondern auch Kindern Werte vermittelt, ohne den Zeigefinger zu heben. Obwohl die Animation nicht mit den CGI-Wundern von heute mithalten kann, steht hier der Inhalt klar im Vordergrund. Geeignete Filme in dieser Art sind heute rar gesät, da sie nicht der Agenda entsprechen, die manche heutigen Filmemacher unbedingt durchdrücken wollen. Die Geschichte bietet eine aufrichtige Kritik daran, wie leicht wir uns oft von glänzenden, neuen Dingen beeinflussen lassen.
Ganz ehrlich, 'Der tapfere kleine Toaster zur Rettung' ist nicht einfach nur Unterhaltung für Kinder. Es ist eine Art kulturhistorisches Dokument, das zeigt, wie weit wir uns von gewissen fundamentalen Wahrheiten entfernt haben. Er fordert dazu auf, auf Werte und Ideale zu achten, die bestand haben, über den flüchtigen Trends der heutigen Zeit stehen. Wer den Mut hat, sich auf diesen kleinen Film einzulassen, wird nicht nur gut unterhalten, sondern vielleicht auch inspiriert, am eigenen Lebensweg zu arbeiten.
Dieser fieberhafte Eifer der kleinen Geräte ist erbaulich, weil er zeigt, dass auch die kleinsten Dinge im Leben einen großen Unterschied machen können. Vielleicht sind es nicht immer die lauten, riesigen Maschinen oder die Schreihälse im Rampenlicht, die die Welt verändern, sondern die unscheinbaren, leisen Akteure, die Gutes tun und darum kämpfen, das Richtige zu tun. Da könnten einige unserer heutigen Helden mal einen Blick riskieren.
In einer Zeit, in der alles hinterfragt werden muss und keine Wahrheit als absolut anerkannt wird, ist ein Film wie dieser eine Wohltat. Wer hätte gedacht, dass ein tapferer kleiner Toaster so viel Weisheit bereithalten kann?